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Tiergartenloch EarthCache

Hidden : 5/23/2020
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Das Tiergartenloch hat wohl wenig mit einem Zoo oder Tierpark zu tun. Nein, es handelt sich hierbei vielmehr um eine gigantische Höhlenruine, die einen riesigen Krater hinterlassen hat.
So einen gewaltigen Höhlenkrater gibt es im ganzen Dachsteinmassiv kein zweites mal.
Um diesen selber zu erforschen, ist ein Aufstieg auf 1480m Seehöhe nötig. Dies geschieht am besten vom Gratis-Parkplatz Echerntal (siehe Wegpunkt) über den beschilderten Wanderweg Richtung "Wiesberghaus" in rund 2,5h.




Das Betreten der Sohle ist nur mittels Kletterausrüstung durch abseilen möglich, zum Lösen des Earthcaches allerdings nicht notwendig!
Von drei Seiten ist das Tiergartenloch mit hohen senkrechten und teilweise überhängenden Wänden umgeben, was diesen Ort vom Boden aus betrachtet einen düsteren Charakter verleiht. In südlicher und westlicher Richtung erstreckt sich der Kessel noch weit unter den Felsen hinein, was von oben bei der Absturzkante nicht sichtbar ist.
Die Sohle fällt von N nach S zu teilweise stark ab. Vor allem im mittleren Bereich liegen gewaltige Versturzblöcke und glaziale Schuttmassen. Zwischen den Felstrümmern existiert ein rund 8 m langer, abfallender Gang. Dieser ist zuletzt mit einem Eispfropfen verschlossen und dürfte früher ein Wasserablauf gewesen sein.
Infolge der exponierten Lage kommt es hier durch die Temperaturunterschiede zu extremen Verhältnissen. Der nördlichste und höchstgelegener Teil wird zeitweise von der Sonne beschienen und ist relativ warm. Am südlichsten und tiefst gelegenen Punkt gibt es dagegen Dauerfrost.



Viel Zeit ist vergangen um eine Höhlenruine wie diese entstehen zu lassen. Dies geschah mitunter in folgender Reihenfolge:

1. Entwicklung eines Hohlraumes: Diese gehört zur ersten und damit zur ältesten Entstehungsphase der Höhlenbildung im Dachsteingebirge.
2. Abtragen der Höhlendecke: In der zweiten Entwicklungsphase verlagerte sich das Wasser in tiefere Horizonte. In der Höhle kommt es zu Veränderungen und gleichzeitig beginnt an der Oberfläche die erosionsbedingte Gesteinsabtragung.
3. Zusammenbruch der Höhlendecke: Der Einsturz der 5 bis 8 m starken Höhlendecke erfolgt noch vor Beginn der Glazialzeiten. Das Resultat ist eine Höhlenruine.
4. Umgestaltung der Höhlenruine: Noch vor 10.000 Jahren war das Tiergartenloch vom Gletscher der letzten Eiszeit (Würm) angefüllt. Entsprechende Veränderung durch die Eismassen wird es natürlich auch in den vorherigen Eiszeiten gegeben haben. Die Spuren dieser Umgestaltung sind gut an der SW-Seite der Innenwände zu sehen.
5. Der Wasserbehälter: Während der Rückzugstadien der Eiszeiten ist der Kessel längere Zeit mit Wasser gefüllt. Der Abfluss ging wahrscheinlich zum Waldbachursprung.
6. Heutiger Zustand: Fortschreitende Erosion und ein Herauslösen von Schichtpaketen im Dachsteinkalk bedingen den weiteren Verfall.



Der Fels in dem der Krater liegt ist aus Dachsteinkalk, eine karbonatische Schichtenfolge. Es handelt sich um hellgraue bis weißliche, manchmal auch rötliche sowie relativ reine Kalksteine. Der Dachsteinkalk wird in zwei verschiedene Fazies unterteilt, den Bankkalk und den Riffkalk.


Die am weitesten verbreitete Fazies des Bankkalkes ist sehr deutlich geschichteter Kalk mit einer sehr groben Ablagerungsstruktur im Meter- bis Zehn-Meter-Bereich. Es handelt sich um die Reste der Lebewesen in einem Lagunenbereich.

