DIE Berliner Mauer ist jedem bekannt. Sie ist aber nicht die einzige. Dass Berlin bereits früher von einer Mauer umgeben gewesen war, nimmt man nicht mehr wahr. Man kann es jedoch erahnen, weil es im Innenstadtbereich viele Tor-Ortsbezeichnungen gibt. Auch das heutige repräsentative Brandenburger Tor war einst Bestandteil dieser Mauer. Die Mauer diente jedoch nicht primär der Verteidigung, wie es in mittelalterlichen Städten erforderlich war, sondern sie wurde 1734 unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. als Akzisemauer fertiggestellt. Das bedeutete Zollerhebung an den Toren, sollte ausufernde Desertierungen verhindern, diente aber auch restriktiven Zutrittsregeln. Man fühlte sich abkassiert, eingesperrt, ausgesperrt oder diskriminiert und die Mauer wurde vielfach gehasst. In der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Stadt beträchtlich wuchs, wurde sie mit 4 weiteren Torbauten ergänzt. Die Mauer wurde erst obsolet, als die Stadt rasant immer weiter über diese Mauer hinaus wuchs. So wurde sie 1862 sehr schnell abgetragen und alsbald vergessen.
Das für stadtgeschichtlich Interessierte sehr empfehlenswerte Buch "Die Berliner Akzisemauer" von Helmut Zschocke widmet sich der Sammlung vieler historischer Details und einer Rundgangsbeschreibung entlang der weithin vergessenen Mauer.

Bildquelle: Wikimedia Commons
Die Aufgabe
Diese Letterbox soll euch den Verlauf der Berliner Akzisemauer und die Lage der ehemaligen Stadttore näherbringen. Wanderfans können die etwa 17 km durchaus hintereinanderweg schaffen. Aber natürlich geht das auch geruhsam mit Öffi, dem Rad, in mehreren Etappen oder als Einzelsammlung in beliebiger Reihenfolge. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Strecke im Stadtgebiet auch lärmenden Straßenzügen folgt. Sie haben sich schließlich aus den ehemaligen Verbindungen entlang der ehemaligen Mauer entwickelt.
Sucht an den Etappenzielen das Straßen- bzw. Stationsschild, das zu einem der Fotos passt. Genau von diesem Schild aus findet ihr mit den Peilungsangaben aus dem Text meist ganz in der Nähe eine Wasserschild-Nummer. Die Peilung ist bis auf Ausnahmen so kurz, dass sie auch ohne Technik gelingt. Ein kundiger Blick auf einen eingenordeten Stadtplan, zur Sonne oder auf einen klassischen Magnetkompass funktioniert zuverlässiger als sich mit hopsenden GPS-Koordinaten herumzuärgern.
Zur Kontrolle gibt es jeweils einen Quersummencheck. Auch das Arbeitsblatt mit allen komprimierten Suchinformationen auf einer Druckseite und ein Fotoblatt können euch unterwegs die "Arbeit" erleichtern.
Falls Zahlen der Aufkleberitis, einer Sprühattacke oder baulichen Veränderungen zum Opfer gefallen sind, benachrichtigt mich bitte zeitnah via Message-Center.
Die Stationen

Ortskundige werden sicher schon vorab erkennen, welches Foto zu welchem Tor gehört, aber vor Ort wird man dennoch erst die richtige Perspektive suchen müssen, um das richtige der oft mehrfach vorhandenen Straßen- oder U-Bahnschilder zu finden.

Hier am Start ist das einzige nennenswerte echte Überbleibsel der Mauer sichtbar. Es wurde im Rahmen der Neubebauung restauriert und in die Architektur integriert. Schaut man durch das Gitter auf den Hof oder trifft sogar auf einen offenen Zugang, bekommt man ein Gefühl für die Gestaltung und Wuchtigkeit der Mauer. Praktisch fristet dieses einzige Originalzeugnis der Stadtmauer ein in der öffentlichen Wahrnehmung unbeachtetes Dasein. Inzwischen gibt es hier jedoch eine Infotafel und deshalb beginnt der Rundgang auch hier.
