Einige Infos vorweg
Dieser Earthcache ist kein Drive-In. Nehmt euch Zeit um das Listing genau zu lesen und die Fragen sorgfältig zu beantworten. Ein Besuch lässt sich sehr schön mit einem Spaziergang durch die Weinberge und den Wald verbinden.
Um diesen EC zu loggen müsst ihr unter anderem den Boden an unterschiedlichen Stellen untersuchen und beschreiben. Beachtet daher bitte folgende Hinweise:
- Falls es sehr nass ist, müsst ihr evtl. Bodenproben mit nach Hause nehmen um die Konsistenz genau beschreiben zu können. In diesem Fall solltet ihr die Infotafeln fotografieren und die Fragen genau durchlesen bevor ihr wieder nach Hause fahrt.
- Falls Kinder mit dabei sind könnten Schälchen und Fechttücher hilfreich sein.
Nun zum eigentlichen Thema: Böden!
Bodenentstehung: „Einfach erklärt“
Wenn wir in der Natur genauer schauen, worauf wir gehen, stellen wir fest, dass Böden sehr unterschiedlich sind. Hart oder weich, fein- oder grobkörnig, hellbrauch bis rötlich…
Die unterschiedlichen Böden entstehen in einem Jahrtausende dauerndem Prozess. Grundlage ist das Ausgangsgestein. Damit sich daraus Böden entwickeln können, sind zwei Dinge nötig:
1. Regen, Sauerstoff, Hitze, Kälte, Wasser und Wind zerreiben das Gestein und schleifen langfristig auch harten Granit zu immer kleineren Partikeln, den sogenannten Verwitterungsschutt.
2. Auf dem Gestein siedeln sich Pilze, Flechten und Bakterien an. So werden kleine Bodentiere angezogen und es entsteht eine Mischung aus abgestorbenen Pflanzenresten, Tierkadavern, Kot und Verwitterungsschutt. Aus diesem Mix entwickelt sich dann die für uns sichtbare, obere Bodenschicht.
Die so entstandenen Böden haben sehr unterschiedliche Eigenschaften bezüglich ihres Aussehens (Körnung, Farbgebung…) aber auch ihrer Fähigkeit z.B. Wasser oder Nährstoffe zu speichern. Auch die Erodierbarkeit ist sehr unterschiedlich.
Bodenentstehung: „Etwas ausführlicher“
Bodenbildende Faktoren
Böden bilden sich in geologischen Zeiträumen relativ schnell, nach menschlichen Maßstäben jedoch relativ langsam. Die Böden im heutigen Mitteleuropa sind im Laufe der letzten 12.000 Jahre, seit dem Ende der letzten Eiszeit entstanden.
- Primäre Voraussetzung für die Bildung eines Bodens ist ein Ausgangsmaterial aus anstehendem Gestein (Festgestein oder Lockersediment).
- Das Relief darf nicht zu steil sein, da andernfalls das Ausgangsmaterial durch Erosion abgeführt wird, bevor sich daraus ein Boden bilden kann.
- Es dürfen keine größeren Sedimentmengen in das betreffende Gebiet eingetragen werden, da der sich bildende Boden sonst immer wieder verschüttet wird und die Bodenbildung von neuem beginnen muss.
- Das Klima sollte humid (feucht) und nicht zu kalt sein, damit einerseits günstige Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere bestehen und andererseits weil Wasser wichtig für Verwitterungsprozesse st.
Bodenbildende Prozesse
Bodenbildende Prozesse werden durch bodenbildende Faktoren ausgelöst. Sie haben zweierlei Effekte: Sie verändern ein Ausgangsgestein und wandeln es in Boden um, aber sie verändern auch einen bestehenden Boden.
