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Fossile Ermittlungen im Muschelkalk EarthCache

Hidden : 2/14/2020
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Fossile Ermittlungen im Muschelkalk

„Muschelkalk, aber ist es nur gewöhnlicher Muschelkalk? Nein, denn da ist etwas drin oder drauf. Aber was ist das überhaupt?“ - So ähnliche Gedanken drängen sich auf, wenn man diesen Steinbruch betritt und das Gestein zu Gesicht bekommt.

Der kundige Betrachter wird nach dem Studieren der geologischen Informationstafel rasch erkennen, dass er ein Muschelkalkstück in Händen hält und es kommt ihm in den Sinn, es könnte sich um eine Versteinerung – ein Fossil - handeln. Aber ist es evtl. der versteinerte Rest eines Lebewesens oder zumindest ein Indiz, dass da einmal Leben war? Vielleicht ist es auch nur etwas anorganisch entstandenes – eine Laune der Natur?

Kurz zum Tathergang oder besser ausgedrückt – zur Geologie:

Zur Zeit der Ablagerungen des Muschelkalks vor 235 - 243 Millionen Jahren war unsere Gegend von einem tropischen bis subtropischen Randmeer bedeckt. Es gab nur schmale Verbindungen zum Weltmeer. In Phasen guter Lebensbedingungen war der Meeresboden von Muscheln, Schnecken, und sedimentfressenden wirbellosen Meerestieren besiedelt. Deren Steinkerne und versteinerte Bohr- und Fraßgänge bilden im Unteren Muschelkalk dickbankige Geseinsschichten. Die deutlichen Schichtstufen und Steilhänge im Werratal sind aus den Gesteinen des Unteren Muschelkalk aufgebaut.

Nun beginnen die Ermittlungen …

Manchmal wird schon tatsächlich kriminalistischer Spürsinn benötigt, um das Rätsel zu lösen. Nicht selten kommt es erst zu etlichen Irrtümern und Fehlinterpretationen, bevor solch ein eigentümlicher Einschluss im Gestein sein Geheimnis preisgibt.

Eine Entscheidung, ob es sich bei Funden in solchen Gesteinen überhaupt schon um Organismenreste handelt, ist besonders problematisch. Ist man in seiner Analyse aber immerhin schon so weit fortgeschritten, dass man mit Bestimmtheit sagen kann, das Gestein birgt tatsächlich den versteinerten Rest von früherem Leben, muss geklärt werden, ob ein Körperfossil, ein Spurenfossil oder nur ein Markenfossil vorliegt.

Was sind Körperfossilien?

Unter Körperfossilien versteht man beispielsweise Skelett- oder Schalenreste, also körpereigene Teile eines Lebewesens.

Was sind Spurenfossilien?

Fossile Spuren von Pflanzenstengeln und Frassgängen

Spurenfossilien dokumentieren dagegen nicht das Lebewesen selbst, sondern belegen lediglich deren Aktivitäten; sie repräsentieren sozusagen versteinerte Tätigkeiten.

Was sind Markenfossilien?

Völlig anders verhält es sich bei Markenfossilien, da sie nicht auf biologische Ursachen zurückzuführen sind. Sie werden lediglich durch physikalisch auf das Substrat wirkende Kräfte produziert.

Zwar können auch tote Lebewesen entsprechende Marken produzieren, wie beispielsweise Schleif- oder Rollmarken, doch zählen auch sie zu den anorganisch entstandenen Strukturen.

 Besonderes Augenmerk soll nun der Spurenfossilkunde, auch Ichnologie genannt, gewidmet werden. Sie stellt jenen Teilbereich der Paläontologie dar, der sich mit den Auswirkungen biologischer Aktivität auf das abgelagerte Gestein – hier Kalk - beschäftigt.

Wer war der Täter - kriminalistischer Spürsinn ist gefragt!

Wie Täter in Kriminalfällen hinterlassen lebende Organismen, auch bei ihren ganz alltäglichen Aktivitäten, sichtbare Spuren - ob beim Wohnen, Fressen oder Ausscheiden, beim sich Ausruhen oder Fortbewegen! Dann allerdings steht der Paläontologe vor dem Problem zwar die Hinterlassenschaften eines Lebewesens vor sich zu sehen, aber noch lange nicht zu wissen, was diese Seltsamkeiten darstellen oder wer der Verursacher war.

