Es gibt viele Bezeichnungen für diese wannenartigen Vertiefungen.
Opferkessel, Napfkarren, Kamenitza oder Lösungsnäpfe … sind, abflusslose Hohlform im Festgestein, an deren Entstehung vermutlich chemische Lösungsvorgänge in hohem Maße beteiligt waren. Sie können auf unterschiedlichen Gesteinen, wie z.B. Granit, Sandstein oder Quarzporphyr, auftreten.
Auf ebenen Oberflächen von Massengesteinen, die ihrer verwitterten Deckschicht beraubt wurden, können sich napf- oder wannenartige Karren (Verwitterungswannen) bilden, die sich mit Regenwasser füllen. Sie werden Napfkarren oder Kamenitza genannt.
Kamenitzas sind Karrenstrukturen zweiter Ordnung. Sie entstehen durch Lösungsverwitterung in Karst- und Sedimentgesteinen.
Der Ausdruck Kamenitza ist slawischen Ursprungs , der sich von kamen (Geröll, Kiesel ) herleitet. Es bestand nämlich in den Anfängen der Karstforschung die falsche Ansicht, dass diese napfartigen Strukturen durch auf dem Kalkpflaster zurückgebliebene Kiesel oder Gerölle verursacht wurden, wie Kolke oder Gletschermühlen. Diese Ansicht, die aber allenfalls seltene Ausnahmeerscheinungen darstellt, wurde noch 1924 von Jovan Cvijić vertreten, der diese Erscheinungen erstmals wissenschaftlich untersuchte.
Kamenitzas oder Napfkarren sind ein Ergebnis oberflächlicher Lösungsverwitterung, bewirkt durch Unebenheiten oder Vertiefungen im Gestein ausfüllendes Wasser. Inwieweit organische, biologische Prozesse hierbei beteiligt sind, ist noch umstritten. Manche Autoren vertreten nach wie vor den Standpunkt rein anorganischer Lösungsprozesse, andere hingegen den eines rein biochemischen, an endolithische Algen (Symbiose zwischen Pilzen und Algen) gebundenen Vorgangs. Ebenfalls nicht restlos geklärt ist die Frage, ob und in welchem Ausmaß Kamenitzas unter Bedeckung gebildet wurden. Manche Forscher betrachten sie als halb bedeckte geomorphologische Strukturen, deren Entwicklung begann, als sie noch von Erdfetzen und Gesteinsbruchstücken überlagert wurden. Für diese Vermutung spricht die Tatsache, dass Kamenitzas sehr häufig auf geglätteten Felsoberflächen angetroffen werden, deren heutige Undulationen von einem vormals bedeckten Karst geerbt wurden. Erosion und Freilegung des beschützenden Bodens führt dann über statische Korrosion zur Bildung von Kamenitzas und dynamisch zu Strukturen wie Rinnenkarren und Rillenkarren.
Lösungsverwitterung im Sandstein: … in säurehaltigem Wasser löst sich das Bindemittel Kalk auf. Säure entsteht zum Beispiel, wenn Regenwasser in der Luft mit dem Gas Kohlendioxid reagiert. Dieser „saure Regen“ greift den Kalk an und löst ihn im Laufe der Zeit auf. An der Erdoberfläche hinterlässt die Verwitterung sogenannte Opferkessel, unter der Erde entstehen Höhlen.
Die Lösungskorrosion an den Seiten der Strukturen erfolgt normalerweise mit einer höheren Geschwindigkeit als zur Tiefe hin. Die in der Vertikalen eingeschränkte Lösungsgeschwindigkeit erklärt sich durch die am Boden der Näpfe angesammelten unlöslichen Rückstände wie Gesteinsmehl, durch Wind angewehten Staub und organische Verbindungen.
Experimentelle Studien über die Evolutionsgeschwindigkeit von Kamenitzas sind selten. Messungen im klassischen Karstgebiet durch F. Cucchi et al. (1990) ergaben eine Absenkungsrate des Bodens von 0,02 bis 0,03 mm/Jahr – d. h. zur Bildung einer 5 cm tiefen Kamenitza vergehen 1670 bis 2500 Jahre.
Im Sandstein könnte man von ähnlichen Werten ausgehen, da das Bindemittel dasselbe ist.
Quellen: https://www.sandsteinblogger.de/2019/06/die-besten-schlupfloecher-fuer-quirlige-entdecker/ , https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/opferkessel/11593 , https://www.planet-schule.de/mm/die-erde/Barrierefrei/pages/Vom_Fels_zum_Sandkorn_-_Verwitterung.html , https://de.wikipedia.org/wiki/Kamenitza , Bilder eigenes Archiv

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(Stichpunkte sind ausreichend, es geht um den Naturgenuss nicht um Doktorarbeiten)
1. Wie viele Kamenitzas kannst du auf der Aussicht und den umliegenden Felsen entdecken?
2. Kannst du Abflussrinnen erkennen?
3. Vermesse bitte die Größe der im Foto gezeigten Kamenitza und berechne ca. ihre Fläche! (gehe dabei von einer Ellipse aus)
4. Miss mit einer geeigneten Methode die Tiefe der Kamenitza auf dem Foto. Berechne anhand des Listings wie alt diese ist! War das vor oder nach der letzten Eiszeit? (z.B. könntest du mit einer Wasserwaage o.ä. die Vertiefung überdecken und so die tiefste Stelle finden)
5. Kannst du in den Kamenitzas Mineralieneinschlüsse erkennen? Wenn ja welche?
6. Gibt es auf der unteren Aussicht auf Kamenitzas?
7. Fertige ein Foto deines Experimentes an und füge es dem Log bei!
Ihr dürft nach dem Absenden der Antworten per Mail an mich sofort loggen. Sollte etwas nicht stimmen werde ich mich melden.
Viel Spaß wünscht euch der Sandsteinschinder!
Hinweis: T4-im Zugang ist eine Leiter zu überwinden (Foto), geeignetes Messwerkzeug nicht vergessen, https://rechneronline.de/pi/ellipse.php