*** Geht vom passenden Schild 6m nach NW (310°).
*** Dort findet ihr an der Wand ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer Wasser als N1 (2-stellig, Quersumme 16)
Geht nun südöstlich die Hannoversche Straße entlang bis zur Ampelkreuzung
Um den Ort als Tor etwas in Erinnerung zu halten, hatte man in späteren DDR-Zeiten die leere Nordgiebelwand an der Ecke mit einem Tormotiv geschmückt, das wie aus Bauklötzen zusammengesetzt schien. Es ist jedoch inzwischen kaum mehr erkennbar. Die Oranienburger Straße führt von hier ins alte Zentrum hinein. Der Straßenzug der Torstraße führte außen an der neueren Mauer entlang. Die nahe, parallel führende Linienstraße war der Weg an der ursprünglichen Palisade. Sie ist zu einer Fahrradstraße umgebaut worden und der angenehmere Weg für die weitere Wanderung.
*** Geht vom passenden Schild 16m nach NNO (30°).
*** Dort findet ihr an der Ampel ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer Wasser als E1 (4-stellig, Quersumme 23)
Geht nun nach Süden in die Friedrichstraße, gleich links in die Oranienburger Straße, wiederum gleich links in die Linienstraße bis zur Kleinen Hamburger Straße, von dort nach links bis zur Kreuzung.
Dieser unauffällige Ort ist heute kein Stadtplatz mehr und die Bezeichnung ist aus dem Berliner Sprachgebrauch gänzlich verschwunden. Stadteinwärts schließt sich die bedeutungslose "Kleine Hamburger Straße" an. Das Tor war ein Durchlass im Armenviertel. Hier entstanden die ersten frühen Mietskasernen und vor dem Tor arbeitete der Scharfrichter.
*** Geht vom passenden Schild 14m nach OSO (110°).
*** Dort findet ihr an einem Mast ein Hydranten- und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als N2 (4-stellig, Quersumme 19)
Geht nun die Torstraße ostwärts bis zur Ampelkreuzung mit 5 Einmündungen.
Die stadtinnere Rosenthaler Straße führte hier zum gleichnamigen Tor. Hier spricht man heute nur noch vom Rosenthaler Platz und nicht mehr vom Tor. Das Rosenthaler Tor war eines der wenigen repräsentativen Schmucktore und leitete unter anderem zum bereits damals angelegten Gesundbrunnen und Luisenbad hinaus.
*** Geht vom passenden Schild 10m nach WSW (250°).
*** Dort findet ihr an der Wand ein Wasserschild und ein gelbes Gasschild.
*** Notiert die Registriernummer Wasser als E2 (4-stellig, Quersumme 10)
Geht nun die Torstraße entlang bis zur nächsten Ampelkreuzung.
Die "Alte Schönhauser Straße" geht hier in die "Schönhauser Allee" über. Das stilisierte rechteckige Tor am Hauteingang des grünlichen Bürogebäudes soll ein moderner Bezug auf das einstige Tor sein. Einst gab es hier ein einfaches Zwecktor, vor dem sich stadtauswärts viele Brauereien und Lokale ansiedelten. Die Wohnbebauung verbesserte sich hier im Gegensatz zu den prekären Verhältnissen am Hamburger Tor und es wurde zum Beispiel "gemeinnütziges" Wohneigentum anvisiert.
*** Geht vom passenden Schild 40m nach S (190°).
*** Dort findet ihr an einem Mast ein Hydranten- und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als N3 (4-stellig, Quersumme 13)
Geht nun die Torstraße entlang bis zur nächsten sehr großen Ampelkreuzung, an der sich Straßenbahnen kreuzen.
Neben dem Rosenthaler und Halleschen war das Prenzlauer Tor eines der drei Tore, durch die Juden die Stadt betreten oder verlassen durften. Es wurde deshalb auch Judentor genannt und ist ein Zeugnis des damaligen Antisemitismus. Außerstädtisch ist der anschließende Hang am Barnim erwähnenswert, der zunächst ein Mühlenberg war, später mit einem Hochbecken der Wasserversorgung diente und wegen der hier möglichen Unterkellerung Brauereien anlockte - heute als Prenzlauer Berg bekannt.
*** Geht vom passenden Schild 14m nach SW (220°).
*** Dort findet ihr an der Wand ein Hydranten- und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als E3 (5-stellig, Quersumme 21)
Geht nun die Prenzlauer Allee entlang Richtung Nordosten, biegt rechts vor der Tankstelle ab und geht über den Berg bis zur Kreuzung hinunter im Tal. Das Kunstwerk mit dem Balanceakt vor der Tankstelle mag man sich vielleicht als Referenz an das ehemalige Tor vorstellen.
