Seezeichen geht nach Irrfahrt in Rechlin an Land
Dass Rechlin maritime Wurzeln hat, können Einwohner und Gäste jetzt auch schon am Ortseingang sehen. Hier wurde eine große Leuchttonne im Kreisverkehr platziert. Ihre Reise dahin war spektakulär.
Sie hat einen langen Weg und eine bewegte Geschichte hinter sich, doch nun ist die alte Seetonne zur Ruhe gekommen. In Rechlin hat das sieben Meter hohe und 850 Kilogramm schwere Schifffahrtszeichen eine neue Heimat gefunden. Sie soll Einheimischen wie Gästen fortan ein Wahrzeichen und Blickfang zugleich sein – im neugestalteten Kreisverkehr.
Der Kreisel als Standort zur Begrüßung am Ortseingang von Rechlin hätte nicht besser gewählt werden können. Die strahlend gelbe Seetonne wurde inmitten von 2200 Lavendelpflanzen platziert, welche die seichten Müritzwellen symbolisieren sollen. Drei weitere Tonnen ergänzen das Ensemble.
„Nicht nur Urlauber sollen auf die maritime Tradition aufmerksam gemacht werden, für die Rechliner soll sie ein Gefühl von Heimat symbolisieren“, so Wolf-Dieter Ringguth, der als Bürgermeister nicht nur die feierliche Einweihung vornahm, sondern sich auch für das neue Wahrzeichen eingesetzt hatte.
„Bevor die Seetonne nach Rechlin kam, hatte sie schon einiges erlebt. Ursprünglich lag sie am Elbausgang und hielt ein Unterwassermikrofon zur Erforschung von Unterwassergeräuschen auf die Meeresbewohner. Doch dann ging sie einem großen Fischtrawler ins Netz, der sie bis nach Schottland schleppte“. Mit etlichen Dellen und Schrammen kam die Tonne anschließend wieder nach Hamburg zum Bundesamt für Schifffahrt und Hydrografie.
„Zahlreiche Unternehmen des Ortes unterstützen das Vorhaben und die Tonne wurde mit einem Lkw aus Hamburg geholt“, so der Bürgermeister. In Rechlin geschweißt und frisch lackiert, wurde die Statik berechnet und die Tonne schließlich aufgestellt. „Ich freue mich, dass wir pünktlich zur nächsten größeren Veranstaltung in Rechlin, der ,Müritz, Boot und mehr‘, fertig geworden sind“, zeigte sich das Gemeindeoberhaupt überglücklich.
Quelle : Nordkurier 25.05.2019