Historische Angelei in Dittersdorf – Station 8
Mit dieser Runde möchte ich euch meine Heimat am Rande des Erzgebirges etwas näher bringen, sowohl was die schöne Landschaft als auch die Historie angeht. Mit der Cacherei und der Geschichte verbinde ich hier zwei Aspekte, die mein Leben maßgeblich mitprägen und bereichern.
Zunächst war ich selbst skeptisch, was Angelcaches angeht – extra eine Angel für die Dosenjagd anschaffen, muss das sein? Aber inzwischen habe ich Gefallen an der Abwechslung und Herausforderung gefunden und deshalb beschlossen, eine eigene Angelrunde zu legen (oder zu hängen?). Dabei habe ich versucht, schöne Bäume für die Route auszusuchen. An jeder Station erwarten euch zwei Fragen zur Ortsgeschichte von Dittersdorf, die ihr mithilfe des jeweiligen Listings beantworten könnt und zur Errechnung der Bonuskoordinaten benötigt.
Für den Fußweg kann ich euch noch folgenden Tipp mit auf den Weg geben: absolviert die Runde in chronologischer Reihenfolge (wie das in der Geschichte nunmal so üblich ist), denn zwischen den Stationen sechs und sieben gehts ganz schön steil bergab, demzufolge wäre in umgekehrter Reihenfolge ein sehr langer, giftiger Anstieg zu bewältigen. Da die Route hauptsächlich am und im Wald entlangführt, herrscht absolutes Nachtsuchverbot! Parkmöglichkeiten gibt es auf der Ernst-Thälmann-Straße in Dittersdorf.
Industrialisierung
Im 19. Jahrhundert hält in Dittersdorf, das bis dahin landwirtschaftlich geprägt war, die Industrialisierung Einzug. So errichtet der Waliser Evan Evans 1807 eine Maschinenbauanstalt, 1810 entsteht mit der Spinnerei an der Dittersdorfer Straße 4 die erste Fabrik und in der Hartwigschen „Filz- und Kratzentuchfabrik“ arbeiten zu Spitzenzeiten über 400 Mitarbeiter. Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Chemnitz-Aue-Adorf findet Dittersdorf 1875 Anbindung an das sächsische Eisenbahnnetz. Der Ort wurde mit einem Kreuzungs- und Verladebahnhof ausgestattet und besaß später eine eigene kleine Dieselrangierlok. 1929 kam es zu einem Zugunglück am Bahnhof, bei dem mehrere Wagen und eine Lok entgleisten. Am 5. März 1945 explodierte infolge eines Luftangriffs ein abgestellter Munitionszug auf dem Bahnhofsgelände. Nach Kriegsende wurde aufgrund sowjetischer Reparationsforderungen ein Gleisstrang demontiert.