Die winkelige Mauerführung über den Berg war hier Folge eines Gezänks um Friedhofs- und Kirchenflächen. Das Tor bewachte eine geradlinige Ausfallstraße vom alten inneren Festungstor, das nach dem fernen Königsberg führte. Es wurde jedoch topografisch naheliegender zunächst Bernauer Tor genannt. Nachdem der preußische König Friedrich Wilhelm III. nach seiner Flucht vor Napoleon durch dieses Tor wieder nach Berlin zurückkehrte, erhielt es den Namen Königstor.
*** Geht vom passenden Schild 68m nach OSO (120°).
*** Dort findet ihr geländerseitig am Mast ein Hydranten- und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als N4 (5-stellig, Quersumme 27)
Im Südosten befindet sich der Friedrichshain mit dem Eingang zum Märchenbrunnen. Der Weg führt nun rechts davon immer am Park entlang über den Hügel und über die Straßenbahngleise hinüber. Für Wanderer ist es empfehlenswert, einen kleiner Schlenker durch den Park zu machen.
Der Ort des Tores an der nach Altlandsberg führenden Straße hat sich im Laufe der Zeit verschoben. Mit der Erweiterung vom Palisadenzaun zur festen Mauer rückte es weiter nach draußen. Heute ist die ursprüngliche Lage an der Straßenführung nicht mehr genau zu erkennen. Das Landsberger Tor stand anfangs stark im Zeichen des Viehhandels. Gegen Ende der Mauerstandzeit wurde außerhalb um 1847 hier der Friedrichshain als östliches Gegenstück zum Tiergarten angelegt. Im weiteren Verlauf an der Friedenstraße befinden sich große Friedhöfe, die damals vor der Stadtmauer angelegt wurden. Der heutige Platz der Vereinten Nationen dominiert das Areal und so ist auch die Bezeichnung des Landsberger Tores aus dem Sprachgebrauch verschwunden.
*** Geht vom passenden Schild 34m nach S (190°).
*** Dort findet ihr an einem Mast 6 grüne und 2 blaue Wasserschilder.
*** Notiert die kleinere blaue Registriernummer als E4 (4-stellig, Quersumme 21)
Geht nun in Verlängerung des vorigen Abschnitts immer weiter geradeaus, bis die Straße einen Knick nach rechts macht.
Im Namen der Palisadenstraße schlägt sich heute noch nieder, dass die Akzisemauer anfangs lediglich als Holzkonstruktion ausgeführt war. An der Straßenführung und alter Karten ist deutlich zu erkennen, dass beim begradigenden Bau der festen Mauer entlang der Friedenstraße einiges Land zur Stadt hinzugenommen wurde.
*** Hinweis vom 11.3.24: Da hatte doch jemand im Februar 21 das Straßenschild "Palisade..." abgeschraubt. Inzwischen ist ein Ersatz installiert, das nur ein wenig anders aussieht, als das Bild auf dem Foto. Wegen der geringfügigen Abweichung belasse ich es aber beim ursprünglichen Bild.
*** Geht vom passenden Schild 32m nach S (180°).
*** Dort findet ihr an der Wand ein Hydranten- und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als N5 (4-stellig, Quersumme 17)
Geht nun weiter bis zur Ampelkreuzung, diagonal hinüber und stadtauswärts bis zum Ende des ersten Prachtbaublocks.
Anmerkung: Die Mauer selbst führte ein Stück in den Weidenweg hinein und knickte etwa in der Mitte des Wohnblocks nach rechts ab. Folgt aber lieber dem sicheren Weg über die Ampel!
Durch das Errichten der Prachtallee in den Fünfzigern erinnert gar nichts mehr daran, wo einmal das ursprüngliche Frankfurter Tor stand. Als die Mauer gebaut wurde, umschloss sie hier noch weitläufigeres bäuerliches Gebiet innerhalb der Stadt - die Stralauer Vorstadt. Das Frankfurter Tor wurde immer weiter stadtauswärts gerückt: vom Strausberger Platz etwa hierher und in der Nachkriegszeit symbolisch zur heute bekannten Kreuzung. Dafür gibt es hier abseits noch etwas beinahe Originales zu sehen: das Untergeschoss der Feuerwache, die neben dem Tor stand, wurde in der ursprünglichen Form erhalten und zeugt von der Bauart an der Mauer. Der weitere ländliche Mauerverlauf bis zur Spree hin war lange Zeit mit knapp 2km der längste Abschnitt.
