Mini-Multi. Gewidmet meinen Eltern, den Salmbachern.
(English Version below.)
"1987 schuf Wolf Vostell am Rathenauplatz in Berlin die Skulptur “Zwei Beton-Cadillacs in Form der nackten Maja”. Diese Skulptur ist eines der bedeutensten Kunstwerke im Oeuvre des Happening- und Fluxus-Künstlers und steht seit nunmehr über 20 Jahren am Eingang des Kurfürstendamm. Die einbetonierten Cadillac waren der absolute Hingucker meiner Oberstufenfahrt nach Berlin im Sommer 1989."
Dies schrieb 2010 ein gewisser Tom auf der Webseite formfreu (Link unten). Ich selber war 1989 zwar noch nicht in der Oberstufe, aber ebenso auf Klassenfahrt in Berlin. Und zeigte die Cadillacs gleich meinen staunenden Klassenkumpels.
Ich kannte die Caddies bereits seit ihrer Enthüllung '87. Seit mein Vater, auf einem der zahlreichen Familienbesuche bei Tante Lotte und Onkel Wilfried in Neukölln, dafür extra einen Umweg über die Koenigsallee fuhr. Sonst bogen wir immer schon an der Potsdamer Chaussee oder spätestens der Spanischen Allee raus. Und das war dann auch immer der Moment in dem wir alle Fenster öffneten, egal ob Sommer oder Winter, die Köpfe raushielten, tief die "Berliner Luft" einsogen und meistens auch noch das gleichnamige Lied dazu anstimmten...
Seitdem wollte ich die Caddies jedesmal sehen. Und am liebsten über die Avus kommend. Als Ärzte-Fan der ersten Stunde hatte ich dann zusätzlich auch immer noch meinem Richy-Guitar-Moment! Hach. Danke nochmals dafür! Und meine Mutter war auch glücklich, wollte sie doch immer erstmal einmal über den glitzernden Kudamm rollen, bevor es ins abgerockte Neukölln ging...
Timo Maier hat einen langen Text zum Kunstwerk verfaßt, den ich hier nur auszugsweise wiedergebe:
“Zwei Beton-Cadillacs in Form der nackten Maja, so betitelte der Künstler Wolf Vostell seine 1987 errichtete Skulptur in der Mitte des Kreisverkehrs des Berliner Rathenauplatzes. Es heißt, die Intention des Künstlers sei die Entlarvung des 24-stündigen Tanzes der Autofahrer ums Goldene Kalb gewesen. Wir sehen die Symbole des amerikanischen Kapitalismus, zwei Cadillacs, in Beton eingeschlossen über unseren Köpfen aufragen, bedrohlich, unverrückbar, ein Klotz im gesellschaftlich-gedanklichen Gefüge.
Das Auto, hier konnotiert als kapitalistische Gottheit, die die alten Mythen zerstört und der wir 24 Stunden am Tag in ihren kleinen Ablegern huldigen, indem wir unermüdlich in diesen drumherumbrausen, ist in seinem Symbolgehalt wohlgewählt. Nicht nur werden Erinnerungen an den Fordismus wach, die Erfindung des Fließbands, das unsere Gesellschaft für immer verändern sollte, sondern auch der Umstand, was das Auto überhaupt für die Deutschen bedeutet. Mit diesem assoziieren wir Wohlstand, Freiheit, wirtschaftliche Stabilität – der Übergang zu einer rein materialistisch orientierten Wertegemeinschaft. Seht euch an, seht, wem ihr huldigt, und überlegt, wie es euch verändert.
Das Kunstwerk ist umgeben von scharfkantig aus dem Boden aufragenden Betonsplittern, die die Gottheit schützen und die Annäherung verbieten; seinen Göttern huldigt man eben aus der Ferne. Nein, man muss nicht Adorno gelesen haben und auch kein Akademiker sein, um den kritischen Impetus der Skulptur sofort zu erfassen. Die massiven Bürgerproteste seinerzeit gegen die Aufstellung des Kunstwerks legen davon Zeugnis ab – die Skulptur gilt als die umstrittenste der Berliner Nachkriegsjahre.
"Persönlich kann ich jedem nur empfehlen, wenigstens einmal in seinem Leben zu dieser Anti-Gottheit zu pilgern und sich genüsslich die unaufhörlich drumherumfahrenden, flitzenden, wuselnden Autos im Kreisverkehr anzuschauen. Dies ist, bei aller Schwere der Kritik, nicht zuletzt auch ein sehr humorvolles Szenario.”
So denn Pilger, auf zum Cache!
Der Start ist theoretisch zwar zugänglich, aber das wäre 1. gefährlich, 2. mind. unerwünscht und 3. auch gar nicht nötig.
Vom Cache aus, liegt der Start in 38 Meter Entfernung auf 316 Grad. Wenn ihr richtig peilt, steht ihr direkt unter einer Pyramide und findet dort ein dafür typisches Objekt, an dem ihr eure Schreibarbeit verrichten könnt um diese danach in ebendiesem Objekt wieder zu verstauen. Bitte unbedingt im Anschluss wieder auf festen Halt prüfen. Danke!
Viel Spaß und Erfolg!
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About the monument:
At Rathenauplatz, Wolf Vostell with his monument of two Cadillacs set in concrete for the 750th anniversary of the founding of Berlin, has created the most controversial sculpture of all those which in the 80’s turned the Kurfürstendamm into a “boulevard of sculpture.” The title “2 Cadillacs in the form of the naked Maja”, a reference to the famous Goya painting, gives one an idea of the degree of mockery and self-parody that we are subjected to. The art work, which plays in many ways with German and American identification, was erected in 1987 and passes comment at the west end of the Kurfürstendamm on the torrent of metal branching off to the city motorway and leading from it back into the boulevard. The sculpture set civil rights groups and associations against each other as they tried hard to get it taken down. Hardly fifteen years after it was first exhibited, the work maintains its intense critical power. Moreover, the controversy that it has provoked has made it a significant record of contemporary history.
About the Cache (and how to find it):
Beeing at the given start coordinates is 1st of all: dangerous, 2nd): not welcome 3rd): unnecassry!
Looking out from the cache, the starting point lays in a distance of 38 meters in 316 degrees. If your right, you'll find yourself directly in front of and directly below the center of a pyramid and right there, you'll discover an object wich is typical for the purpose of doing your paperworks and leave it just there. Afterwards, please make sure that it's solid fixed again. Thanx!
Good Luck and enjoy!
Quellen/Sources: Formfreu Webseite, Virtual Globetrotting Page