Die meisten Menschen im Früh- und Hochmittelalter kannten keine Uhr und den Lauf der Zeit nahmen sie grundlegend anders wahr als wir heute. Die Zeit war vor allem der naturgegebene Übergang von Tag und Nacht sowie der Wechsel der Jahreszeiten. Die Menschen erlebten die Zeit nicht als etwas Lineares, etwas Voranschreitendes, sondern betrachteten sie als einen ewigen Kreislauf. Um Zeitpunkte zu benennen, sagten die Menschen: "nachdem der Hahn gekräht hat", "in der größten Mittagshitze", "bei Einbruch der Dunkelheit", "nach Sonnenuntergang" oder "mitten in der Nacht". In einer Epoche, in der fast alle auf dem Land und von der Landwirtschaft lebten, reichte dieses grobe Zeitraster völlig aus. Anders war es auch in der Antike nicht gewesen, als Griechen und Römer zwar Wasseruhren kannten, die Mehrheit der Menschen aber ohne genaue Zeitangaben lebte.
Ganz anders die Mönche in den Klöstern, die seit dem frühen Mittelalter prosperierten: Die Ordensbrüder entdeckten schnell das Bedürfnis, die Zeit genauer und vor allem in kleineren Einheiten fassen zu können. Denn der italienische Abt Benedikt von Nursia, Gründer des Benediktinerordens, hatte im Jahr 529 in den Ordensregeln feste Zeiten gefordert für die Gebete, die Lesungen aus der Heiligen Schrift, für Mahlzeiten, Arbeit und Schlaf. Um diese Vorschriften einzuhalten, gab es für die folgsamen Brüder nur eine Möglichkeit: Die Zeit musste genau gemessen und strikt eingeteilt werden. Also wurde der Tag in Stunden aufgesplittet - allerdings anders, als wir es heute kennen.
Die Mönche zerlegten jeden Tag und jede Nacht in zwölf exakt gleiche Abschnitte. Dabei verstanden sie unter einem Tag den Zeitraum, an dem es hell war, und unter einer Nacht die Zeit, zu der es dunkel war. Dadurch waren die sogenannten temporalen Stunden je nach Jahreszeit unterschiedlich lang, eine Tagstunde etwa dauerte im Sommer bis zu 80, im Winter dagegen nur rund 40 Minuten. Allein jeweils am 21. März und 21. September, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, entsprach eine damalige Stunde einer unserer heutigen äquinoktialen Stunden.
Um den Ablauf zu bestimmen, setzten die Mönche unterschiedliche Zeitmesser ein:
- Sonnenuhren, die mit dem Schatten eines Stabes die Tageszeit verkündeten;
- Wasseruhren, bei denen in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Menge Flüssigkeit von einem Gefäß in ein anderes lief, und so die vergangene Zeit erfasst wurde;
- Öllampenuhren, deren Ölverbrauch die jeweils vergangene Zeit anzeigte;
- Kerzenuhren, bei denen das Herunterbrennen des Wachses einen Zeitraum bestimmte.
Die erste urkundliche Erwähnung einer mechanischen Uhr stammt nach heutigem Wissen aus dem Jahr 1335. Das technische Meisterwerk war damals in der Kapelle des Mailänder Palastes der Visconti zu besichtigen. An kirchlichen oder öffentlichen Gebäuden angebrachte Stadtuhren wurden nun zum Symbol für die neue Zeitrechnung. Im Jahr 1336 installierten Handwerker an der Kirche San Gottardo in Mailand die erste Turmuhr, die durch ihren Glockenschlag alle 24 Stunden des Tages angeben konnte. Nur wenige Jahre später, 1344, wurde in Padua am Turm des Stadtherrenpalastes eine ähnliche Uhr montiert. Rasch folgten Städte außerhalb Italiens wie London oder Avignon. Auch in deutschen Landen tauchten nun erstmals öffentliche Zeitanzeiger auf: 1364 wurde in Augsburg eine für die Bürger sichtbare Uhr in Gang gesetzt, 1375 in Hamburg, 1385 in Köln. Die erste öffentliche Uhr in Österreich war jene aus dem Jahr 1415 am Südturm des Stephansdoms zu Wien.