Das heutige Frankfurter Tor ist die große Kreuzung mit den markanten Henselmann-Türmen. Es gehört also nicht in den Rundgang entlang der historischen Akzisemauer.
*** Geht vom passenden Schild 73m nach SW (230°).
*** Dort findet ihr an der Wand ein Hydranten- und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als E5 (4-stellig, Quersumme 7)
Nehmt die lange geradeaus nach Südosten führende Marchlewskistraße bis zur Ampel, an der die Warschauer Brücke über die Eisenbahnanlagen beginnt. Berlin-Besuchern empfehle ich, den abwechslungsreicheren Umweg über das heutige Frankfurter Tor zu nehmen - schöner auf der Nordseite der Frankfurter Allee nach Osten bis zu den Türmen, dann rechts bis zum Beginn der Warschauer Brücke - am besten auf der Mittelpromenade.
Gegen Ende der Mauerzeit nutzte man 1842 das nur spärlich bebaute Areal nördlich der Spree, um hier einen Eisenbahnzugang durch die Mauer bis in die Stadt hinein anzulegen. Alle anderen Strecken endeten bekanntlich in Kopfbahnhöfen außerhalb der Mauer. An der Durchbruchstelle entstand ein Steuerhaus. Der Durchbruch wurde bald dramatisch erweitert und die Mauer ohnehin abgerissen, so dass die 1872 nach dem Mauerfall gebaute Warschauer Brücke bereits fast 30 Gleise überspannte.
*** Geht vom passenden Schild 13m nach S (180°).
*** Dort findet ihr an einem Mast ein Hydranten- und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als N6 (4-stellig, Quersumme 19)
*** Hinweis vom 11.9.23: Hier hat sich durch einen Eigentümerwechsel eine Fassadengestaltung leicht geändert, aber ihr solltet das Foto anhand der anderen Details dennoch leicht zuordnen können
Geht über die Brücke, wechselt an der Straßenbahnhaltestelle zur U-Bahn-Seite und geht hinunter zur Ampelkreuzung.
Das Tor am morastigen Nordufer der Spree war anfangs lediglich der Zugang zur Siedlung nach Stralau. Das kaum ausgelastete Wachpersonal kümmerte sich deshalb gleichzeitig um den benachbarten Oberbaum. Gegen Ende der Mauerzeit baute man hier ein dringend benötigtes 10 ha großes Wasserwerk, später entstand hier das Glühlampenwerk.
*** Geht vom passenden Schild 18m nach SW (220°).
*** Dort findet ihr an einem Mast 2+3 Wasserschilder.
*** Notiert die kleinste Registriernummer als E6 (5-stellig, Quersumme 32)
Geht auf die stadteinwärtige Seite der Brücke
Als erste "Schranke" für den Schiffsverkehr oberhalb der alten Festungsmauer dienten Pfähle mit einem schmalen Durchlass in der Mitte. Dieser wurde nachts von einem mit Nägeln gespickten Baum versperrt. Solch einen Baum gab es auch an der bereits 1724 hier errichteten langen Holzbrücke mit Klappbrücke. Die Stadt erhielt dadurch zwei Einnahmequellen: Zoll für Warenverkehr auf dem Wasser und Brückenzoll für die Spreeüberquerung. Die heutige markante Brücke entstand 1895 im Rahmen der U-Bahnplanung mit Siemens & Halske.
*** Geht vom passenden Schild 185m nach SW (220°).
*** Dort findet ihr an einem Wegweiser ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer Wasser als N7 (5-stellig, Quersumme 21)
Folgt nun dem Straßenschlenker bis zur nächsten U-Bahn-Station.