Primäre Bodenbildung
Das Ausgangsgestein wird, unabhängig davon, ob es sich um soliden Fels oder ein Lockersediment handelt, durch Verwitterungsprozesse physikalisch und chemisch in immer kleinere Teile zerlegt. In einem Festgestein ohnehin vorhandene Klüfte verbreitern sich und bieten Platz für angewehten Staub und Pionierpflanzen. Die Minerale des Ausgangsgesteins werden in andere chemische Verbindungen umgewandelt, die Elemente enthalten, die für Pflanzen und Tiere lebensnotwendig sind und von Pflanzen leichter aufgenommen werden können, z. B. Salze des Calciums, des Magnesiums, des Phosphors oder des Eisens. Abgestorbene Pionierpflanzen werden unter Beteiligung von Tieren und Mikroorganismen zunächst in organische Verbindungen wie Zucker, Proteine, Zellulose und anschließend in Huminstoffe zersetzt. Teilweise werden die organischen Verbindungen auch durch Mikroorganismen weiter in einfache anorganische Verbindungen umgewandelt (Mineralisierung). Verschiedene Prozesse sorgen für die Durchmischung von organischer und mineralischer Substanz, sowie die Einbringung von Luft in den Porenraum dieses Gemisches (Pedoturbation). So entsteht im Laufe der Zeit ein belebtes, durchlüftetes Gemisch aus mineralischer und organischer Substanz – Boden. Die organische Substanz ist dabei am stärksten im obersten Bodenhorizont, dem Ober- oder Mutterboden angereichert.
Sekundäre Bodenbildung
Einmal entstandener Boden verändert sich im Laufe der Zeit, insbesondere dann, wenn sich die bodenbestimmenden Faktoren ändern. Es gibt viele Vorgänge, die die Humusbildung beeinflussen oder den Boden anderweitig verändern können. Dazu zählen:
- die Auswaschung von Bodenbestandteilen in tiefere Horizonte oder ins Grundwasser, z. B.
- wasserlösliche Salze
- kohlensäurelösliches Calciumcarbonat
- säurelösliche Tonminerale
- säurelösliches Eisen- und Aluminiumhydroxid sowie Huminstoffe
- Vergleyung, Pseudovergleyung
Zudem schreitet in der Regel die primäre Bodenbildung im Grenzbereich von Boden und Ausgangsgestein in die Tiefe fort, sodass sich insgesamt eine Entwicklung von flachgründigen, steinigen, schwach verwitterten, mineralreichen Böden hin zu tiefgründigen, feinkörnigeren, stark verwitterten, ausgewaschenen Böden vollzieht.
Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Boden_(Bodenkunde)#Bodenbildende_Prozesse vom 18.05.2020
Quellen:
https://www.planet-schule.de/mm/die-erde/Barrierefrei/pages/Bodenbildung.html vom 17.05.2020
https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenart vom 17.05.2020
https://www.bodenwelten.de/content/die-wichtigsten-gesteine vom 17.05.2020
https://de.wikipedia.org/wiki/Boden_(Bodenkunde)#Bodenbildende_Prozesse vom18.05.20
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Eure Aufgabe:
Schauen wir uns die Böden vor Ort an. Auf dem Weg zum eigentlichen EC gibt es 4 Referenzpunkte an denen ihr die Böden genau untersuchen sollt. Notiert euch die Eigenschaften genau und vergleicht eure Notizen mit den Informationen auf der Infotafel.
Bitte mailt mir die Antworten auf folgende Fragen:
1. Beschreibe alle 4 Bodenproben in Stichworten.
-> Achte vor allem bei der ersten Bodenprobe auf den Hinweis im Wegpunkt.
2. Welche 2 verschiedenen Gesteinsschichten liegen unterhalb (!) der verschiedenen Bodenproben? (Siehe Infotafel, das Gestein kannst du nicht sehen.)
3. Auf der Infotafel findest du auch Informationen zum „Kleinen Graben“. Was hat der mit den beiden Gesteinsarten unterhalb der Bodenproben zu tun?
4. Deine Urlaubsvorlieben:
4.a Wüstensand oder Meeresstrand ;o)
4.b Hä? Was hat das mit dem EC zu tun?????? (Nicht "nichts"!)
5. Optional: Foto von euch und der schönen Umgebung
Ihr könnt direkt nach der Mail loggen, ich melde mich falls etwas nicht in Ordnung sein sollte.
Viel Spaß !
Update vom 24.05.: Fragen eindeutiger formuliert.
Update vom 29.05.: Fragen noch eindeutiger formuliert.