Allgemein:
Dieser Cache richtet sich sowohl an Nicht-Taucher, als auch an Taucher.
Die Gesamtstrecke Parkplatz - Einstieg - Tauchgang - Dose - Parkplatz beträgt ca. 2.5 km. Alles ist Fahrrad und Kinderwagentauglich.
Die Dose liegt nur wenig neben dem Weg.
Da ich begeisterter Taucher und begeisterter Geocacher bin, hatte ich schon länger die latente Idee, weitergehende Navigations-Techniken als Thema einer Cache-Serie zu machen.
Beim Tauchen sind durch fehlendes GPS-Signal und durch eingeschränkte Sicht zusätzliche Navigationstechniken nötig.
WARNUNG:
Beim Tauchen begibt man sich in eine lebensfeindliche Umgebung.
Auch wenn im Rahmen dieser Serie manche Praktiken theoretisch demonstriert werden und theoretisch erarbeitet werden, so ersetzt dies NICHT einen regulären Tauchkurs.
Du machst diesen Cache auf eigene Gefahr. Weder der Owner, noch Groundspeak übernehmen irgendeine Verantwortung.
Diese Serie wird langsam fortgesetzt. Am Ende folgt wie so oft ein Bonus. Also immer fleißig die Bonuszahlen notieren.
Die Serie besteht aus:
#1 Hang entlang und Tauchprofil, GC8RY6BC
will be continued ...
Ein wenig Theorie vorweg:
Am Anfang der Taucher-Karriere kann man nach bestandenem Tauchschein mit einem ebenfalls brevetierten Tauch-Partner in gewissen Grenzen selbstständig Tauchgänge planen und durchführen. Bei den meisten Tauch-Verbänden darf man z.B. als Erwachsener Taucher mit Anfänger-Brevet und gleich brevetiertem Mittaucher erst einmal nur 18 Meter tief tauchen.
Als Navigation wird an einfachen Tauch-Locations die einfachste Navigation gewählt, die man sich denken kann. Immer an einem Hang oder Riff entlang.
Wenn man an einer falschen Stelle auftaucht, schwimmt man halt zurück.
Neben einer einfachen Navigation muss ein möglichst sauberes Tauch-Profil her. Quasi das Überleben...
Faktisch arbeiten alle Tiefenmesser beim Tauchen mit dem Druck, der physiologisch für den Körper relevant ist.
Sie arbeiten nicht mit der exakten Tiefe, für welche zusätzlich auch noch Salzgehalt (also Dichte des Wassers) und Oberflächendruck bekannt sein müssten.
Das gilt sowohl für mechanische, als auch für elektronische Tiefenmesser (z.B. in einem Tauch-Computer).
Unter erhöhtem Druck nimmt der Körper mehr Stickstoff aus der Atemluft auf. Bei niedrigerem Druck gibt der Körper Stickstoff mit der Ausatmung ab.
Es gibt physiologische Grenzen, in denen der Körper dies ohne Probleme tun kann. (Sonst wäre es ja lebensgefährlich, mit dem Auto bergauf zu fahren. Aber durch die höhere Dichte des Wassers sind auch bei kleinen Tiefen-Änderungen die Druck-Unterschiede deutlich größer, als wenn man mit dem Auto bergauf fährt.)
Zum Vermeiden der Taucherkrankheit (Sprudelflaschen-Effekt) wird zum Ende des Tauchgangs durch langsames Reduzieren des Umgebungsdrucks während des Auf- und Austauchens langsam Stickstoff abgeatmet. Man sorgt also dafür, dass man sich innerhalb physiologisch unbedenklicher Grenzen bewegt.
Je flacher man dabei kommt, desto größer wird der prozentuale Druck-Unterschied.
Es gilt (in Meereshöhe) die Faustregel für den Umgebungsdruck: "1 bar Luft + 1 bar je 10 Meter Wasser".