Die anfangs auf sumpfigem Boden errichtete gewundene Palisade erwies sich als Schwachstelle, die die Österreicher 1767 einfach niederreißen und so in die Stadt eindringen konnten. Vor dem Tor wuchsen durch den Vorteil der Spreenähe (Transport, Wasser, Abwasser) schnell verschiedenste Produktionsstätten: Textilindustrie, Kupfer- und Messingverarbeitung, aber auch die Späthsche Gärtnerei, die Europas größte Baumschule betreibt. Ab hier verläuft heute die U1-Hochbahn entlang des ehemaligen Mauerstreifens.
*** Geht vom passenden Schild 52m nach NW (320°).
*** Dort findet ihr links neben der Tür ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer Wasser als E7 (5-stellig, Quersumme 29)
*** Hinweis vom 27.10.21: Das Tor-Schild vom Schlesischen Tor ist nun in etwas modernisierter Form wieder vor Ort. Es sollte wie vorgesehen gesucht werden können.
Geht nun weiter entlang der U-Bahn bis zum Platz mit der großen Kirche in der Mitte.
Hier war es lange sehr ländlich, obwohl innerstädtisch schon früh vorausschauend das rechtwinklige, allerdings noch lange unbebaute Straßennetz auf dem Köpenicker Feld geplant wurde. Das Köpenicker Tor gehört zu den 4 erst sehr spät eingefügten Toren. Es wurde mit den größten aller Torhäuser geplant, aber praktisch kaum genutzt. Als mit dem Bau des Görlitzer Bahnhofs endlich hier der erwartete Verkehr entstand, war das Ende der Mauer und somit auch des Tores gekommen. Der Görlitzer Bahnhof wird zum Einfallstor für alle Berlin-Einwanderer aus dem Süden und es entsteht im direkten Umfeld eine noch heute spürbare besonders bunte Bevölkerungsmischung.
*** Geht vom passenden Schild 53m nach SW (230°).
*** Dort findet ihr an einem Mast 1+3 Wasserschilder und 5 Gasschilder.
*** Notiert die kleinste Wasser-Registriernummer als N8 (5-stellig, Quersumme 21)
*** Hinweis vom 27.10.21: Nach Info eines Cachers ist das Straßenschild verschwunden, aber man kann anhand der Perspektive den Ort noch ausmachen. Wenn nicht: Das Wasserschild befindet sich bei N 52° 29.968' E 013° 25.881'
Folgt nun der Hochbahn bis zum quirligen Platz mit dem Straßenrondell unter der U-Bahn-Station.
Das Cottbuser Tor wurde bereits 1735 errichtet und gehört zu den ältesten der Ringmauer. Es liegt an einer wichtigen Handelsstraße, aber auch viele Heereszüge durchquerten es auf dem Weg in die Kriege. Der Verkehr wurde hier so stark, dass das Tor nach dem Mauerfall als erstes eingerissen wurde. Die Schreibweise des Namens variierte immens: Cottbusserthor, Cottbusser Thor, Cottbuser Tor, Kottbuser Tor, Cottbuser Tor, Kottbuser Tor, Kottbusser Tor.
*** Geht vom passenden Schild 9m nach SSO (150°).
*** Dort findet ihr an einem Mast ein Hydrantenschild und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als E8 (4-stellig, Quersumme 8)
Geht die Straße an der Hochbahn weiter bis zum rechts abzweigenden Grünzug.
1848 begann man, hier einen Kanal für die Entwässerung des größten noch unbebauten innerstädtischen Areals und für den Transport von Baumaterial und Waren zu bauen. Somit wurde neben den Spreebäumen ein drittes "Wasserthor" erforderlich. Dieser 1926 wegen mangelnder Nutzung und Vermoderung zugeschüttete Luisenstädtische Kanal ist heute mit dem Engelbecken als Prunkstück schön als Grünzug wiedererkennbar geworden.
*** Geht vom passenden Schild 22m nach O (100°).
*** Dort findet ihr an einem Mast ein ziemlich beklebtes Hydrantenschild und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer Wasser als N9 (5-stellig, Quersumme 24)
Der Originalweg führt weiter geradeaus, vorbei an der U-Bahn-Station Prinzenstraße bis zur nächsten Bahnstation.
Alternative: Für Wanderer ist die Strecke schöner, gleich am Grünzug einen Schlenk über die Straße nach Südosten zu machen und rechts am Ufer des Landwehrkanals bis zum nächsten Tor zu laufen.
