Bei diesem Gebäude handelt es sich um eine Badstubn oder Brechelhütte. Auch in Bayern gab es eine Badekultur, die, schon um 750 im "Lex Baiuvariorum" niedergeschrieben wurde. VieleHöfe hatten so eine Badstube. ("Wenn jemand das Badhaus, den Schaf- oder den Schweinestall eines andern einäschert, büße er für ein jedes [Gebäude] mit drei Solidi und erstatte es gleichwertig.") Der Bau war unterteilt in einen Entkleide Bereich und einen abgeschlossenen Raum mit Ofen, der von außen geschürt wurde, in dem Steine erwärmt und mit Wasser begossen wurden. Auf Holzbalken lag ein Bretterboden, der zum "Dampfbaden" den nötigen Komfort bot.

1616 wurde im 39. Artikel einer älteren Verordnung des Landsrechts dies eingeschränkt. So durften nun in Ortschaften nur noch eine Badstube sein, nur abgelegene Höfen wurde eine eigene zugestanden.
Nach 1800 war die Nutzung in fast allen Dörfen verschwunden, danach wurden die Gebäude zum Flachsdörren verwendet. Der Drang nach Dampfbad schien nicht mehr vorhanden zu sein. Die Nutzung als Badstube geriet so in Vergessenheit, nicht aber der Name.
Bei der Aidlinger Brechelhütte ist die Ofenöffnung nach außen an der Nordseite noch zu erkennen. Der Flachs wurde auf Dörrgerüsten unterhalb der Decke ausgelegt.
Das Gebäude hier ist im Jahr 1872 teilweise abgebrannt und wurde danach wieder aufgebaut.
Das Haus hier stammt aus wohl dem 17. Jhd - auch wenn man es ihm so nicht anssieht - und war in der Gemeinde unter dem Namen "Badhaus" bekannt. Hier wurde der Flachs aus dem Dorf verarbeitet. Das "Haus" ist nun in Gemeindebesitz.
Ein Interessanter Ort zur Geschichte im dörflichen Bereich.
Und wenn man mal hier ist und den kleinen Cache gefunden hat, kann man sicher auch noch etwas Spazieren gehen. Der Aidlinger Höhenweg ist nicht weit.
Quellen:
Jahresschrift "Lech-Isar-Land", Jahrgang 1934, Seite 88 - Verfasser: Dipl-Ing. Rud. Hoferer, Schondorf
Karl Wolf, Sprecher Arbeitskreis Geschichte Riegsee
Presseartikels, erschienen im Murnauer Tagblatt vom 11.9.2020
Baudenkmal: D-1-80-128-13
Hintergrundbild:
Jahresschrift "Lech-Isar-Land", Jahrgang 1934, Seite 88 - Verfasser: Dipl-Ing. Rud. Hoferer, Schondorf