Daraus folgt, dass ein 5-m-Aufstieg von 20 Metern nach 15 Metern den Umgebungsdruck um 1/6 reduziert, während ein 5-m-Aufstieg von 5 Metern zur Oberfläche den Umgebungsdruck um 1/3 reduziert.
Und daraus folgt, dass man je flacher man ist, eine geringere Aufstiegs-Geschwindigkeit wählt.
Hinzu kommt, dass die Geschwindigkeit der Stickstoff-Abgabe davon abhängt, wie viel man bezogen auf den aktuellen Umgebungsdruck "zu viel" im Körper hat.
Vor dem Hintergrund, dass Gas-Vorräte, Wärme, Licht/Akku, Flüssigkeits-Haushalt, evtl. Harndrang, evtl. Stuhlgangs-Drang, evtl. bevorstehende Gezeiten-Strömungen, gesetzliche Regelungen oder Folgetermine die Tauchgangs-Dauer aber begrenzen, will man oft so schnell wie möglich entsättigen, ohne dabei ein Gesundheits-Risiko einzugehen.
Hinzu kommt, dass sich der Stickstoff nicht nur im Blut, sondern auch in anderen Körper-Geweben angereichert hat und der Abtransport aus anderen Körper-Geweben langsamer geht.
Unter Berücksichtigung der zuletzt genannten Punkte sieht eine optimierte Auftauchkurve in einem Schrieb "Tiefe über Zeit" so ähnlich aus, wie eine Logarithmus-Kurve.
Jedem ist klar, dass Taucher (Anfänger wie auch Fortgeschrittene) mit einer logarithmischen Austauch-Kurve überfordert sind.
Um gesundheitliche Risiken zu minimieren gibt man ihnen also Tabellen für Tauchtiefen und -Zeiten und maximale Aufstiegs-Geschwindigkeiten und maximale Tiefen an die Hand.
Das Ergebnis sind trapezförmige Tauchgangsprofile. (konstante Abstiegsgeschwindigkeit, konstante Tiefe, konstante Aufstiegs-Geschwindigkeit).
Es hat sich jedoch durchgesetzt, dass trotzdem noch ein Stopp (oder mehrere Stopps) auf geringer Tiefe eingebaut werden. So wird (quasi durch die Hintertür) die lineare Austauch-Gerade zu einer (eckigen) Logarithmus-Kurve. Man nähert also "von unten her" mit gestuften Abschnitten eine Logarithmus-Kurve an.
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Hier ist ein schönes Beispiel einer logarithmischen Austauch-Kurve durch viele solcher Stufen:
http://www.cavebase.de/images/projects/2009/gourneyras_juni/image_38.jpg
Vielen Dank an dieser Stelle an die nicht-kommerzielle Höhlentauch-Gruppierung, www.cavebase.de, die mir erlaubt haben, das Bild zu verwenden.
Das Bild entstammt einer schönen Berichts-Seite einer Höhlenbetauchung:
http://www.cavebase.de/index.php/de/projekte/2009/8-portfolio/43-gourneyras-juni-2009
Warnung:
Für solche Tauchgänge sind noch mal zusätzliche besondere Fähigkeiten nötig, die weit über das Sporttauchen hinausgehen. Tiefen, Ausrüstung, Mischgase, Ausbildung, Kreislauf-Atmer, UW-Scooter, .... und nicht zu vergessen: Übung, Training, Routine, Risiko-Management, Team)
Anfänger dürfen zu ihrem eigenen Schutz nicht so lang und tief und ohne freien Weg zur Oberfläche tauchen!!!
Es ist für fortgeschrittene Taucher bei dem o.g. Tauchprofil erkennbar, dass das Dekomprimieren mit Mischgasen stattgefunden hat.
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Die Arten der Austauch-Tabellen sind je nach Tauchverband unterschiedlich. (empirisch oder kalkuliert mit einem von mehreren existierenden Ansätzen. Sie beinhalten entweder nur "Nullzeit unter bestimmten Bedingungen" oder sind mit Dekompressions-Anweisungen)
Gründe für unterschiedliche Arten der Tabellen gibt's. Sie haben aber alle ihre Existenzberechtigungen.
