Im Rahmen der heiligen Stätten möchten wir kleine Kapellen und Wegkreuze in unserer Heimat ehren, die man sonst nur allzu leicht übersieht oder an denen man achtlos vorüberzieht. Wir freuen uns, wenn sich auch andere an dieser kleinen Serie beteiligen.
Das als MEHRENER BILDCHEN bezeichnete Heiligenhäuschen, ist östlich der Weinfelder Kapelle auf der Gemarkung Mehren an der alten Wegeverbindung von Mehren nach Weinfeld gelegen.
Nach dem Volksmund soll dieses Flurdenkmal auf dem Kellergewölbe des ehemaligen Weinfelder Pfarrhauses oder an einem Opferstein errichtet sein.
Vor der heutigen Umfeldgestaltung war gut erkennbar, dass die Standfläche von großen unförmigen Steinblöcken gebildes wird. Es ist offensichtlich, dass das Objekt auf Bauresten einer römischen Siedlung mit einem großen Grabdenkmal und der späteren Wüstung Weinfeld (aufgegeben vor 1562) steht. Dass es sich bei den Steinblöcken um Reste des Pfarrhauses der ca. 500 m westlich gelegenen ehemaligen Weinfelder Kirche handelt, ist zweifelhaft und nicht gesichert.
Aus Bruchsteinen gemauert und grob verputzt wird die vierseitig abgewalmte Spitze von einem einfachen Eisenkreuz mit gespaltenen Enden (Ankerkreuz) bekrönt.
Die Bildnische ist nach Nord-Osten ausgerichtet und die Nischensohlbank bildet ein massiver Block aus rotem Sandstein mit stirnseitiger Kartusche und der Inschrift
MARIA JESUS JOSEF
ARNOLD SCHILDGEN 1770
Der Name des Stifters/Errichters ist infolge der Verwitterung heute nicht mehr lesbar.
Quelle/Text: R. Thelen