Handwerksberufe in Würselen #6 - Der Steinmetz
Diese Serie von 10 Caches plus Bonus sind im Rahmen der Projektwoche 2018 des Gymnasiums Würselen entstanden. Jeder der Caches thematisiert einen traditionellen Handwerksberuf. Hierfür haben sich die Schüler im Internet, bei Berufsschulen und Handwerkskammer, sowie bei den Betrieben vor Ort über die betreffenden Berufe informiert.
Dem Thema unseres Projektes folgend versuchen wir Denkmuster aufzubrechen und neue Wege in Sachen Berufswahl zu gehen oder aufzuzeigen. Das Handwerk hat zwar „goldenen Boden“, jedoch finden sich immer weniger junge Leute, die bereit sind, dieses „Gold“ aufzuheben. Viele angehende Abiturienten befinden sich in der Denkschiene, dass auf das Abitur zwangsläufig das Studium folgt. Jeder will Heizungen konstruieren, aber niemand will sie installieren oder warten.
Einer Zeitungsnotiz aus dem Juli 2018 zufolge gibt es in der Städteregion mehr freie Lehrstellen als Lehrlinge, während in anderen europäischen Ländern die Jugendarbeitslosigkeit hoch ist. Unser Ziel ist es, mit diesen 10 Caches über verschiedene Handwerksberufe zu informieren, aber auch zu unterhalten. In jeder Dose wird sich eine Bonuszahl befinden, die zu einem Bonuscache führt.
Der Steinmetz
Als wir durch unsere italienischen Partner im ERASMUS+ Projekt für den Beruf des Steinmetzes in Deutschland sensibilisiert wurden, war unsere anfängliche Reaktion in etwa diese: „Steinmetze machen doch nur Grabsteine!“ Nach einigen Recherchen hat sich dann unsere Sicht auf den Beruf doch sehr verändert. Steinmetze und Steinbildhauer stellen zwar auch Grabsteine her, doch das Spektrum ist deutlich umfangreicher.
Sie arbeiten an der Restauration von Denkmälern, bearbeiten Bodenplatten und wirken an Bauprojekten mit, bei denen der Baustoff Naturstein verwendet wird. Der Schwerpunkt der dreijährigen Ausbildung liegt entweder auf „Steinmetzarbeiten“ oder auf „Steinbildhauerarbeiten“. Während der ersten beiden Ausbildungsjahre haben beide Schwerpunkte gemeinsame Ausbildungsinhalte. Erst im dritten Ausbildungsjahr findet die Spezialisierung statt.
In den ersten beiden Ausbildungsjahren stehen daher die gemeinsamen Grundlagen der Steinmetzarbeit und Steinbildhauerarbeiten. Die Auszubildenden lernen beispielsweise wiedie verschiedenen Steine und Rohstoffe zu perfekten Steinplatten verarbeitet werden, wie man künstliche Steine herstellt oder auch wie Maschinen und Regelungsanlagen eingestellt und bedient werden. Was früher durchgängig Handwerk war, wurde in den letzten Jahren vermehrt durch Maschinen erleichtert; besonders in den Bereichen Schleifen, Spalten und Schneiden von Steinen. Auch Kreativität ist gefragt - besonders bei Steinbildhauern. Zur Ausbildung gehören außerdem das Anfertigen und Ausführen von Skizzen, Bau- und Werkzeichnungen.
Wie wir bei einem Besuch bei Steinmetz Radermacher, der seine Werkstatt am Friedhof Lintert in Aachen hat, erfuhren, hat die Digitalisierung seit einiger Zeit Einzug in das Arbeitsumfeld des Steinmetzes gefunden. Neben der Verwaltung v
on Aufträgen und Rechnungen und der Kommunikation mit Kunden, die heutzutage oftmals digital abläuft, werden die erwähnten Skizzen und Planungszeichnungen vermehrt am Computer erstellt und dann über spezielle Programme an Bohr- oder Schleifmaschinen weitergegeben. Auch wenn die Herstellung von Grabsteinen noch immer eine große Bedeutung für die Steinmetze hat, so sind viele Firmen ebenso durch Bauprojekte ausgebucht, bei denen beispielsweise Wandverkleidungen aus Marmor oder Steintreppen geplant sind. Neben öffentlichen Bauprojekten gibt es immer mehr Privatkunden, die Badezimmer (so z.B. Dusche, Wandverkleidung, Boden oder Waschbecken), Küchenarbeitsflächen und -böden oder den Außenbereich ihres Hauses (Bänke, Wege, Skulpturen) aus Stein haben wollen. Der letzte Auszubildende von Radermacher wurde nach Abschluss seiner Ausbildung direkt übernommen, einen neuen Auszubildenden hatte die Firma im Winter 2019 noch nicht, denn diese Ausbildung ist weniger stark nachgefragt als z. B. ein Trendberuf wie der Schreiner.
