ACHTUNG! Lies die Aufgaben durch BEVOR Du Dich vor Ort begibst,
Du benötigst Hilfsmittel!
Der Hildesheimer Wald ist ein Höhenzug des Innersteberglands, der wiederum im Niedersächsischen Berglands liegt. Er ist bis zu 358,9m hoch. Es finden sich dort Kalkstein, Mergel und Buntsandstein. Die Fossilien die Ihr hier entdecken könnt, stammen aus dem Erdzeitalter Muschelkalk. Der Ablagerungszeitraum des Muschelkalks erstreckt sich auf etwa 243 bis 235 Millionen Jahre vor heute (jeweils mit einer Unsicherheit von rund 2 Millionen Jahren). Dies entspricht der internationalen Stufe Anisium sowie dem unteren Abschnitt des Ladiniums der Mittleren Trias. Im Trias erstreckte sich ein geologischer Ablagerungsraum des Muschelkalk, das sog. Germanische Becken, über weite Teile des heutigen Mitteleuropas.
Während der Ablagerungszeit war hier ein flaches Meer zu finden. In dem Meer fanden sich Karbonatschlämme und schillartige Sedimente die sich absetzten und später zu Kalkstein verfestigten. Dieser Ablagerungsraum liefert uns heute wertvolle Informationen zur Entstehung der Erdschichten. Auch können Rückschlüsse über klimatische Bedingungen erfolgen, wie diese zur Entstehungszeit der Schichten vorherrschten. Im sogenannten Muschelkalk finden sich nicht nur Fossilien von Muscheln, sondern auch von verschiedenen anderen tierischen Vorfahren.
Trochiten gehören zum Stamm der Stachelhäuter (Echinodermata) und sind damit verwandt mit Seeigeln und Seesternen. Für ein Schichtglied des Oberen Muschelkalks, den „Trochitenkalk“ bzw. heute Trochitenkalk-Formation (nach den als Trochiten bezeichneten, oft einzeln im Gestein verteilten fossilen Stielgliedern von Seelilien) waren sie sogar namensgebend. In den Ablagerungsräumen, wo sich also mehr verschiedene Fossilien gebildet haben, können wir heute genauere Rückschlüsse über die Erdentstehung ziehen.
Trochiten - Crinoidenkalk
Unter Trochiten verstehen wir die versteinerten ring- oder rädchenförmigen Glieder aus denen sich der Stiel der Seelilien aufbaut. Diese kommen gesteinsbildend im Germanischen Becken vor. Dabei bilden diese die besondere Form des Crinoidenkalks, der auch als Trochitenkalk bezeichnet wird. Dabei entstehen diese wie folgt: die kalkhaltigen Hartteile der Crinoiden sanken nach deren Tod zu Boden und bildeten mit der Zeit zunehmend mächtigere Ablagerungen. Während der Gesteinsbildung verdichtete und verfestigte sich das Lockermaterial allmählich zu Kalkgestein. Durch plattentektonische Bewegungen können Gesteine, wie beispielsweise Crinoidenkalke, über große Entfernungen transportiert und im Zuge der Gebirgsbildung aufgefaltet werden. Beispiele hierfür sind die Dolomiten und die Nördlichen Kalkalpen wo die zu einem Gestein verfestigten fossilen Crinoidenreste wieder an der Oberfläche ausstreichen. Gemeinsam mit von Schalentieren und vor allem von winzigen Kalkalgen und ähnlichem Plankton gebildeten Ablagerungen können Crinoidenkalke bis zu 2000 Meter Mächtigkeit erreichen. Bei den Ablagerungen kann man heute deutlich die klimatischen Bedigungen von damals erkennen. Es zeichnen sich z.B. hohe Dichten mit relativ regelmäßigen (hohen) Ablagerungen von Fossilien bei ruhigen Bedigungen ab. Bei sehr unruhigen Bedingungen erkennt man ungleichmäßige und unregelmäßige Anzahlen der Fossilien. Außerdem fragt Ihr Euch evtl. wieso Ihr keine Seelilienblüten vorfindet? Durch Erosion werden im Laufe der Jahrtausende Bergspitzen wieder abgetragen. Somit fehlen oft obere Gesteinsschichten, die ebenfalls Fossilienteile enthalten können. Auch ist es möglich, dass Teile der Seelilien, bei Entstehung schon auseinandergerissen wurden, teilweise weggeschwemmt und an anderer Stelle zu Fossilien wurden. Andere Fossilien können sich mit denen der Trochiten vermischt haben. Die dadurch entstehenden "Mischungsverhältnisse" geben wiederum Aufschluss über z.B. Wasserhöhe zu der damaligen Zeit. So kann eine Vielzahl von Informationen aus den Fossilienfunden vor Ort gewonnen werden.
Um diesen Earthcache loggen zu dürfen, sende mir bitte die Antworten auf die gestellten Fragen VOR dem Loggen über Email oder mein Profil, DANACH darfst Du sofort loggen. Falls etwas falsch sein sollte, melde ich mich bei Dir. Viel Spaß bei der Entdeckungsarbeit :-)
Earthcaches sollen den Regeln nach lehrreich sein. Deshalb sende mir bitte, auch wenn Ihr im Team vor Ort seid, jeweils pro Cacheraccount Deine individuellen Antworten (und nicht alle das Gleiche!). Nur so kommt es zum Lerneffekt für alle vor Ort :-) Also keine Sammelantworten!
Logs ohne Antworten und ohne das Bild vom Aufbau, muss ich leider kommentarlos löschen.
Um zu dem Earthcache zu gelangen, folge einfach den Waldwegen. Der Aufschluss ist in einem alten, kleinen Bruch, der nicht eingezeichnet ist. Es ist zudem eine Sackgasse. Wenn Du an den gelisteten Koordinaten bist, dreh Dich einfach in südliche Richtung um, dann siehst Du den Bereich wo Du Trochiten finden kannst.
Aufgaben / Logbedingung:
- Schau Dir den Aufschluss von den Koordinaten aus an und beschreibe uns Farbe und Größe.
- Geh jetzt näher heran und schau Dir die Oberfläche genauer an. Beschreibe in etwa die Größe der Fossilien.
- Nimm jetzt Dein Hilfsmittel (Rahmen-Quadrat ca. 10x10cm) und lege dieses „Fenster“ über einen Bereich Deiner Wahl, wo Du Trochiten gefunden hast. Zähle jetzt die Trochiten in diesem „Fenster“. Wie viele hast Du gefunden ?
- Wenn Du das ganze einteilst: über 80 (viel), 79-11 (mittel) bis 10 (wenig), wie würdest Du die Stelle beurteilen nach Anzahl?
- Mache ein Bild aus 2-3m Entfernung von Deinem „Experiment-Aufbau“ mit dem quadratischen Rahmen und hänge ihn mit ans Log (LOGBEDINGUNG!)
- Wie kann eine Seelilie zu den Tieren gehören?
Quellen: GeoawareDE10, Wikipedia, Patchwork-Rudel, eigene Beobachtungen