Die verschwundene Mühle von Pochra
Die Mühle wurde 1847 mit Nebengebäude vom Müller Johann Traugott Zschäbitz auf der sogenannten Galgenlehde errichtet.
Die Bockwindmühle wurde nur aus Holz gebaut und war mit einer Höhe von 20 m eine weithin sichtbare Landmarke.
Bis zum Ersten Weltkrieg wurde das Getreide zu Mehl gemahlen. Danach wurde der Inhalt der Säcke zu Viehfutter zerrieben. In den 1930er Jahren gaben immer mehr Mühlen auf, da die Bauern sich selbst Schrotmühlen anschafften. Auch hier trieben ab den 1930er Jahren die Mühlenflügel einen Generator an, der tagsüber einen fahrbaren Akkumulator auflud. Abends gab er Strom für die Beleuchtung im Wohnhaus ab.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Mühle wieder als Schrotmühle betrieben.
Um 1950 wird als Besitzer Alfred Zschäbitz, ein Nachfahre des Mühlenerbauers, angegeben. Die hölzerne Bockwindmühle befand sich noch in einem guten Zustand. Die weitere Entwicklung in der Landwirtschaft und des Mühlenwesens bewirkte die Einstellung des Betriebes. Damit begann der Verfall.
Schon 1959 stand die Mühle nur noch als Torso ohne Flügel in der Landschaft. Um 1980 kam es schließlich zum Abriss der Bockwindmühle.
Heute befindet sich eine Hundeschule auf dem einstigem Mühlenareal.
Aus SZ vom 21.11.2019