Der Cache befindet sich auf dem so genannten Nordring, einer Bahnstrecke, die nördlich rund um München herumführte. Die Trasse war hauptsächlich für den Güterverkehr bestimmt und sollte einen riesigen Rangierbahnhof zwischen den Münchner Stadtteilen Allach sowie Milbertshofen bedienen.
Geplant war ein monumentaler Bahnhof
Dieses Vorhaben hatte nach den Recherchen des Historikers Andreas Knipping nicht nur pragmatische Gründe. Für die „Hauptstadt der Bewegung“ wollte Hitler einen monumentalen Bahnhof mit einer 141 Meter hohen Kuppel errichten lassen. Er sollte nahe der heutigen Friedenheimer Brücke entstehen. Der Güterverkehr sollte raus aus der Stadt. Deshalb bauten die Nazis eine 6,7 Kilometer lange Bahntrasse. Diese zweigte bei Emmering von der Linie der heutigen S 4 ab und führte nach Olching, wo sie an die Güterbahn angeschlossen war. Davon ist noch erstaunlich viel übrig. Neben der Hitlerbrücke gibt es noch ein Bauwerk über den Starzelbach sowie eine Brücke über die Bahnstrecke München-Augsburg. Über letztere führt heute ein Fußweg. Knipping bezeichnet sie als „stabilste Fußgängerbrücke Deutschlands“.
Alter Bahndamm noch zu sehen
Auch der ursprüngliche Bahndamm mit den Schottersteinen ist noch in großen Teilen erhalten. Am deutlichsten sieht man das im äußersten Nordwesten von Gröbenzell. Dort durchschneidet der Damm die Gemeinde förmlich – nur eine schmale Röhre, die sich der Ascherbach und Radfahrer teilen, durchsticht den Wall. Rund vier Jahrzehnte standen noch zwei weitere Brücken der ehemaligen Bahntrasse. Über die zur Hitlerbrücke baugleichen Betonkonstruktionen führten die Straßen zwischen Olching und Eichenau sowie zwischen Olching und Gröbenzell. Tragische Ironie: Auf den längst überflüssigen Brücken ereigneten sich laut Knipping mehrere tödliche Unfälle auf Glatteis. Über die Hitlerbrücke selbst, die sich über die NS-Bahn spannte, ist nie Verkehr geflossen.
Bahnstrecke bald wieder stillgelegt
Und auch die Bahnstrecke selbst stand unter keinem guten Stern. 1939 eröffnet, wurde sie zehn Jahre später wieder stillgelegt. „Sie ist damit eine der kurzlebigsten Strecken in ganz Deutschland“, sagt Knipping. Der Eichenauer kennt auch den Grund: Auf der Bahntrasse von und nach Lindau wurden nie viele Güter transportiert. Und die Schienen wurden nach dem Krieg anderswo benötigt.
Knipping weiß auch um ein besonders trauriges Kapitel der kurzen Bahnstrecke. Ende April 1945, also kurz vor Kriegsende, verluden die Nazis irgendwo auf offener Strecke rund 13 000 KZ-Häftlinge, die sie zuvor auf so genannte Todesmärsche geschickt hatten. Sie wurden später in Seeshaupt von den Amerikanern befreit.
Quelle: tz, Andreas Knipping