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Saukogel-Beton (eine Weihnachtsgeschichte) Traditional Cache

Hidden : 12/19/2019
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Hier möchte ich Euch einen kleinen Lost Place mit schöner Aussicht zeigen, den ich bei einer Wanderung gefunden habe. Da ich heute auf der Teichalm bei einem anderen Cache im Listing gelesen habe, dass „diese Liesdings sowieso keiner mehr liest“, war es das mit dem Lesen auch beinahe schon wieder.

Obwohl andererseits die Geschichte, wie ich zu diesem Platz kam, schon bemerkenswert ist. OK. Wir machen es so: wer nur schnell den Tradi beim LP besuchen gehen möchte, hört nach den Hinweisen zum Lesen auf, wer mehr Zeit hat, scrollt nach unten und kann die ganze Geschichte lesen.

 

HINWEISE:

  • Der Zugang vom Parkplatz ist nur kurz, empfehlenswert ist aber eine längere Wanderung in dieser schönen Gegend.
  • Wegpunkt beachten, von dort führt ein Forstweg direkt zum Ziel.
  • Keine Zäune überklettern.
  • Bei Schnee (hier zählt nur der natürliche, nicht der Kunstschnee,) kann es sein, dass die Dose unzugänglich ist.
  • Es handelt sich um einen Petling mit Logbuch.
  • Stift zum Loggen bitte selber mitbringen.
  • Es gibt ein Spoilerfoto.
  • Bitte wieder in der Tiefe Verstecken und ausreichend tarnen, auch von oben.
  • Bei Problemen oder Verbesserungsvorschlägen bitte Kontaktaufnahme per Message Center oder eMail.

 

Viel Freude beim Suchen!

 

 

 

 

Neugierig auf die ganze Story?

Na gut.

Also aufgepasst.

Es ist wie gesagt eine bemerkenswerte Geschichte, die ich zu erzählen habe. Heute hatte ich eine vorweihnachtliche Wanderung im Sommeralm- und Teichalmgebiet geplant. Der Grund lag auf der Hand: in der letzten Woche vor Weihnachten können manche Bäume und andere Dinge hier in der Gegend nämlich sprechen, müsst ihr wissen. Und ich hatte mir fest vorgenommen, die großen Fragen des Daseins zu ergründen, denn ich war schon ganz unglücklich, sie immer noch nicht gefunden zu haben - die elementaren Dinge: Gerechtigkeit. Glück. Zufriedenheit. Weisheit.

Und so ging ich vom Plankogel kommend nach Westen und kam bei einem Baum vorbei, der vom Blitz getroffen worden war (wer ihn besuchen möchte: ihr findet ihn ungefähr hier: N47° 21.555 E015° 31.553). Als ich vor dem Baum stand, sagte ich zu ihm „Na, eiskalt erwischt, was?“ Der Baum hat trocken geantwortet: „Nein, nicht eiskalt. Es war sogar ziemlich warm, als der Zorn Gottes mich erwischt hat.“ Ich erzählte dem Baum von meinem Problem, die elementaren Antworten nicht zu kennen und fragte ihn nach der Gerechtigkeit. Der Baum sagte nur: „Gerechtigkeit? Schau mich an, ich bin vom Blitz getroffen worden und der Baum neben mir nicht. War das gerecht? Und interessiert es irgendjemanden? Nein, tut es nicht. Also lass mich in Ruhe!“

Blitzbaum

Das war die erste Erleuchtung für mich: Es interessiert keinen, ob etwas gerecht ist oder nicht.

Also wollte ich dem weisen Baum für sein kluges Gleichnis danken und ihn mit einem weihnachtlichen Petling behängen. Doch er sagte forsch: „Nein! Pack das weg. Kennst Du denn nicht die Abstandsregel? Keine 50 Meter von mir entfernt liegt der Geocache „Sommeralm – Kerschbaumalm“! Aber wenn Du schon dabei bist, Dir Ratschläge zu holen, solltest Du auf den Osser gehen, dort gibt es ein Gipfelkreuz mit Weitblick. Jetzt verzieh Dich aber.“ Ich dankte dem Baum nochmals für seine Weisheit und machte mich auf den Weg zum Osser (übrigens hier: N47° 20.657 E015° 30.061).

