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EC Wiligrader Kalksinter - ein Sediment entsteht EarthCache

Hidden : 6/14/2020
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Auf einer Waldlichtung, etwa 12 km nördlich von Schwerin, befindet sich das Schlossensemble Wiligrad.

Nahe des Schlossturmes führt ein geschlungener Spazierweg zur Elisabethquelle und im weiterem Verlauf zum Ufer des Schweriner Sees.

 

 

Wiligrad liegt auf einer welligen Grundmoränenlandschaft. Die dazu gehörende Endmoräne kann man vom Paulsdamm aus nach Süden bei Neumühle-Zippendorf-Raben Steinfeld gut erkennen.
Das Schloss Wiligrad steht etwa 60 m über dem Meeresspiegel. Unmittelbar östlich des Schlosses fällt die Hochfläche in einem Steilufer zum Schweriner See ab, dessen Spiegel sich heute bei 37,6 m über dem Meeresspiegel befindet. Auf diesem alten Steilufer hat sich ein Rotbuchenhochwald mit Perlgras, Waldmeister, Knoblauchrauke, Teufelskralle und anderen Arten bindiger Böden (Geschiebemergel) entwickelt.
Offenbar streichen an diesem alten Steilufer zwei übereinander liegende Geschiebemergel aus, die an der Elisabethquelle sowie in dem Tälchen am Südrand des Parks durch einen Schmelzwassersand getrennt werden. Dieser Schmelzwassersand führt Grundwasser, das am Steilufer in der Elisabethquelle austritt.

Interessant ist nicht nur die Quelle selbst sondern auch der Abfluss des nicht genutzten Wassers. Es sickert nämlich am Hang des alten Steilufers hinab zum Schweriner See. Dabei werden die dort wachsenden Laubmoose von Kalk überkrustet.

Quasi vor unseren Augen bildet sich Kalksinter, ein junges, poröses, sekundäres Sedimentgestein.

Der international hochgeschätzte Eiszeit-Geologe Dr. Werner Schulz untersuchte mit wissenschaftlicher Akribie die Wiligrader Elisabethquelle. Der Experte ordnete die seltene Quelle mit ihrem Sinterhang am Steilufer des Schweriner Außensees wegen ihrer Besonderheiten und Einmaligkeiten in die Liste der schützenswerten Geotope ein.

Wie entsteht aber dieser Kalksinter?

Die Niederschläge sickern langsam durch den oberen Geschiebemergel hindurch, lösen dabei den im Geschiebemergel befindlichen Kalk auf und reichern sich so mit Kalk (CaCO3) an. Im Schmelzwassersand nimmt das Grundwasser aus der Bodenluft Kohlendioxid (CO2) auf und bildet Calciumhydrogencarbonat (Ca(HCO3)2). Kohlendioxid entsteht im Waldboden unter anderem beim mikrobiellen Abbau organischer Substanzen. Sobald das Grundwasser dann am Hang in Form einer Quelle austritt, entweicht infolge der Temperaturerhöhung und Druckentlastung aus dem instabilen Calciumhydrogencarbonat wieder Kohlendioxid. Es bildet sich das stabile Calziumkarbonat (CaCO3). Dieses Entweichen von Kohlendioxid kennt jeder, der eine Brauseflasche öffnet. Die Löslichkeit des Calziumkarbonats in Wasser ist geringer als die des Calciumhydrogencarbonats.

Das im Quellwasser befindliche Calziumkarbonat fällt deshalb beim Rieseln über das alte Steilufer aus und überkrustet die Vegetation. Moose und andere Pflenzenreste erhalten eine filigrane hellgraue Kruste und sterben ab, es entsteht ein Gehänge-Sinter.

Die Kalkschicht ist trotz ihres geringen Alters so stark verkrustet, dass es nicht gelang, mit einer Bohrstange diese Schicht zu durchteufen.

Der Hang unterhalb der Elisabethquelle sollte frei von Bäumen und Büschen gehalten und von jeder Veränderung durch den Menschen ausgenommen werden. Der von Schachtelhalm umrahmte Sinterhang bildet einen in Mecklenburg seltenen und deshalb schützenswerten Geotop.

Der Vorgang der Sinterbildung ist im Jungmoränengebiet Norddeutschlands selten zu beobachten.
Größere Vorkommen von Kalksinter, bei höherer Festigkeit Travertin genannt, treten im kalkreichen Thüringer Becken auf. Bekannt sind die großen Steinbrüche von Weimar-Ehringsdorf und Burgtonna bei Bad Langensalza. Hier werden große Blöcke von Travertin herausgesprengt, gesägt und als Verkleidung von Fassaden verwendet.

Die Bildung des Kalksinters an der Elisabethquelle ist zwar quantitativ unbedeutend, geht aber auf den gleichen geologischen Vorgang der Travertinbildung zurück.

Quellen:

"Die geologische Bedeutung der Elisabeth-Quelle unterhalb des Schlosses Wiligrad nördlich von Schwerin" ; Dr. Werner Schulz        

 

Nach dieser kleinen theoretischen Einweisung seid nun IHR gefragt.

Begebt euch zur Elisabethquelle!

Hier sprudelt das Quellwasser in ein kleines Becken.

1. Entnehmt in einem durchsichtigen Messbecher, oder einer Flasche etwas Quellwasser! Beschreibt die Wasserprobe bezüglich ihrer Qualität!

2. Schätzt, wie viel Wasser die Quelle in einer Minute ausschüttet!  Optional könnt ihr die Karbonathärte bestimmen.

Wegpunkt 1:

Begebt euch auf dem Wanderweg zum Wegpunkt 1, unterhalb der Quelle am Ufer des Schweriner Sees!

3. Beschreibt den Kalksinter am Hang! Welche Farbe, Konsistenz und Härte hat der Kalksinter? Könnt ihr „versteinerte“ Pflanzenreste erkennen?

4. Entnehmt am Weg eine kleine Probe des Kalksinters! Träufelt in eurem „Hauslabor“ etwas Essig- oder Salzsäure auf die Probe! Beschreibt die chemische Reaktion!

Seid vorsichtig bezüglich eventuellen Verätzungen!

Aufgabe zum Abschluss:

5. Macht bitte ein Foto von euch oder eurem GPS Gerät an der Quelle, welches ihr an euren Logeintrag anhängt!

 

Bitte verlasst nicht den Weg und klettert nicht auf den Hang!

 

Sendet eure Antworten direkt über mein Profil, damit ist die Logerlaubnis erteilt! Sollte etwas nicht stimmen, werde ich mich bei euch melden.

Nun viel Spaß und genießt die wunderschöne Landschaft!

 

 

Wer möchte, darf sich zur Erinnerung gerne dieses kleine Banner in sein Profil einbauen. Dazu einfach den folgenden Link ins Profil kopieren:

<a href="http://coord.info/GC8V0BP"><img src="https://s3.amazonaws.com/gs-geo-images/2bddd013-239b-49ac-b319-72e459e7e114_l.jpg" /></a>

 

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