Mit dieser Tradi-Reihe wollen wir euch in die Freibäder der Stadt locken.
Naturbad Mockritz
Das Naturbad Mockritz bietet eine Wasserfläche von 2700 m⊃2; und befindet sich im Kaitzbachtal. Gespeist wird der See aus den Quellen des Tiefen Börners. Neben einer Breitrutsche und einer Steganlage im See bietet das Bad eine Kleinkinder-Badelandschaft mit Planschbecken, eine Kneippanlage mit zwei Durchschreitebecken, einen Spielplatz und Fitnessgeräten auch ein Biotop und ein „Grünes Klassenzimmer“.
Die Ursprünge des Sees gehen auf Kurfürst Johann Georg I. zurück, welcher den See in den 1620er Jahren als Münzteich anlegen ließ. Der See speiste die ehemalige Münzmeisterei in der Dresdner Münzgasse. Gleichzeitig nutzte man den Teich ab 1646 als Fischteich und als Mühlenteich für eine Wassermühle. Nachdem die alte Münze nach Freiberg verlegt wurde, verkaufte man die Mockritzer Teichanlagen 1882 an den englischen Unternehmer Thornton Sheil, welcher bis 1925 dort ein Eiswerk betrieb.
Familienbad Dresden Mockritz (undatiert)

Der Bauunternehmer Moritz Hegewald erwarb das Teichgrundstück 1925 und eröffnete mit finanzieller Unterstützung der Stadt das „Familienbad Dresden-Mockritz“. Das Bad bestand aus zwei kleinen Teichen mit einem Gesamtinhalt von 45.000 m⊃3; Wasser und einer Wasserfläche von 30.000 m⊃2; und einem in Zement gefasstes Bassin. Es gab einen Fünf-Meter-Sprungturm, eine Wasserrutsche, zwei Wasserballfelder und drei Sportbahnen (2x 50 Meter, 1x 100 Meter lang). Die durchschnittliche Wassertiefe betrug etwa 1,50 Meter. In der Mitte des großen Teiches befand sich eine Insel mit Bäumen. Ein 18 Meter hohen Rutschbahnturm stand am Südufer des Hauptteiches. Das Baderestaurant „St. Mockritz“ konnte gleichzeitig bis zu 1000 Besucher mit Speisen und Getränken versorgen. Weiterhin verfügte die Anlage neben Autoparkplätzen und Stellplätze für 2500 Fahrräder auch über Garderobenräume für 3000 Personen und 1200 Kabinen. Der Besitzer warb mit der heilenden Wirkung des angeblich „heilkräftigen“ Wassers. Der damals noch durch das Bad fließende Kaitzbach wurde 1929 unter dem Bad kanalisiert.
Turm mit Rutsche um 1932

1960 erwarb die Stadt Dresden das Bad von Hegewalds Erben. Im Laufe der Jahre wurde die Wasserfläche immer weiter verkleinert und die beiden kleineren Teiche zugeschüttet. Der an das Bad grenzende Campingplatz entstand 1973. Mitte der 1990er Jahre erfolgten umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten wodurch die Wasserfläche auf ca. 10.000 m⊃2; verkleinert wurde und die einst inmitten des Teichs liegende Insel zur Liegewiese wurde. Der Kaitzbach wurde renaturiert und fließt am Badesee vorbei. Im Jahr 2011 wurde das Bad, zeitweise bei laufendem Betrieb, für eine knappe Million Euro saniert.
Freibad 2020

Textquellen:
https://www.stadtwikidd.de/wiki/Freibad_Mockritz
https://dresdner-baeder.de/freibaeder/naturbad-mockritz/
Bildquellen
https://de-de.facebook.com/Freibad.Mockritz/
Privat