Dort oben angelangt sprach ich gleich das Gipfelkreuz an: „Serwas! Alles senkrecht?“ Das Gipfelkreuz antwortete gelangweilt „Haha, sehr lustig. Hast Du ein Gipfelkreuzewitzebuch gefressen oder was? Und was willst Du hier überhaupt?“ Ich erzählte ihm von meiner Suche nach den elementaren Fragen und dass mich der geblitzte Baum zu ihm geschickt hatte, um nach dem Glück zu fragen. „Glück?“ sagte das Gipfelkreuz, „Komm mir nicht mit Glück! Was ist Glück denn? Ich wollte nur als Baum meine Ruhe haben und war glücklich, dann kommt ein Kerl mit einer Kettensäge, schneidet mich ungefragt um und macht ein Gipfelkreuz aus mir. Jetzt steh ich hier an einem der höchsten Punkte und blicke weit in die Gegend. Sehe vieles. Manches davon will ich aber nicht sehen, anderes aber schon. War es also ein Glück, dass ich zum Gipfelkreuz wurde?“ Das stimmte mich nachdenklich und nach einigem Überlegen erwiderte ich: „Glück ist also, was man daraus macht?“. Das Gipfelkreuz grinste (ja, wirklich, Gipfelkreuze können grinsen – beobachtet einmal, wie sie dreinschauen, wenn man zu ihnen hinschnauft wie eine alte Dampflok, dann grinsen sie ganz besonders breit). Dann sagte es: „Nein, das was Du sagst ist eine Floskel. Ob mein Schicksal nun Glück ist oder nicht…hab keine Ahnung, ist auch egal, denn ich kann es eh nicht ändern.“ „Naja“ erwiderte ich, „dann ist es letztlich ja doch, was man aus dem macht, das man nicht ändern kann, oder?“ Das Gipfelkreuz schwieg. Diese schweigende Zustimmung brachte mir die zweite Erkenntnis: Glück ist, wenn man schweigend dem zustimmen kann, was man nicht ändern kann.

Also wollte ich dem weisen Gipfelkreuz für sein kluges Gleichnis danken und es mit dem weihnachtlichen Petling behängen. Doch das Gipfelkreuz winkte ab (auch das können Gipfelkreuze, ehrlich!) und sagte „Abstandsregel! Weniger als 40 Meter von mir entfernt liegt der Geocache Osser/Teichalm. Aber wenn Du noch mehr Antworten suchst, besuche die grantige Quelle da unten im Graben.“ Also packte ich den Petling wieder ein und ging zum Quell der Weisheit (N47° 20.707 E015 30.927).

Der Quell sprudelte vor sich hin, als ich mich ihm näherte. „Guten T…“ setzte ich an und wurde gleich jäh unterbrochen: „Schon wieder so ein nach Weisheit gierender Jammerlappen mit irgendwelchen Problemen. Habe ich nicht einmal im Winter meine Ruhe!?“. Hui, dachte ich mir, wenn die Quelle schon so drauf ist, wie wird dann erst der Fluss – naja, das könnt ihr euch zwischen hier und Györ ja selbst anschauen. Jedenfalls gluckerte die Quelle los „So, bringen wir den Blödsinn hinter uns. Was suchst Du? Sicher Zufriedenheit, oder? Das suchen alle diese Idioten. Also: Hast Du zwei gesunde Beine, die Dich hierherbrachten?“ „Ähh, ja“ antwortete ich. „Und hast Du eine todbringende oder verstümmelnde Krankheit?“ „Ähh, nein, ich hoffe nicht.“ war meine Antwort. „Und hat Du genug zu essen und ein Dach über dem Kopf?“ „Ja, schon.“ sagte ich. Daraufhin spritze die Quelle mich von oben bis unten nass, lachte dreckig und sagte: „Dann sei zufrieden! Und jetzt verzisch Dich!“

