
Der Ortsteil Gera-Liebschwitz wurde im Sommer 2019 von einer Massenvermehrung des Schwammspinners heimgesucht. Dabei fraßen unzählige Raupen des Schmetterlings die Blätter der Grünpflanzen im Wald und den angrenzenden Privatgrundstücken.
Der Schwammspinner (Lymantria dispar) ist ein Schmetterling aus der Gruppe der Nachtfalter.
Der Schaden, den der Schwammspinner anrichtet, wird durch die Raupen verursacht. Raupen bleiben nach dem Schlupf erst einige Tage in Nähe des Nestes oder Schwammes. Danach beginnen sie, in die Baumkronen zu ziehen, wo sie anfangs in junge Blätter Löcher fressen. Mit zunehmendem Alter und Größe verzehren sie die Blätter nahezu vollständig. Der Schaden ist dann weithin sichtbar; bei Massenbefall sind Bäume teilweise völlig entlaubt. Neben Obstbäumen werden vor allem Eichen und Hainbuchen stark befallen. Die meisten der geschädigten Bäume ergrünen wieder, wenn die Raupen Ende Juni den Fraß einstellen. Vereinzelt sterben jedoch insbesondere Eichen ab. Sind Eichenbestände durch andere Krankheiten, Schädlinge oder durch eine Dürreperiode geschwächt, kann auch der gesamte Bestand verloren gehen.

Um eine erneute Massenvermehrung in der Zukunft zu verhindern oder zumindest abzumildern, leiten die zuständigen Behörden verschiedene Maßnahmen ein. Ab April 2020 soll der Einsatz eines Insektizides stattfinden und einen neuerlichen Befall verhindern. Schmetterlingsexperten und historische Beispiele legen aber nahe, dass nur mehrere Maßnahmen in Zusammenhang zum Erfolg führen. So ist das Absammeln der Eier im Winter oder zeitigem Frühjahr eine hochwirksame und für sonstige Lebewesen unschädliche Methode.


Daher organisiert die Stadtverwaltung Gera gemeinsam mit dem Ortsteilrat, der Freiwilligen Feuerwehr, der Otegau GmbH und der Geraer Geocacher Community am 1. Februar 2020 in der Zeit von 09 Uhr bis 12 Uhr eine große Absammelaktion der Eier. „An manchen Bäumen liegen bis zu 30 Eigelege mit jeweils 100-1000 Eiern. Es handelt sich um mindestens 170 Hektar betroffene Waldfläche mit insgesamt mehreren tausend Bäumen. Ein Helfer kann hier also leicht viele tausend Eier sammeln und damit effektiv Raupen verhindern. Es werden viele Hände gebraucht“, teilt Konrad Nickschick, Umweltamtsleiter der Stadt Gera, mit.
Treffpunkt ist die Kirche in Liebschwitz, Teichstraße 4. Dort wird eine Einweisung durchgeführt. Anschließend werden sich mehrere Gruppen zu den betroffenen Waldgebieten begeben. Da in unwegsamen Gelände gearbeitet wird, werden alle Teilnehmer gebeten, festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung zu tragen. Die ECA besteht heute aus Drahtbürste, Eimer, Teleskopstange für das Abkratzen weiter oben liegender Gelege sowie Kreide zur Markierung und jeder soll dies selbst mitbringen.
Eine Suppe und warme Getränke werden durch die Stadt gestellt.
Hier noch mal alle Eckdaten:
Wo???
N 50° 49.711
E 12° 05.709
Kirche Gera-Liebschwitz
Teichstr. 4
07551 Gera
Wann???
Sonnabend 01.02.2020
von 09:00 bis 12:00 Uhr
Bild- und Textnachweis:
www.gera.de
www.otz.de
www.mdr.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwammspinner