Dieser EC führt Dich zur Laeregge, einem kleinen Höhenzug nördlich von Bad Iburg.
Hier befindet sich, der so im Volksmund genannte Felsen Horeb, an dem sich eine durch Verwerfungen entstandene Harnischfläche befindet.
Ich wünsche Dir bei der Erkundung viel Vergnügen.
Ein Maßband und ein Werkzeug zum Winkelmessen wären hier hilfreich.

Harnisch? Was ist das denn?
Harnisch ist ein alter Ausdruck von Bergmännern. Sie verwendeten dieses Wort, wenn eine Bewegungsspur, Bewegungsbahn auf einer Gesteinsoberfläche zu sehen ist.
Diese Kratzspuren an den Trennflächen von Gesteinspaketen werden durch Verwerfungen (auch Sprung, Verschiebung oder Störung) in der Erdkruste ausgelöst, die durch Druck- oder Zugkräfte in den Erdplatten entstehen.
Bei Verwerfungen gleiten Gesteinsflächen aneinander, durch Reibung werden die Flächen geglättet. Teilweise bildet sich auch zwischen den Flächen zerriebenes Material, welches als Mylonit bezeichnet wird.
Sind im Gestein härtere Komponenten eingebettet hinterlassen diese parallele Striemungen, die einen Hinweis auf die Bewegungsrichtung geben.
Auch feine bis größere Abrisskanten sind auf den Flächen zu erkennen, hierdurch läßt sich Bewegungslänge bestimmen.
Verwerfung? Was ist hier passiert?
Dieser Bereich des Teutoburger Waldes lag vor 120 Millionen Jahren an der Küste eines tropischen Meeres. Es lagerten sich gewaltige Mengen an Sand ab und es gab ausgedehnte Sandstrände. 40 Millionen Jahre später versank dieses „Urlaubsparadies“ wieder im Meer.
In diesem Meer herrschte üppiges Leben und es wimmelte nur so von winzigen Lebewesen und Muscheln. Deren Skelette und Schalen bestanden aus Kalk und sanken nach dem Absterben auf den Meeresboden und bildeten eine dicke Kalkschicht.
Vor ca. 70 Millionen Jahren begannen tektonische Verschiebungen in der Erdkruste, aus südlicher Richtung wurde Druck aufgebaut. Hier am heutigen Teutoburger Wald gab es eine Schwachstelle in der Erdkruste, man spricht auch von einer geologischen Störung. Deshalb falteten sich hier die Gesteinsschichten besonders stark auf und wurden übereinander geschoben. Es gelangte sogar viel älteres Gestein aus der Jurazeit bis an die Erdoberfläche.
So eine Schwach-, Bruchstelle im Gestein wird Verwerfung genannt und diese kann über Distanzen vom Zentimeterbereich bis zu einigen Dutzend bis hundert Kilometern verlaufen.
Der Fachbegriff für die hiesige Verwerfung lautet Osning Überschiebung.
Diese Verläuft genau zwischen dem Felsen Horb, der zur Laeregge gehört und dem südlichen Hang des Dörenberg. Sowohl die Laeregge, als auch der Dörenberg bestehen aus Sandstein. Dazwischen sind Schichten aus der Jurazeit zu finden.
Arten von Verwerfungen

Welche Besonderheiten finden wir hier vor Ort?
1. Spiegelharnisch
Von Spiegelharnisch spricht man, wenn vor Ort glänzende, weiche oder polierte Oberflächen auf der Verwerfungsfläche zu finden sind. Er entsteht, wenn die Gesteinsflächen durch eine abschleifende Wirkung, die bei der Bewegung durch feines verriebenes Material (Mylonit), welches sich zwischen den Gesteinen einer Verwerfung befindet, geglättet werden. In diesen Bereichen sind die sonst typischen groben Striemungen und Kratzspuren kaum noch sichtbar.
Stellt es Euch vor, wie eine Politur des Autolackes.
An der hiesigen Harnischfläche ist der Spiegelharnisch in den Bereichen ohne Algenbewuchs zu finden. Manchmal läßt sich die Bewegungsrichtung fühlen, in Bewegungsrichtung ist diese glatter als entgegengesetzt oder quer dazu.
Probiere es einfach mal aus.

2. Riedelausbrüche
Riedelausbrüche sind Reibungsbrüche an einer Verwerfungsfäche. Auch diese sind hier in unterschiedlichen Größen zu finden. Im rechten oberen Bereich an dieser Harnischfläche befindet sich einer mit 40cm Breite und auf einer Spiegelharnischfläche ist ein kleiner halbmondförmiger Ausbruch zu entdecken.

Nun zu Deinen Aufgaben, um diesen Earth Cache loggen zu dürfen:
1. Infotafel bei N 52° 10.034 E 008° 02.625
- Auf welcher Gesteinsart befindet sich Dein Standort und aus welchem Erdzeitalter stammt diese?
2. Harnischfläche bei N 52° 10.032 E 008° 02.662
- Wie lang ist die gesamte Harnischfläche? (siehe Bild im Listing)
- Um wieviel Grad zur Senk-, Lotrechten ist die Bewegungsrichtung versetzt?
- Schaue Dir die Harnischfläche an. Erkennst Du den Spiegelharnisch und siehst Du Ausbrüche. Schildere mit eigenen Worten, wie sich die Oberfläche des Spiegelharnisch anfühlt. Wie ist dessen Farbe, Form und Größe. Das gleiche mache bitte auch mit den Ausbrüchen.
3. Gehe weiter nach oben zu N 52° 10.028 E 008° 02.672
Von hier hast Du einen schönen Überblick auf den Kolbach Auf dem Weg dorthin, ist oberhalb der Harnischfläche, ein schöner Sandsteinblock zu sehen, an dem unterschiedliche Schichten zu erkennen sind.
- Was ist mittig im Block zu erkennen?
4. Mache ein Bild von Dir, oder Deinem GPS oder einem anderen Gegenstand Deiner Wahl und füge es Deinem Log bei.
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Ich behalte mir vor, Logeinträge ohne Bild zu löschen.
Quellen:
Wikipedia.de
Mineralienatlas.de
Wikiwand.com
Natur- und Geopark Terra.Vita
Lukas Plan
files.ethz.ch
Idee durch die Webseite http://www.geo-iburg.de