Auch hier war der Boden feucht, aber auf königliche Anordnung wurde kräftig gebaut. Am Südende der die ganze Stadt geradlinig durchquerenden Friedrichstraße wurde ein sehr großes Rondell angelegt, das auch heute durch die kreisförmige Wohnanlage nachgestellt ist. Der Platz diente vornehmlich dem Exerzieren und für Paraden und ringsherum herrschten Militärgebäude vor.
*** Geht vom passenden Schild 58m nach WNW (290°).
*** Dort findet ihr an einem Mast ein Hydrantenschild und 2+2+1+1 Wasserschilder.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als E9 (5-stellig, Quersumme 36)
Geht nun weiter westwärts bis zur mehrspurigen Kreuzung der B96, die hier über den Kanal führt. Rechts nach Norden abbiegen und gleich darauf schräg links abzweigen. Das Etappenziel liegt hier auf der Mittelpromenade.
Was man hier sieht, ist kein echtes Stückchen der Mauer, sondern ein Nachbau an einer Stelle, an der man Fundamentreste gefunden hat. Diese sind hier im archäologischen Fenster in der Straßenmitte sichtbar. Anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins hatte man zwei Segmente nachgebaut, um damit etwas Stadtgeschichte spürbar zu machen.
*** Geht vom passenden Schild 19m nach NO (40°).
*** Dort findet ihr an einem Mast ein Hydranten- und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als N10 (5-stellig, Quersumme 18)
Geht, nachdem ihr in das archäologische Fenster auf dem Mittelstreifen geschaut habt, die Straße weiter nach Nordwesten bis zum Platz an der Ruine des Anhalter Bahnhofsportals.
Wegen eines Streits zwischen Eisenbahngesellschaften durfte die Strecke aus Jüterbog nicht am Potsdamer Bahnhof enden, sondern man baute isoliert einen separaten kleinen Bahnhof. Weil der jedoch tot vor der Mauer lag, wurde 1838 der Torneubau beschlossen und 1840 eröffnet. Es herrschte dichter Betrieb und so wurden hier 1863 zur Zeit des Abrisses der Mauer die beiden ersten öffentlichen Bedürfnisanstalten Berlins eröffnet. Der Aufschwung zur monumentalen Bahnhofsanlage erfolgte erst 1880.
*** Geht vom passenden Schild 9m nach N (360°).
*** Dort findet ihr an einem Mast zwei Wasserschilder.
*** Notiert die kleinste Registriernummer als E10 (5-stellig, Quersumme 14)
Geht den Straßenzug weiter bis zum großen Platz an den Hochhäusern.
Die Verbindung nach Süden über den guten Wegeausbau Richtung Potsdam sorgt dafür, dass dieses Tor das ertragreichste des preußischen Staates wurde. Zur Zeit der Akzisemauer geht es hier jedoch sehr beschaulich zu. Erst nach dem Fall steigt die Belebung durch Bahnhofsvergrößerung, Stadtausbau und Innovationen rasant an, so dass der Platz 1924 der verkehrsbelebteste Europas wurde.
*** Geht vom passenden Schild 57m nach WNW (290°).
*** Dort findet ihr am Eckpfeiler ein Hydrantenschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als N11 (5-stellig, Quersumme 33)
Geht weiter nordwärts bis zum Tor der Tore.
1791 wurde das einfache Stadttor durch den bekannten Repräsentationsbau eröffnet, nachdem innerstädtisch zuvor jede Menge Palais und staatspolitische Gebäude gebaut wurden. Bereits 1769 lagen dafür die Pläne von Carl Gotthard Langhans d.Ä., der dann auch mit der Bauausführung des ersten bedeutenden klassizistischen Gebäudes in Berlin beauftragt wurde. 1793 wird Schadows Quadriga aufgestellt, die 1806 von Napoleon als Kriegsbeute entführt wurde. Nachdem Preußen in Paris 1814 einmarschiert ist, kehrte sie wieder auf das Tor zurück. Glücklicherweise existierte ein Gipsabdruck, so dass die im 2. Weltkrieg zerstörte Quadriga 1958 reproduziert werden konnte. Das Tor hatte und hat eine immense symbolpolitische Bedeutung, deren Erläuterung hier natürlich zu weit führt.