Die Auszubildenden im Bereich Steinmetz bringen in der Regel einen Hauptschul- oder mittleren Schulabschluss mit. Körperliche Fitness und handwerkliches Geschick sind wichtig; für den Schwerpunkt Steinbildhauer ist darüber hinaus auch künstlerisches Talent erforderlich. Wer im Bereich der Grabsteinherstellung tätig ist, dem sollte klar sein, dass er viel mit Trauernden zusammenarbeiten wird. Sensibilität ist daher ein absolutes Muss.
Die anderen Caches findet ihr hier
Traditional arts and crafts in Würselen #6 - The Stonemason or Stone Sculptor
This series of caches (including a bonus) were created for an ERASMUS# Project 2018-2020 by a number of pupils of Gymnasium Würselen. During the time period similar caches will be created in Metkovic (Croatia), Florence (Italy), Bourges (France) and Gothenborg (Sweden). Each of our caches has a specific traditional craft as a theme. For the background information, pupils did research on the internet, visited vocational training schools in Aachen and the chamber of crafts, plus enterprises and businesses in Würselen to inform themselves about these crafts.
The aim of our project is to break down barriers and to show new ways to find the right profession for younger people. As the old saying in Germany goes, handcraft has a golden shine, but less and less young people are interested in starting job training in a professional craft. Many pupils who are about to pass their final exams and to leave school consider studying as a logical continuation after finishing school. Everybody wants to design a heating system, but nobody wants to install or service them.
A newspaper article from July 2018 claims that the Aachen region has more openings for job training than apprentices, while other European countries suffer from a high number of unemployed young people.
With these 10 Caches about different crafts we aim to inform but also to entertain. Each container will include a bonus number which leads to the bonus cache.
Stonemason or stone sculptor
When our Italian partners in the ERASMUS+ project asked us about stonemasonry in Germany, our first reaction was something like this: “Stonemasons only do tombstones!” After doing some research, we quickly changed our perception of this profession. Stonemasons and stone sculptors do produce tombstones and gravestones, but the range of their activities and products is far more varied. They work on the restoration of memorials, do stone floorings, work on construction sites where natural stone is used as a building material. The focus of the three-year training is either put on stonemasonry or stone sculpturing. During the first two years of training, the topics of training are identical and deal with the basics of both branches. Specialisation only takes place in the third year of training then. The apprentices learn how different stones and raw materials are processed into perfect stone plates, how artificial stones are produced or how to set and operate machines and controlling systems.
What exclusively used to be a hand craft, has been made easier in recent years by machines; especially in the area of sanding, grindin
g, cleaving and cutting of stones. If you want to focus on stone sculpturing, you have to be creative. The job training also includes the making of drawings and sketches as well as the execution of these designs. As we learned during our visit to stone mason Radermacher , located at the Lintert cemetery in Aachen, digitalization does influence the work of stone masons more and more: accounting and billing, administrating orders and communicating with customers nowadays mostly takes place digitally. Besides, more and more sketches and drawings are created on computers and are then passed on to drill or grinding machines controlled by specific software programs.
Even though the manufacturing of gravestones is still of great importance for stonemasons, most companies are booked out working on construction sites, if these require marble panels or stone steps. Apart from publicly financed projects, there still are a number of private customers who want to have high quality stones in their bathrooms(such as showers, panelling, flooring and sinks), their kitchen (work surfaces and flooring) or their garden (benches, paths or sculptures).The last trainee who did his apprenticeship at Radermacher’s was taken on as worker but there wasn’t a new apprentice in the winter of 2019, because there were no applications. Becoming a stonemason does not seem to be as attractive as becoming a carpenter.
To become a stonemason, a certificate of secondary education(i.e. middle school diploma)is sufficient. You need physical fitness and craftsmanship; if you want to become a stone sculptor, you will also need creative talent. Anyone working in the field of gravestone production should be aware that they will have to deal with mourning relatives; so empathy and compassion is an absolute must.
N 50° 48.???
E 006° 08.???
