Am 16.11.1911 erschütterte um 22:26 ein Erdbeben mit einer Magnitude von 5,7 Süddeutschland. Das Zentrum des Bebens lag bei Albstadt-Ebingen in rund zehn Kilometern Tiefe. Das Erdbeben enstand in einer Schwächezone, der Albstadt-Scherzone im Grundgebirge, 5-10 km unter der Erdoberfläche.
Viele Gebäude wackelten und bekamen Risse. Im noch weiter vom Beben entfernten Konstanz fiel eine 4m hohe steinerne Kreuzblume vom Münsterturm in den Garten. Der Sachschaden war immens.
Durch die massive Erschütterung geriet auch der 754m hohe Gehrenberg bei Markdorf im Linzgau ins Rutschen. Unterhalb der Gemarkung "Fuchsbühl" rutsche ein Teil des Berges in die Tiefe und hinterließ den weithin sichtbaren Gehrenberg-Rutsch.
Die über XXXm breite Abrisskante kommt auf Grund der Erosion nicht mehr zur Ruhe und frisst sich immer weiter in die oberhalb liegende Wiese. Ursache für die immer weiter fortschreitende Hangbewegung sind die hier vorkommenden Tone und Mergel der oberen Süßwassermolasse. Molasse setzt sich aus einer Schichtenfolge von tonigen, sandigen und kiesigen Ablagerungen zusammen. Diese stammen aus einem werdenden Gebirge und sammelten sich hier in einem sogenannten Molassebecken an. Molassebecken entstanden durch tektonische Verschiebungen. Beim Absinken sinkt das Niveau des Beckens unter den Meeresspiegel. Dadurch drang das Salzwasser des Urmeeres Tethys ein. Beim Erheben des Geländes hebt sich das Becken wieder über den Meeresspiegel. Flüsse mit Süßwasser brachten nun die Molasse aus den Alpen ins Molassebecken. Dieser Wechsel fand in der Region zwei Mal statt. Dadurch entstanden die Schichten der Unteren Meeresmolasse, der Unteren Süßwassermolasse, der Oberen Meeresmolasse und der Oberen Süßwassermolasse. Die hier vorliegende obere Süßwassermolasse (Abk. OSM oder auch tOS), Serravallium, Tortonium und Pontium entand vor etwa 16 bis 5 Mio. Jahren. Überlagert werden diese von eiszeitlichem Moränenmaterial.
Es wurden seither keinerlei Sicherungsmaßnahmen durchgeführt oder Versuche unternommen den schroffen Abriss zu stabilisieren. Hier lässt man der Natur freie Hand. Dadurch entstand unterhalb des Rutsches ein nahezu unberührtes, wildwüchsiges Biotop.
Auf dem Weg zum Gehrenberg-Rutsch kommt man an einem ca. 30m hohen Aussichtsturm vorbei, von welchem man einen grandiosen Rundumblick auf den Bodensee, die Gipfel der Alpen und das Hinterland hat.
An der Abbruchkante sind kleine Kinder am besten an die Hand zu nehmen, da es hier keinerlei Geländer oder andere Absturzsicherungen gibt!
Am anderen Ende des Rutschs findet ihr ein Schild der "Bodensee Land Gänge", auf welchem der Rutsch beschrieben wird.
Um den Cache zu loggen sind folgende Fragen zu beantworten und Bedingungen zu erfüllen:
1. Wie breit ist die gesamte Abbruchkante?
2. Aus welcher Eiszeit stammt die Überlagerung?
3. Warum die hier vorliegende Molasse nicht standfest und weshalb schreitet die Erosion immer weiter fort?
4. Nach etwa einem Drittel des Abbruchs kommt die Erosion dem Trampelpfad schon sehr nahe. Bestimme an dieser Stelle die Distanz zwischen der Kante und Trampelpfad und beschreibe in eigenen Worten was hier passiert.
5. Mache ein Bild der Messstelle (Siehe Referenz-Photo). So wird die fortschreitende Erosion mit jedem Bild dokumentiert und es entsteht im Laufe der Zeit eine Bilderreihe, welche den Vorgang deutlich veranschaulicht.
Ihr könnt den Fund direkt loggen ohne auf eine Antwort von mir zu warten.
Falls etwas nicht stimmen sollte, melde ich mich.