Geblendet von der Übermacht dieser Erkenntnis wollte ich der Quelle meinen weihnachtlichen Petling anvermachen, wurde aber neuerlich nassgespritzt (diesmal auch mit Schlamm – oder schlimmer, schlammer, wasauchimmer…) und brüsk zurechtgewiesen: „Abstandsregel! Du stehst neben dem Cache Raabursprung! Und jetzt mach endlich, dass Du weiterkommst. Such von mir aus noch den Sendemasten auf, der schnappt viel auf, geh ihm auf die Nerven.“ Damit versiegte die Weisheit der Quelle und ich ging zum Sendemast (falls es jemanden interessiert: N47° 20.619 E015 33.086).

Als ich, vorbei an den Wetterkreuzen, zum Sendemast kam, erwartete er mich bereits und sagte fröhlich „Ich krieg hier alles mit, mein Freund. Guter Ausblick. Und natürlich Sendungsbewusstsein. Ich hab schon Beschwerden gehört, dass Du hier allen möglichen Kollegen auf die Nerven gehst auf der Suche nach Weisheit, deswegen lass mich gleich zur Sache kommen. Das Wichtigste ist die Wurschtigkeit. Nimm mich zum Beispiel, ich bin ein hoher Sendemast. Aus Metall, dünn, Blitzableiter. Regen – is ma wurscht. Schnee – juchee. Sturm –blunzn. Hagel – egal. Blitz – macht mir nix.“ Also, der Schlüssel zur Weisheit ist, dass Du Dich nicht aus der Ruhe bringen lässt und die Widrigkeiten des Daseins an Dir abprallen.“ Nun war ich endgültig hin und weg von der überbordenden Weisheit des Sendemasten und wollte ihm meinen Petling umhängen. Der Sendemast protestierte „Nein!“ Aber ich hatte bereits nachgeschaut und herausgefunden, dass hier im Umfeld nichts liegt und konterte sofort „Ha! Hier wird die Abstandsregel eingehalten, ich hab nachgeschaut!“ Der Sendemast erwiderte: „Was für eine Regel? Nein, ich bin als gefährliches Terrain ungeeignet. Sonst klettert am Ende noch jemand hinauf und wird vom Blitz getroffen, weil er nicht weiß, was eine T-Wertung ist.“ „Oh.“ sagte ich, „na, dann geh ich halt wieder.“

Nach einigen Schritten kam ich zu einem vergessenen Betonklotz Ich dachte mir: Kein Mensch braucht ihn noch und er braucht nichts – ist er deswegen zufrieden? Keiner interessiert sich für ihn, ist das gerecht? Niemand redet mit ihm und er schweigt deswegen immerzu –ist er glücklich? Ihm sind alle Witterungseinflüsse egal – ist er deswegen weise?

Ich konnte alle diese Fragen nicht beantworten, den Betonklotz schwieg und ich dachte an Goethe – da steh ich nun ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor. Aber ich schmückte den Betonklotz mit meinem Petling und ein paar Zapfen und er begann zu leuchten. Ein Weihnachtswunder! Oder vielleicht doch nur das Fernlicht eines vorbeifahrenden Autos?

So, das war‘s. Eine komische Geschichte, oder?

 

Wer sie mir nicht glaubt, soll die Runde nachwandern und es selbst herausfinden, funktioniert aber nur in der Woche vor Weihnachten. wink

Und wer es nun bereut, die ganze Geschichte gelesen zu haben, darf gerne eine bessere in sein Log schreiben.

Additional Hints (Decrypt)

Wr teöffre zna vfg, hzfb yrvpugre trug rf

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)