Der Bankkalk ist das mächtigste Schichtglied im Dachsteinkalk, er ist sehr widerstandsfähig und fest. Die massiven Kalkbänke bis etwa 20 Meter Dicke sind aus Kalk von sandig bis schlammiger Korngröße entstanden. In ihnen finden sich häufig die Reste von sehr großen Muscheln, den Megalodonten. Kurzzeitige Änderungen der Ablagerungsbedingungen, etwa verstärkte Einschwemmung von tonigerem und feinstkörnigem Material durch die Flüsse, führt zu feinen Störungen in der sonst kompakten Masse: Diese bilden mechanische oder mineralogische Strukturgrenzen in der Rekarbonatisierung der Kalkmasse, die sich durch Lösung und Ausfällung unter Druck homogen verfestigt.

Die „Trennfugen“ der Kalkbänke bestehen aus ½ bis 1 Meter starken Zwischenlagen aus Dolomit (magnesitischen Karbonaten) mit millimeterfeiner Schichtung, manchmal aus dünnplattig brechenden Kalken (Wiederholung der Ablagerungsstruktur im kleinen) und stellenweise Mergeln. Das unterschiedliche mechanische Verhalten dieser brüchigeren Zwischenschichten führt zu der stufig gebänderten Struktur der Berge.

Kurz nach der Sedimentation entstanden mancherorts Hohlräume und Spalten, diese sind mit Brekzien und teils sehr auffälligem ziegelrotem bis ockerfarbenem Ton oder rotgefärbtem Kalk gefüllt.

Die Schichtplatten des Kalksteins sind wegen ihrer Mächtigkeit und der klaren Abgrenzung der Einzelbänke untereinander aus großer Entfernung zu erkennen. Diese klar abgegrenzte Schichtungsstruktur entsteht durch den rhythmischen Wechsel der verschiedenen Gesteinstypen im Bankkalk. Der rhythmische Wechsel einzelner Schichtglieder (Zyklothem) im Dachsteinkalk wurde von dem amerikanischen Geologen Alfred G. Fischer als Lofer-Zyklothem beschrieben. Er erklärt die Lofer-Zyklotheme durch Meeresspiegelschwankungen im Rhythmus von mehreren 1.000 Jahren.


Der zweite Gesteinstyp des Dachsteinkalkes ist der Riffkalk, dabei handelt sich um Korallenriffe, die sich meerseitig an den Lagunen aufgebaut haben. Er ist jedoch nicht so weit verbreitet wie der Bankkalk.

Der größte Teil des anscheinend ungeschichteten Riffkalks („Massenkalk“) besteht aus Riffschutt, was an der ungeordneten Position vieler der Korallenstöcke und riffbildenden Algenmatten erkennbar ist. Die Fossilien waren vor der Ablagerung im Riff vergesellschaftet, sind durch Brandung oder Erdbeben davon abgebrochen und wurden im Riffschutt weiter unten vor dem Riffabfall in größeren, zusammenhängenden Blöcken einzementiert. Nur in wenigen Bereiche des Riffes sind die Riffbildner in Lebensstellung erhalten. Diese Bereiche werden als Riffkerne bezeichnet und stellen Reste des ursprünglichen Riffkomplexes dar. Im Göllmassiv ist der Übergang vom Vorriff bis zur gebankten Riffrückseite bis in die Lagunenfazies dokumentierbar.

Im Unterschied zum Bankkalk ist der Riffkalk von steilstehenden Brüchen und Klüften durchzogen, was geomorphologisch zum Aufbau von Türmen und dem Riffverlauf folgenden schroffen Graten führt.


Sowohl im Bankkalk als auch im Riffkalk sind immer wieder eingeschlossene Fossilien zu finden.


Quellen:
norbertleutner.at
wikipedia.org




Um den Earthcache zu lösen, beantworte folgende Fragen und sende sie mir per Nachricht zu. Du brauchst eine Logerlaubnis nicht abzuwarten. Bei Unklarheiten werde ich mich bei dir melden.

1.) Schätze den Durchmesser der Höhlenruine und die Höhe der Felswand an der NO-Seite in Meter.
2.) Beschreibe die Sohle (Boden) des Kraters. Was ist zu sehen und warum?
3.) Handelt es sich hier beim Umliegenden Gestein um Bankkalk oder Riffkalk?
4.) Untersuche eine der Felswände neben dem Krater etwas genauer. (Ohne dass du hinein fällst!) Merkst du einen Unterschied zwischen den "Trennfugen" und den "dicken Schichten" im Gestein? Fühle es und beschreibe die Unterschiede bzw deren Eigenschaften in Oberfläche, Farbe und Festigkeit.
5.) Über ein aktuelles Foto vom Tiergartenloch (gerne auch mit dir oder deinem GPS-Gerät im Bild) würde ich mich sehr freuen, ist jedoch nicht zwingend notwendig.


Berg Heil!
RauGeo


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