C.L.R.: "Die letzte Ruhe für den Cache ohne Namen – oder: Warum eigentlich dieser Namen?
Nun also der endgültige Abschied von CLR#19: Geocache ohne Namen*). Ein Mystery, der nie heißen durfte, was er eigentlich hätte heißen wollen – und dessen kreative Namensvorschläge im Keim erstickt wurden wie pubertäre Wortspiele im Religionsunterricht. Die Betatester haben ja bekanntlich jeden meiner Versuche abgewehrt, der auch nur entfernt nach „Schlüpfrigkeit“ roch. „Ein flotter Dreier“? Verboten. „Ein griechischer Dreier“? Katholisch nicht einmal googlbar. Und so stand der Cache am Ende nackt da. Komplett namenlos. Ein kleines, pythagoreisches Waisenkind .
Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Ideen zum Cachet: Ein Mystery über Pythagoreische Tripel. Schön mathematisch, klar strukturiert – theoretisch. Praktisch aber so, wie es mit meinen Mysteries eben ist: Ich schreibe ein Listing, denke mir „Naja“, schreibe es noch einmal, denke mir „Schande .... wohin entwickelt sich das nur“, und nach dem dritten Mal überlege ich mir, ob ich nicht doch lieber ein neues Hobby anfangen sollte. Stricken, vielleicht. Oder Professionelles-Löcher-in-die-Luft-Starren. Aber selbst da würde meine Phantasie wahrscheinlich früher oder später abdriften.
Sechs Jahre hat dieser Cache durchgehalten. Sechs Jahre voller Sucher, Rätsler, Verwirrter – und vermutlich auch einer Handvoll Leute, die einfach zufällig vorbeigeradelt sind und dachten: „Hier hängt sicher was am Baum!“
Doch die Fundlogs wurden seltener, meine Motivation hat die Kurve der globalen Durchschnittstemperatur invers abgebildet, und irgendwo zwischen Realismus und schwarzem Humor kam dann der Gedanke: Es ist Zeit.
Meine gelebte Erfahrung mit koordinatentauschenden Punktesammlern möchte ich übrigens hier nicht mehr erörtern – allein die eine oder andere Formulierung in den Logs klingt gleichzeitig nach Krimi, Groteske und tragischer Dokumentation.
Trotz allem – oder gerade deswegen – bleibt dieser Mystery in meiner persönlichen Erinnerungsliste ... und vielleicht auch beim einen oder anderen Finder irgendwo zwischen „durchgeknallt“, „absurd“ und „ich bin stolz, das wirklich selbst gelöst zu haben“. Denn ja: Ein C.L.R.-Rätsel öffnet neue Blickwinkel, zwingt einen zum Denken, manchmal auch zum lautlosen Fluchen, aber am Ende fühlt man sich, als hätte man etwas tatsächlich geschafft. Und dieser Cache hat genau das getan.
Canis lupus rubicundus