
Quelle: eigene Fotos
Ein Rundgang durch den historischen Ortskern
Kiedrich wurde urkundlich erstmals vor über tausend Jahren erwähnt. Die Urkunde ist nicht datiert, stammt aber aus der Zeit des Erzbischofs Friedrich (937 bis 954). Das Weindorf wurde nie durch Brand oder Krieg zerstört, wodurch der historische Ortskern rund um den Marktplatz weitgehend erhalten blieb. Gut erhaltene gotische Bauten, darunter viele Fachwerkhäuser, prägen das bunte Dorf. Dies zusammen mit dem Weinbau (erstmals erwähnt 1131) haben Kiedrich den Namen "das gotische Weindorf im Rheingau" eingebracht.
Kiedrich hatte früher einen Wohltäter, Baronet John Sutton, englischer Adliger und Kunstmäzen. John Sutton kam 1857 erstmals nach Kiedrich und verliebte sich in die Winzergemeinde. Er liess die fast unbrauchbar gewordene Orgel restaurieren und stiftete eine Choralschule. Mit großen Geldsummen ermöglichte er die Restaurierung der Kirche St. Valentin. Ab 1860 baute er sein Wohnhaus. Dieses ist derzeit in Besitz des Weinguts Robert Weil.

Wohnhaus John Sutton, Quelle: Wikipedia
Kiedrich war vor vielen Jahren Modellgemeinde Hessens in Sachen Dorferneuerung. Denkmalschutz hat hier einen hohen Stellenwert; in diesem Sinne wurden viele Bauwerke stilgerecht restauriert. Jährlich am Tag des offenen Denkmals, am zweiten Sonntag im September, gibt es u.a. Kirchenführungen und die Möglichkeit der Innenbesichtigung des Turms der Burg Scharfenstein. Näheres bitte der Tagespresse entnehmen.
Zum Cache:
Dieser Rundgang führt entlang einer Auswahl historischer Gebäude/Bauwerke und hat das Ziel die Sehenswürdigkeiten Kiedrichs zu zeigen. Die Strecke beträgt etwa 2 km und es gibt reichlich Einkehrmöglichkeiten bei diversen Straußwirtschaften, Gutsschänken, Restaurants oder am Weinprobierstand. Für den Rundgang benötigt man etwa eine Stunde Zeit.
Die Stationen:
| Stage 1 |
Alte Schmiede (Haus Driesmann) aus 1672. Das Emblem mit Amboss, Hammer und Zange rechts über dem Eingang zeigen, dass dies ein Waffenschmied war. Vor einigen Jahren wurde das Gebäude stilgerecht restauriert, seitdem ist das Fachwerk wieder rot gestrichen, wie es früher im Rheingau üblich war. Derzeit ist das Anwesen im Besitz von Weingut Schüler-Katz. |
| Stage 2 |
Lamberti-Haus, Fachwerkbau vom Ende es 17. Jahrhunderts auf Erdgeschoss um 1580. Das Fachwerk erstrahlt ebenfalls seit der Restaurierung in einem Rot-Ton. Nach Überlieferung befand sich im oberen (älteren) Teil eine Nagelschmiede. Der untere Teil wurde zeitweise als Bethaus einer jüdischen Gemeinde genutzt. In heutiger Zeit befindet sich hier das Restaurant "Kiedricher Hof" (vorher war hier das Café Denne) |
| Stage 3 |
Eberbacher Hof aus 1312. Der Hof besteht aus 2 Gebäuden (Hausnummern 7+ 8). Über dem Eingang kann man das Klosterwappen des naheliegenden Klosters Eberbach sehen. Die Hofgebäude wurden von Abt Adolf Dreimühlen (Wappen) aus Eltville 1735 erneuert. |
| Stage 4 |
Köther Hof, Ersterwähnung 1351 als Wirtschaftshof (curia) des Zisterzienserinnenklosters Gottesthal bei Oestrich.
Tipp: Kommt man auf dem Weg zur nächsten Stage beim Kiedrichbach an, so lohnt sich ein Blick zur Burg Scharfenstein. |
| Stage 5 |
Eberbacher Klostermühle, erste urkundliche Erwähnung anno 1350. Die Mühle gehörte zum Eberbacher Hof. Das Hauptgebäude wurde 1610 erbaut. Biegt man hier in Richtung Weinberge ab, so gelangt man zum Kiedricher Weinprobierstand. Dieser hat in der Regel ab Mitte April bis Ende Oktober Do/Fr abends un Sa/So nachmittags und abends geöffnet. |
| Stage 6 |
Wohnhaus John Sutton, ab 1860. Baronet Sir John Sutton ist der grosse Wohltäter von Kiedrich. Jetzt ist es das Stammhaus des Weinguts Robert Weil, das seine berühmten Weine in alle Welt liefert. Falls möglich solltet Ihr durch das Tor in den Hof gehen und das Haus von seiner Vorderseite aus betrachten. |
| Stage 7 |
