Seit Jahren habe ich zunächst durch Mittagspausenspaziergänge und später durch direkte Anwohnerlage unzählige Runden über den Kölner Melatenfriedhof gedreht. Der Melaten ist so viel mehr als ein Friedhof - er ist ein Stück Kölner Geschichte und ist zugleich Ruheinsel und Naturreservat inmitten der Verkehrsachsen Aachener Straße, Weinsbergstraße und Melatengürtel.
Und seit ich das Cachen für mich entdeckt habe frage ich mich, warum noch niemand diesem wunderschönen Friedhof einen Cache gewidmet hat. Das möchte ich nun nachholen. Die Geschichte des Melaten und seiner Gräber zu erzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Dafür gibt es großartige, kurzweilige Führungen, die ich selbst schon zweimal mitgemacht und jedes Mal neues erfahren habe.
Also, liebe Cacher: sammelt nicht nur den Tradi ein, sondern nehmt euch Zeit, einmal in Ruhe (mindestens) über die "Millionenallee" zu flanieren! Es gibt sooo viel zu entdecken!
Wichtig: Bitte auf Muggels achten, besonders am Wochenende und Feiertagen. Dann bitte Dose greifen, und an den umliegenden Sitzgelegenheiten unauffällig loggen. Abends ist es hier überwiegend muggelfrei.
Hier noch ein paar "Zahlen, Daten, Fakten" von www.koeln.de:
Der Melaten-Friedhof ist immer wieder einen Besuch wert und stetiger Anlaufpunkt für viele Spaziergänger. Ihren Ursprung findet die Grabstätte, die im Jahr 2010 ihren 200. Geburtstag feierte, mit dem Einzug der Franzosen im Jahr 1794, mit dem sich das Friedhofswesen in Köln zu wandeln begann. Aus hygienischen Gründen wurde die Beerdigung innerhalb der Stadtmauern verboten, so dass der Melatenhof, eine Stiftung für Leprakranke an der Aachener Chaussee, als neuer Friedhofsplatz ausgewählt wurde.
Mit der Gestaltung des Friedhofes wurde Ferdinand Franz Wallraf beauftragt, der sich den Pariser Friedhof Père Lachaise zum Vorbild nahm. Geweiht wurde der Melaten-Friedhof schließlich im Jahr 1810 durch Dompfarrer Michael Joseph Dumont und die Friedhöfe in der Stadt wurden geschlossen.
Heute misst der Melaten-Friedhof stolze 435.000 Quadratmeter und umfasst rund 55.000 Gräber. Der wohl bekannteste Bereich des Friedhofs ist die Millionenallee. Wie der Name schon erahnen lässt, sind hier die pompösesten, monumentalsten und teuersten Gräber zu finden. Hier liegen bekannte Kölner wie Willi Ostermann, die Familie Millowitsch oder die Familie Farina mit dem Schöpfer des "Eau de Cologne" begraben. Ein detaillierter Plan mit allen Namen kann an jedem Friedhofseingang eingesehen werden.
Der Melaten-Friedhof ist nicht nur eine Grabstätte, sondern auch ein Raum für Kunst. In Grabstätten, Motiven, Skulpturen und Symbolen können die Besucher verschiedene Kunst-Epochen in Form von klassizistischen Grabmälern bis hin zur Neorenaissance und dem Neubarock auf sich wirken lassen - und das bei kostenlosem Eintritt. Und auch Stadt- und Kriegsgeschichte ist hier zu finden: Ein Beispiel sind etwa die Denkmäler als Erinnerung an die im napoleonischen Heer gefallenen Kölner, an den Sieg der Preußen über Österreich und an die Opfer einer Gasexplosion im Jahr 1851.