Der Kalvarienberg liegt auf einer Anhöhe (685 m) nördlich von Aigen-Schlägl und ist über einen steilen Aufstieg erreichbar. Am Zuweg befinden sich Kreuzwegstationen vom Ende des 19. Jahrhunderts, bestehend jeweils aus einem Steinpfeiler mit eingelassenem Bronzerelief.
Auf dem Gipfel steht die weithin sichtbare römisch-katholische Kalvarienbergkapelle, ein nach drei Seiten offener barocker Rundbau mit weit vorkragendem Kegeldach aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die hölzerne Kreuzigungsgruppe wird Johann Worath zugeschrieben und je nach Quelle mit 1650 bzw. 1660 datiert. Sie wurde im Auftrag des Abtes Martin Greysing ausgeführt und zeigt den gekreuzigten Christus, Johannes und Maria. Die Wandmalerei (Jerusalem) wurde 1891 eingefügt. 1920 wurde das Bild übermalt, 1994 entdeckte man es wieder und stellte das Gemälde wieder her. Das einfriedende Lanzettspitzengitter stammt von Anfang des 19. Jahrhunderts. In den Jahren 1904, 1958, 1994 und 2013 wurden Renovierungen vorgenommen. Seit der letzten Renovierung durch die Altausseer Restaurierwerkstätte Moser werden die Figuren im Winter verhüllt, um sie vor Wind und Wetter zu schützen.
Westlich der Kapelle befindet sich in einer um 1900 erbauten Grottennische aus Natursteinen das Grab Christi, bewacht von zwei Soldaten, die aus geschnittenem und bemaltem Blech hergestellt wurden.
Gelände und Anlagen gehören der Agrargemeinschaft Aigen, früher als Marktcommune Aigen benannt, entstanden aus den ursprünglich 21 Bürgern (Familien), die sich 1242 in Aigen mit einem gemeinsamen Grundbesitz von ca. 220 Hektar niederlassen durften. Heute umfasst die Agrargemeinschaft 61 Bürger mit einem erheblich größeren Grundbesitz.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kalvarienberg_(Aigen_im_M%C3%BChlkreis)
Aigen-Schlägl, Porträt einer Kulturlandschaft, Isfried H. Pichler (Hg.), Oberösterreischischer Landesverlag Linz, 1979