Am 27.05.2014 hatte ein Starkregen den Hang an der Hohen Eifer im Meißner Stadtteil Triebischtal zum Abrutschen gebracht. Das Erdreich ergoss sich in der Folge als Schlammlawine in die Stadt und richtete dort große Schäden an.
Als Schlammlawine ergoss sich das abgespülte Erdreich in Richtung Innenstadt. Erst die Steigung an der Porzellanmanufaktur hielt die braune Brühe auf. Die Meißner Stadtwerke mussten zeitweise das Triebischtal vom Netz nehmen, da nicht klar war, wo überall das Wasser wie hoch stand. Das Wasser schwappte sogar vom Parkplatz in die Verkaufsräume im Kaufland an der Schützenstraße.
Nach dem Unwetter wurde sich sofort ans Aufräumen gemacht. Das von dem Berg Hohe Eifer abgespülte Geröll wurde mit schwerer Technik beräumt. Der zähe Schlamm ließ sich nur schwer von den Straßen und aus den Häusern entfernen.
Als Grund für das Schadensereignis wurde später mitgeteilt, dass sich durch die Lage des Baches zwischen den Steil- und Hangflächen des Stadtwaldes die Niederschläge zu einem reißenden Strom verwandelten. Die Wassermassen setzten die zerstörten Durchlässe des Kirchsteigbaches mit Schwemmgut und Ablagerungen zu und erschwerten so den Abfluss des Hochwassers. Die Folge: Ausspülungen im Böschungsbereich und die Destabilisierung ganzer Hang- und Wegeflächen. Außerdem wurde das Bachbett und die umliegenden Uferbereiche geschädigt.
Danach machte sich die Stadt Meißen Gedanken, um eine naturnahe Instandsetzung des Kirchsteigbaches umzusetzen und mehr Schutz vor Hochwasser und Starkregen zu erreichen. Zu den präventiven Hochwasserschutzmaßnahmen gehörte auch die Anlage eines Hochwasserrückhaltebeckens im oberen Bereich des Kirchsteigbaches.
Zur Errichtung des Dammbauwerkes wurden ca. 6.000 m⊃3; an Schlamm- und Geröllmassen wiederverwendet, die beim Schadensereignis aus den Hanglagen im Einzugsbereich des Kirchsteigbaches abgetragen, sich in den Stadtteil Triebischtal ergossen und dort abgelagert haben. Der Damm hat eine Höhe von ca. 6 m. Bis 5.600 m⊃3; Inhalt können hier aufgestaut werden. Die Rohrleitung ermöglicht den kontrollierten Abfluss des feldseits eingehenden Niederschlags. Das bedeutet für den Kirchsteigbach konkret eine Reduzierung der Zuflussmenge und -geschwindigkeit aus einem Einzugsgebiet von 29 ha auf 500 l/s. Mit dem neuen Hochwasserrückhaltebecken wird insofern eine maßgebliche Verbeserung der gegenwärtigen Risikosituation bei Starkregenereignissen erzielt.