*** Geht vom passenden Schild 43m nach O (90°).
*** Dort findet ihr an einem Mast ein Hydrantenschild und ein Wasserschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als E11 (5-stellig, Quersumme 26)
Geht zurück durch das Tor und dahinter nach rechts bis zur Spree. Der Mauerverlauf berührt dabei den Reichstag. Möglicherweise behindern dort aber Sicherheitssperren die Originalwanderung. Sucht dann einen alternativen Weg zur Spree und geht nordwärts zwischen den Regierungsbauten hindurch am Ufer entlang. Steigt an der Straßenbrücke die Treppe hinauf und überquert die Spree.
Als Pendant zum Oberbaum versperrte hier der Unterbaum die in Fließrichtung unterhalb der Stadt liegende Zufahrt an der heutigen Kronprinzenbrücke. Rechts der Spree gibt es auch heute noch eine daran erinnernde Unterbaumstraße. Der ehemalige Mauerverlauf ist im Weiteren mit einer kuriosen Ausnahme nicht mehr an Straßenzügen zu erkennen, weil die Gebäude der Charite das Areal überbaut haben.
*** Geht vom passenden Schild 55m nach NO (50°).
*** Dort findet ihr an einem Mast ein Hydrantenschild.
*** Notiert die Registriernummer des Hydranten als N12 (5-stellig, Quersumme 24)
Geht weiter die Unterbaumstraße entlang. Nach einem leichten Rechtsknick kommt ihr links in das Charitégelände hinein. Ihr könnt es auf den vielen Wegen kreuz und quer nach Norden durchlaufen. Irgendwo verliefen hier die mehrmals verschobenen Mauerlinien. Am einfachsten folgt ihr der Straße bis kurz vor die Spree, um dann rechts einzubiegen und zum Neuen Tor zu gelangen. Ganz am Ende kann man hinter dem Pförtnerhäuschen eine stufige weiße Mauer ausmachen. Der linke höhere Abschnitt ist ein unscheinbares Originalmauerüberbleibsel. Aus einem seitlichen Hoffenster des Hauses 24 kann man auf der Innenseite die typische Bogenmauerung erkennen.
Das Tor musste durch die Expansion der Charite verlegt werden und zuletzt entwarf Schinkel hier zwei weit auseinanderstehende Torbauten, deren Durchgang eher Weite als enges Versperren vermittelte. Zudem realisierte er drinnen wie draußen große Plätze, die später von Lengen gestaltet wurden. Der nördliche heißt auch heute noch offiziell "Platz vor dem Neuen Tor. Das Neue Tor blieb als einziges neben dem Brandenburger auch nach dem Abriss der Mauer erhalten. Es wurde erst im 2. Weltkrieg zerstört und man hat zwei moderne Torbauten errichtet, die den Gestaltungsgedanken von Schinkel und Lengen erhalten sollen.
*** Geht vom passenden Schild 67m nach N (350°).
*** Dort findet ihr an einem Mast 3+2 Wasserschilder.
*** Notiert die kleinste Registriernummer als E12 (2-stellig, Quersumme 14)
Geschafft! Hier gibt es ein paar Parkbänke und auch einige Restaurationen ringsherum, wo ihr etwas entspannter das Final errechnen könnt. Vielleicht schaut ihr dann auf dem Weg dorthin noch einmal beim Start vorbei. Vielleicht ist das Tor zum Hof jetzt zufällig offen und ihr könnt euch die Innenseite der schön hergerichteten Mauer anschauen.

Das ist der winzige Mauerreststummel auf dem Charitégelände, Hof- und Straßenansicht:

Die Rechnung
Wenn die einzelnen Quersummen eurer gesammelten Werte stimmen, sollten euch höchstens noch Zahlendreher oder Tippfehler das Checkergrün vermiesen. Ihr braucht nur einfach zu addieren und das Ergebnis im Milliminutenformat zu interpretieren:
Nord Summe(N1 bis N12) + 4719582
Ost Summe(E1 bis E12) + 849588

Für Banner-Sammler
<a href=https://coord.info/GC8HNX6><img src="http://tacimedes.de/public/gc8hnx6/banner_dievorletztemauer_400.jpg"></a>
Hinweis: es stehen auch 3 kleinere Größen zur Verfügung: _400 _320 _240 _160