Alte Schule, ehemaliges Küsterhaus. Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts auf mittelalterlichem Keller. Unterrichtet wurde in 3 Klassen. Tipp: Wenn Ihr Euch umdreht und zur Michaelskapelle (Stage 8) schaut, sucht einmal nach der (kleinen) Teufelsfratze. |
| Stage 8 |
St. Michaelskapelle: 1440/44 als Totenkapelle am Kirchhof mit Beinhaus (Karner) erbaut. In der Kapelle befindet sich eine doppelseitige Kronleuchtermadonna von 1520. Leider ist die St. Michaelskapelle meistens verschlossen. An der Aussenseite der Kapelle gibt es einige sehenswerte Drolerien, ein besonders in der Gotik verbreitetes Stilelement zur Darstellung von Fabelwesen oder Tieren. Die Michaelskapelle hat eine Aussenkanzel. Von dieser aus wurden die Reliquen gezeigt sowie für die Pilgerscharen gepredigt. |
| Stage 9 |
St. Valentinuskirche oder Basilica Minor - um 1300 erbaut und erweitert von 1480 bis 1493. In der St. Valentinuskirche befindet sich die älteste, noch spielbare Orgel Deutschlands (um 1500), die Kiedricher Madonna (um 1330/50) sowie das handgeschnitzte Gestühl aus dem 16. Jahrhundert. Sonntags findet nach alter Tradition das Choralhochamt (regelmäßig in lateinischer Sprache) mit den Kiedricher Chorbuben statt. Der Bau der Kirche wurde mit Spenden der Pilger finanziert, die wegen der dort aufbewahrten Reliquien des St. Valentin her kamen. Valentin wurde wegen des im Volksmund ähnlich klingenden "Fall net hin" als Schutzpatron gegen die "fallende Krankheit", Epilepsie, verehrt.
Tipp: Tagsüber kann man meist den Vorraum der Basilica betreten, von dort kann man einen Blick in das prunkvolle Innere werfen. |
| Stage 10 |
Chorstift, erbaut 1693. John Sutton stiftete 1865 eine Choralschule um den Fortbestand das erstmals 1333 urkundlich erwähnten Chors zu sichern, der eine nur hier erhaltene Sonderform des Gregorianischen Chorals, den sogenannten „Mainzer Choraldialekt“, pflegt. |
| Stage 11 |
Marktbrunnen aus 1541 mit Prangerstein. Im Laufe der Zeit hat sich der Boden des Markplatzes angehoben, daher sind die Ringe des Prangers heutzutage in Bodennähe. |
| Stage 12 |
Rathaus aus dem Jahre 1585 mit Renaissance-Erkern. Kiedrich besitzt ein Rathaus seit 1393. Es loht sich der Gang durch das Tör hinter das Gebäude auf den Josef-Staab-Platz. Hier findet man unter anderem alte Grenzsteine aus dem Umfeld von Kiedrich wieder. Der Platz wird auch für Dorf- und Weinfeste genutzt. |
| Stage 13 |
Nachtwächterhäuschen, 1880 |
| Stage 14 |
Gasthaus Engel, das älteste Gasthaus Kiedrichs aus 1681.
Tipp: Schaut Euch auch den Brunnen auf der Platzmitte vor dem Gasthaus an. Hier sind die Kiedricher Chorbuben, die Hufnagelnoten nach denen sie singen dargestellt (siehe auch Stage 10). Wer genau schaut findet auch so manches andere ... |
| Stage 15 |
Zehnthof, 1591 errichtet. Der Zehnthof diente zur Erhebung der Zehnten, Naturalabgaben der erwirtschafteten Erträge der umliegenden Äcker. |
| Stage 16 |
Gemeindewaage, 1887
Tipp: Es lohnt sich hier sich die weiteren Gebäude in dieser Straße auch noch anzusehen. |
Quelle: Wikipedia & kiedrich-geschichte.de
Wer Kiedrich noch weiter Entdecken möchte findet über kiedrich-geschichte.de auch noch weitere interessante Gebäude Kiedrichs.
Die Aufgabe:
An jedem der Stages is an dem jeweiligen Bauwerk eine Infotafel angebracht. Ausschnitte dieser Infotafeln sind nachfolgend auf den Buttons abgebildet. An jeder Stage ist der passende Button zu finden und dem Buchstaben die jeweilige Stagenummer zuzuordnen.

Die Dose findet ihr bei:
N50 02.XXX E008 05.YYY
XXX=A*M*C+P*N-B*H+K
YYY=G*F*O+E*L-D*I+J
Spoiler im Checker

Die Idee der Darstellung über "Rätselbuttons" stammt vom Multi Kreuznacher Panoramaweg. Uns hat diese Art gut gefallen, weil man an sich auf die Sehenswürdigkeiten konzentrieren kann. Vielen Dank an Heinzybaby für die Erlaubnis, das hier in ähnlicher Weise für einen Rundgang durch Kiedrich nutzen zu dürfen.