Tauch-Cpmputer können viel detaillierter aufzeichnen und mit ihrem jeweils hinterlegten Rechenmodell arbeiten.
Deko-Programme kann man nur vor dem TG nutzen und sich eine runtime-Tabelle mitnehmen.
Zum Cache:
Du wirst gleich einen "theoretischen Tauchgang an Land" machen. Ich habe einen Rundkurs ausgesucht, bei dem man ein sauberes Tauch-Profil schaffen kann.
Wenn Du auf Deinem Handy einen von den modernen Fitness-Trackern hast, der Dir auch Höhe über Zeit ausgibt, dann würde ich mich nach dem "Tauchgang" über ein Bild von diesem Tauchprofil freuen.
Indem man seine Geh-Geschwindigkeit variiert, kann man bei diesem Tauchgang mit vorgegebener Route auch die "Tiefen-Änderung je Zeit" anpassen.
Als Tauchplatzkarte kannst Du folgende topographische Karte verwenden:
https://opentopomap.org/#map=16/49.43128/7.87249
Als Taucher ist man Naturschützer. Man nimmt nichts mit außer Fotos und lässt nichts zurück außer Luftblasen.
Der theoretische Tauchgang ist so ausgelegt, dass alle Antworten im Vorbeitauchen fotografiert werden können. Und beim Sicherheits-Stopp kannst Du alles aus den Fotos zusammentragen.
Ich wünsche Dir nun Allzeit "gut Luft".
Einstieg und Station 1:
N49 25.915 E7 52.342
Deine Ausrüstung hast Du schon vom Auto hertransportiert. Sie ist fertig montiert und angelegt. Dein virtueller "Buddy" hat mit Dir im Rahmen des "Buddy-Checks" die Ausrüstung überprüft.
Mache bitte vor dem Abtauchen ein Foto von dem großen bunten Punkt am Baum. Dieses Foto brauchst Du später beim Sicherheits-Stop für A.
Bitte starte optional Deinen Fitness-Tracker.
Hier steigt Ihr ein ins Wasser und watet Richtung Nord-Osten, bis Ihr bei N49 25.951 E7 52.389 vollständig an der Oberfläche treibt.
Alle sind gesund und fit. Keiner ist außer Atem. Alle Automaten sind erfolgreich mit Gesicht im Wasser angeatmet worden. Alle Flaschen sind voll.
Ihr taucht in östlicher Richtung den Hang hinab.
Immer dem Weg folgen.
Genießt den versunkenen Wald zu beiden Seiten.
Station 2:
N49 25.952 E7 52.435
Bei ca. 3-4 Metern Tiefe schaut Ihr Euch gegenseitig an und prüft beim Buddy, ob irgendwo ungeplante Bläschen kommen oder ob Ihr bei ihm ANzeichen von Stress erkennen könnt. Ihr gebt Euch wechselseitig ein OK-Zeichen, weil beide keine Probleme haben und beim jeweiligen Buddy nichts Ungewöhnliches entdeckt wird.
Während dieses "Bubble-Checks" machst Du noch schnell ein paar Fotos von dem Baum ohne Rinde. (Stamm, Krone, Rinden-Stücke am Boden) Diese Fotos brauchst Du später beim Sicherheits-Stop für B.
Genießt den versunkenen Wald zu beiden Seiten während Ihr weiter den Weg entlang abtaucht..
Station 3:
N49 25.998 E7 52.560
Bei knapp 18 Meter Tiefe triffst Du auf einen Weg. Tauche nun diesen Weg nach rechts entlang. Aber mach auch ein paar Fotos von den 4 schlanken, hohen Bäumen, um die Du beim Abbiegen herum tauchst. Diese Fotos brauchst Du später beim Sicherheits-Stop für C.