Spurenfossilien - Weiden, Fressen, Wohnen

Verlaufen Spuren in mäandrierenden oder spiraligen Bahnen, ist es offensichtlich, dass das Tier einen Teil der Boden- bzw. Sedimentoberfläche systematisch nach Nahrung (z.B. Algenfilmen) abgesucht hat - man spricht von Weidespuren. Fressbauten werden hingegen meist von Tieren angelegt, die im Sediment leben und auch Sediment fressen. Sie graben Gänge, um systematisch das umgebende Sediment zur Nahrungsbeschaffung abzubauen. Reine Wohnbauten repräsentieren den mehr oder weniger ständigen Aufenthaltsort im Boden lebender Tiere. Häufig handelt es sich um einfache vertikale Röhren, die von Tieren bewohnt werden, welche ihre Nahrung aus dem näheren Umfeld beziehen. Der „Täter“ kann eine filtrierende Muschel, ein im Hinterhalt lauernder Räuber oder auch ein die Umgebung abweidender Sedimentfresser sein.

So viel zu den „Tätern“ bei diesem geologischen Schaufenster. Nun gilt es, noch einige „Spuren“ zu sichten und zu sichern:

Feine Wellenlinien im versteinerten Sediment

Da der Boden des Urmeeres dort in besonderem Maße ständigen Veränderungen unterworfen war, indem abgelagerte Sedimente wie Sand oder Schlamm mehrfach abgetragen und wieder abgelagert wurden, bildeten sich durch die sanften Bewegungen des Wassers feine Wellenlinien im Sediment.

Der ständige Wechsel von Niederschlags- und Trockenzeiten verursachte Ablagerungen von den Sedimenten, die das langsam hereinströmende Wasser mit sich führte. Es sind die sanften Wellen des Wassers, welche die feinen Wellenmuster in das Sediment zeichnen. Stetige Ablagerung von Sediment auf Sediment verdichteten und verfestigten die Ablagerungen, das versteinerte Sedimentgestein - mit den konservierten Wellenmustern - bildet sich.

 

Z u r    B e a c h t u n g:

Dieser Earth Cache zeigt eine erdgeschichtliche Sehenswürdigkeit der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und der Entstehung des Lebens vermitteln. Sie dienen aber auch als Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten.

Bitte verhaltet euch entsprechend umsichtig und schont die Natur. Es ist nicht erforderlich und nicht erlaubt solche Naturräume zu beschädigen (Steine schlagen, Pflanzen zu entnehmen etc.).

Die geologische Formation ist frei zugänglich, doch Vorsicht! Bitte seid auch auf eure eigene Sicherheit bedacht und verhaltet euch entsprechend.

 

 Um diesen Earthcache zu loggen, nutzt das gesamte, gefahrlos zugängliche, Gelände des Steinbruches.

Betätigt euch detektivisch und ermittelt die Antworten auf folgende Tathergänge:

Aufgabe 1

Begebt euch auf das Gelände des ehemaligen Steinbruches (rund um die Listingkoordinaten), untersucht die überall herum liegenden Gesteinsbruchstücke auf das Vorhandensein von fossilen Spuren. Eure(n) Fund(e) dokumentiert bitte in einem Foto und ladet dieses im Logeintrag mit hoch.

Aufgabe 2

Zu welcher der drei im Listing genannten Kategorien "Körper-, Spuren- oder Markenfossilien" ordnet ihr euren Fund ein?

Aufgabe 3

Bei euren Erkundungen fallen euch sicher auch die feinen Wellenlinien im Sedimentgestein auf. Schaut euch diese Exponate genauer an. Was meint ihr, zeichnet dafür eher grobes, oder eher feines Sediment, welches in dieser Form "versteinert" ist, verantwortlich?

Aufgabe 4

Handelt es sich dabei um ein Körper-, Spuren- oder Markenfossil?

Aufgabe 5

Stellt bitte ein Foto mit der hoch aufragenden Wand des Steinbruches im Hintergrund als Besuchsnachweis mit ein.

 

Bitte schickt eure Ermittlungen über mein Profil. Ihr müsst nicht auf eine Logfreigabe warten.

Falls etwas nicht in Ordnung sein sollte, melde ich mich und stelle es richtig – ihr sollt ja etwas dazu lernen .

Geloggte Besuche, von denen ich keine Mail incl. Bildmaterial bekommen habe, werden gelöscht!

 

 

Viel Spaß beim Erkunden wünscht euch

Herbalwitch1965

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen für Text- & Bildmaterial: Wikipedia, Steine und Mineralienatlas, steinkern.de, Infotafel vor Ort, fu-Berlin.de; eigene Aufnahmen, eigener Earthcache

 

 

 

 

Additional Hints (No hints available.)