Liebe Cachergemeinde,
mit diesem Tradi möchte ich euch auf das Soldatengrab drei gefallener Flakhelfer aufmerksam machen. Da ihr hier nicht lange suchen sollt, habe ich ein eindeutiges Spoilerbild mit angefügt. Legt doch noch vor oder nach dem loggen eine kleine Gedenkminute ein :-) Die drei werden es euch danken :-)
Aktualisierung 18.3.2021 : Nach Verschwinden der ursprünglichen Dose, wird jetzt eine Filmdose gesucht. Koordinaten angepasst!
!!! WICHTIG!!! Bitte geht diesen Cache nicht in der Dunkelheit an ! Man ist hier sehr wachsam! Habt Dank!
Dort, wo linkerhand der Wald am Külzauer Weg endet und flaches Heideland den Blick über das sanft hügelige Land frei gibt, führt seit eh und je ein ausgefahrener Weg parallel am Waldrand entlang. Schon im April 1945 marschierten hier die deutschen Soldaten, Sturmartilleristen der Burger Sturmgeschützschule, entlang, um aus den Waldunterständen des Külzauer Forstes in die Stellungen am Hochhang des Weinberges an der Elbe zu gelangen. Entlang der Elblinie und auf den Elbdeichen hatte man Verteidigungsstellungen gegen die Amerikaner, die sich bereits auf dem Westufer befanden, ausgehoben. Nach wenigen Schritten wird eine mit niedrigen Büschen umfriedete Grabstätte sichtbar. Drei Holzkreuze und Namenstafeln belegen:
Hier sind blutjunge Männer noch kurz vor Ende des mörderischen Zweiten Weltkrieges ums Leben gekommen. Gerhard Siegel war am 7. August 1927, Alwin Becker am 15. Mai und Reinhard Breuer am 5. Juni 1927 geboren worden. Alle drei starben am 15. April 1945. Nicht einmal 18 Jahre alt wurden sie.
Die Lostauerin Marlis Getzlaff- jahrelang stand sie dem Heimatverein vor- hatte zu ihrer „aktiven“ Zeit einiges zusammengetragen und erfahren. Die Lostauer hatten sich zu ihrer Schande, gestand sie ein, auch gar nicht so intensiv um diese Gräber gekümmert. Eine Frau Rauber machte allerdings immer wieder darauf aufmerksam. Die Gräber sind aber immer gepflegt worden, obwohl keiner so richtig wusste, durch wen. Nach dem Krieg hätten die Kindergartenkinder die Gräber in Ordnung gehalten, erinnerte sich Marlies Getzlaff an ihre Kindergartenzeit nach dem Kriege. Damals hatten über den Holzkreuzen noch deutsche Stahlhelme gehangen. Später hatte eine Frau Golze aus Möser, die mit Lostau familiär verwurzelt war, die Pflege übernommen. Als sie dazu nicht mehr in der Lage war, hatte sich der Heimatverein der Soldatengräber angenommen. Im Jahre 2000 sind durch den Heimatverein die drei Holzkreuze erneuert worden und auf Vereinsdrängen hatte schließlich die Gemeinde eine kleine Zauneinfassung gesetzt. Derzeit kümmert sich auch die Gemeinde um die Pflege und das Schneiden der Hecke und im November gedachte man der Toten mit einer stillen Kranzniederlegung. Doch richtig Licht um die bisher nebulöse Geschichte hatte ein Mann erbracht, der sich in den 1990er Jahren im Landgasthof nach der Grabstelle erkundigte. Leider war sein Name nicht festgehalten worden: Dieser Mann, praktisch ein Augenzeuge, war nur durch Zufall dem Schicksal seiner drei Kameraden entkommen. Wie die drei Toten war auch er in den letzten Kriegswochen als Flakhelfer eingezogen und von Süddeutschland in die schwere Flakbatterie Lostau verlegt worden. Auf dem Weinberg hatte es seit etwa 1940/41 eine große Flakstellung gegeben, die die Berliner Autobahn, das Schiffshebewerk mit dem Abstiegkanal und das Magdeburger Industriegelände Rothensee mit der BRABAG, sichern sollte. In unmittelbarer Nähe der Gräber bei Lostau befand sich eine Suchscheinwerfer- stellung, die von vier Flakhelfern bedient wurde. An jenem verhängnisvollen 15. April 1945 hatte dem unbekannten Mann die Tatsache das Leben gerettet, das er sich mit einem Auftrag auf dem Weg nach Körbelitz gemacht hatte. So entkam er dem tödlichen Artillerieangriff der Amerikaner, der in der Mittagszeit auf Lostau niederging. Siehe hierzu die neuesten Informationen zur Beschießung Lostaus und des Weinbergabschnittes durch die Amerikaner, aus den Unterlagen des 120. US Infanterie-Regiments, in dieser Dokumentation. Als der unbekannte Flakhelfer zurückkehrte, waren seine drei Kameraden tot. Einer von ihnen war sogar in seine Plane gehüllt, hatte der Mann berichtet. Die Opfer sind dann an Ort und Stelle bestattet worden. Einfache Holzkreuze und ihre Stahlhelme waren der einzige Grabschmuck.
Quelle: Thomas Rauwald, „Drei junge Flakhelfer starben zum Kriegsende bei Lostau…“, Burger Rundschau, Volksstimme, 20.Febr. 2009