Mitte des 16. Jahrhunderts tauchten dann auch in Graz die ersten öffentlichen Uhren auf. Kaiser Ferdinand I. holte Domenico dell’ Allio in die Stadt, der den Haupttrakt des Landhauses, der im Jahr 1500 nach Blitzschlag abgebrannt war, bis 1563 neu erbaute. Er errichtete im Landhaushof der Mode der Zeit entsprechend einen Uhrturm, der durch eine Stiege in den ersten Stock zur „Landstube“ führte. Doch schon 21 Jahre später hatte man andere Ideen und riss den Turm wieder ab – einzig die Stiege blieb erhalten. Heute steht die Landhauskapelle auf den Fundamenten dieses Turms. Als Ersatz wurde vom Zimmermeister Valentin Wildauer 1586 ein hölzerner Dachreiter auf das Dach des Landhauses gesetzt und dort die Uhr vom ehemaligen Hofturm angebracht.
Die wohl berühmteste öffentliche Uhr von Graz ist der Uhrturm am Schloßberg. Aufzeichnungen belegen, dass an der Stelle bereits im 13. Jahrhundert ein Turm stand. Das Grazer Wahrzeichen existiert also schon mehr als 700 Jahre. Nachdem die 24-Stunden-Zählung im Spätmittelalter schließlich an Bedeutung gewann, bekam der Turm im Jahre 1569 ein Uhrwerk verpasst. Zunächst allerdings ohne Minutenzeiger. Der Zeitpunkt der Einfügung der Minutenzeiger am Grazer Uhrturm ist nicht genau bekannt. Sicher ist jedoch, dass die 1569 gebaute Uhr nur einen großen Stundenzeiger besessen hat. Der Minutenzeiger kam wahrscheinlich im Jahr 1712 hinzu, als eine von Sylvester Funck gebaute Pendeluhr die alte ersetzte und bis heute ihren Dienst tut. Der Uhrturm wurde 1809 nach der französischen Belagerung von den Grazer Bürgern freigekauft und nicht wie die restliche Festungsanlage auf dem Schloßberg geschleift.
Auch die meisten Kirchturmuhren waren bis ins 18. Jahrhundert nur mit einem Stundenzeiger ausgestattet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen Uhren an anderen Gebäuden wie Amtshäusern dazu, und infolge der gestiegenen Notwendigkeit, die exakte Uhrzeit zu kennen, etablierte sich der heutige Standard mit Stunden- und Minutenzeiger.
Dieser Mystery möchte dir die Uhren von Graz zeigen. Deine Aufgabe ist es, die im Listing (oder hier als *.pdf - ACHTUNG dieser Link verbindet dich auf eine externe Seite!) befindlichen Uhren im Bezirk Innere Stadt zu finden. Am Standort der Uhrenaufnahme, der bis zu 200 Meter von der Uhr entfernt sein kann, findest du eine der Bodenaufnahmen. Die Variable der Uhr ist der Wert des Bodens.
Wäre also beispielsweise das Foto vom Uhrturm dort gemacht worden, wo am Gehsteig das Kinderwagensymbol zu finden ist, dann wäre A = 9836. Klingt wieder einmal kompliziert ... ist es aber nicht ... du wirst sehen!


Wenn du alle Bilderpärchen gefunden und richtig zugeordnet hast, dann wird dir diese Formel helfen, den finalen Petling zu finden:
Final: N 47° (A+C-E+G-I+K)/1000 E 015° (B+D+F+H+J+L)/1000
Ich möchte mich bei der "SOKO Halli Galli" für die Unterstützung und die Betatests bedanken. Auf viele weitere schöne Stunden!
"Dosenlos"-Klausel: Mir ist klar, dass es teilweise mühsam, zeitaufwendig und frustrierend ist, Mysteries zu lösen. Manchmal steckt man einfach fest und hat keine Idee, wie es anfangen oder weitergehen könnte. Für meine Caches darf ich daher die Einladung aussprechen, mich jederzeit mit allen Fragen zu kontaktieren. Ich helfe gerne und finde es besser, als die Koordinaten von einem Vorfinder zu schnorren. Alle, denen auch das noch zu strapaziös ist, lade ich ein, meine Caches einfach online zu loggen, ohne bei der finalen Dose gewesen zu sein (also quasi "dosenlos"). Mit 2 kleinen Bitten: Erstens nicht vor dem FTF und zweitens mit einem Datum vor dem Veröffentlichungstermin. Dies kann dann auch gern ein Kurzlog sein.
