Das Konzentrationlager Drägerwerk (Hamburg-Wandsbek)
Auf dem Areal der Wohnanlage an der Rahlau existierte von Juni 1944 bis Kriegsende ein Außenlager des KZ-Neuengamme. Über 500 Frauen, die meisten aus Polen, Slowenien und der Sowjetunion, waren in 4 Baracken untergebracht. Sie mussten für einen Zweigbetrieb der Lübecker Firma Dräger in der Gasmaskenproduktion arbeiten.
Die Gestapo hatte sie meist aus politischen Gründen verhaftet - wegen angeblicher Arbeitsbummelei oder - Verweigerung, Sabotage oder Aufwiegelung. Aus dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück kamen sie nach Wandsbek, weil Arbeitskräfte für die Kriegsproduktion benötigt wurden.
Noch kurz vor Kriegsende erreichte ein Transport völlig geschwächter Häftlinge das Lager. Anfang Mai 1945 wurden die überlebenden Frauen von britischen Soldaten befreit.
Im Jahr 2010 endstand außerhalb des ehemaligen Lagergeländes auf öffentichen Grund die neue erweiterte Gedenkstätte. Mit ihrer Grundform eines gleichschenkligen Dreiecks nimmt sie Bezug auf den Winkel, mit denen die SS die KZ-Häftlinge an ihrer Kleidung nach den vermeintlichen Haftgründen kennzeichnete. 483 der im KZ-Drägerwerk inhaftierten Frauen sind namentlich bekannt. Ihre Namen sowie die Geburtsdaten von 24 unbekannten Frauen sind auf den 6 Granitsteindreiecken zu lesen.