Du siehst in der nächsten Zeit, dass es rechts von Dir hoch geht, während es links runter geht. Im Taucher-Jargon sagt man für derartiges Tauchen an einem Hang entlang: "Hang rechte Schulter".
Gleichzeitig gehören "Hang rechte / linke Schulter" zu den einfachsten Navigationstechniken überhaupt.
Genießt den versunkenen Wald zu beiden Seiten.
Station 4:
N49 25.922 E7 52.476
Rechte Schulter erkennst Du mehrere große Felsen. Einer sogar mit Überhang, unter dem sich manchmal kleine Fische tummeln.
Mache ein Foto von den großen Steinen. Diese Fotos brauchst Du später beim Sicherheits-Stop für D.
Station 5:
N49 25.904 E7 52.461
Linke Schulter erkennst Du einen großen Stein und 3 versunkene Bäume einer Sorte, die hier nicht so oft vorkommt.
Mache ein Foto von den Bäumen. Dieses Foto brauchst Du später beim Sicherheits-Stop für F.
Station 6:
N49 25.878 E7 52.420
Wenn sich links von unten her ein Weg nähert, tauchst Du weiter geradeaus.
Dieser Punkt ist mit 18 Metern der tiefste Punkt Deines heutigen Tauchgangs.
Mach noch schnell ein Foto von dem technischen Gerät, das als Piktogramm an einem Baumstamm hängt.
Dieses Foto brauchst Du später beim Sicherheits-Stop für G.
Station 7:
N49 25.783 E7 52.128
An dem großen Platz mache ein Foto von dem länglichen Gegenstand mit den 2 grellen Farben, der sich schräg gegenüber des großen blauen Schildes befindet. Dieses Foto brauchst Du später beim Sicherheits-Stop für H.
Hier tauchst Du scharf rechts und setzt Deinen Aufstieg weiter fort.
Station 8:
N49 25.803 E7 52.148
Mache ein Foto vom technischen Gegenstand, der als Piktogramm einen Baum ziert. Dieses Foto brauchst Du später beim Sicherheits-Stop für I.
Station 9 und Sicherheits-Stopp:
N49 25.876 E7 52.240
Dein Tiefenmesser verrät Dir, dass Du nun bei knapp 5 Metern Tiefe bist. Alls gesundheitsbewusste Taucher wollt Ihr hier Euren Sicherheits-Stopp vom mindestens 3 Minuten einlegen. Hier ist etwas Platz, um ein paar Meter im Kreis zu tauchen, ohne dabei wesentlich flacher zu werden.
Nutze die Zeit beim Sicherheits-Stopp und berechne bitte die Final-Koordinaten.
A = BWW der Farbe des großen bunten Punktes
B = 3 für Kiefer
4 für Eiche
5 für Tanne
6 für Buche
C = 2 für Kiefer
4 für Ahorn
6 für Pappel
8 für Fichte
D = Anzahl der großen Felsen
F = 1 für Kiefern
3 für Eichen
5 für Tannen
7 für Buchen
9 für Birken
G = BWW des hängenden technischen Gegenstandes
H = BWW der Farbe des Stiels
I = BWW des technischen Geräts, das auf den Baum gemalt ist. (In Deutschland üblicher Anglizismus, der international aber anders heißt....)
Finale:
N49 [H-D+C].[(A/F)+C+B][F][G-I+B-C] E7 I.[G-F][F-C]
Station 10 und Ausstieg:
N49 25.915 E7 52.342
Deine Navigation hat geklappt. Du bist genau beim Einstieg wieder aufgetaucht.
Nun darfst Du aus dem Tauchgewässer aussteigen und Deinen
Fitness-Tracker anhalten.
Nachdem Du die Tauchausrüstung verstaut hast, Dich abgetrocknet und umgezogen hast, etwas getrunken hast, ggf. gepinkelt hast, steht nun einem Besuch der Dose nichts mehr im Wege.
Bitte notiere Dir auch die Bonus-Zahl. Sie steht auf der letzten Seite des Logbuchs.