Ich wohne hier nun schon eine Weil am Rhein und wurde erst durch eine Aufräumaktion mit dem TRUZ (Trinationales Umweltzentrum, https://www.truz-umweltbildung.org/) auf dieses schöne und spezielle Tal aufmerksam.
Vielen Dank auch an das TRUZ für das zur Verfügungstellen der Materialien und Karten.
Naturräumliche Gegebenheiten
Das Naturschutzgebiet Krebsbachtal erstreckt sich über 22,5 ha auf den Gemarkungen Weil am Rhein und Haltingen im Naturraum der Markgräfler Rheinebene (südlicher Oberrhein). Aus geologischer Sicht befindet sich das Krebsbachtal am Rand der eiszeitlich geprägten Niederterrasse, in der sogenannten Randsenke. Der Krebsbach fließt meist am Fuß einer hohen Böschung (Niederterrassenhang/Hochgestade), der Stufe zwischen Rheinniederung und Niederterrasse (Abb. 2). Vorherrschende Gesteine sind quartäre Schotter und andere alluviale Bildungen. Im Hangbereich tritt Braunerde/ Parabraunerde mit Schotter- und Terrassensedimenten zu Tage und geht dann im Feuchtwaldbereich in Auenpararendzinen und Braune Auenböden über. Kleinräumig haben sich in sehr häufig oder andauernd überstauten Bereichen Niedermoortorfe gebildet, während in Bereichen mit stärker schwankendem Grundwasser-spiegel Gleyböden vorherrschen. Die Wasserleitfähigkeit/Durchlässigkeit der Böden im NSG ist im vergleyten Bereich mittel und im quartären Lockersediment hoch.
Der durch die Vogesen und den Schwarzwald geschützte Oberrheingraben besitzt ein besonders mildes Regionalklima. Dieses ist durch hohe Jahresdurchschnittstemperaturen mit einem Jahresmittel von 9-10°C geprägt. Das Gebiet um Weil am Rhein weist für den Oberrheingraben relativ hohe annuelle Niederschlagssummen von durchschnittlich 800 bis 900 mm auf (HÖLZINGER 1981 in REGIERUNGSPRÄSIDIUM FREIBURG 2004). Punktuelle, unregelmäßig auftretende Wärmegewitter bestimmen die sommerlichen Niederschläge. Wenn diese ausbleiben, können dramatische Trockenjahre die Folge sein (COCH 200).
Trotz der mehrfachen Zerschneidung durch Verkehrstrassen stellt der Krebsbach im Naturschutzgebiet ein selten gewordenes Beispiel für einen naturnahen Niederungsbach mit charakteristisch geringem Gefälle und dadurch bedingter Ansammlung von organischem Material (Detritus) an der Gewässersohle dar. Eine Besonderheit ist das durch räumlich nahe Quellspeisung relativ wenig belastete Wasser. Die geringe Belastung des Quellwassers hebt die Krebsbachquellen positiv gegenüber den stärker eutrophierten Hangquellen der Petite Camargue Alsacienne hervor.
Die Rektifikation des Rheins durch Tulla im 19. Jahrhundert und die weiteren wasserbaulichen Maßnahmen am Rhein, wie der Bau des Rheinseitenkanals, waren für die bekannte gravierende Absenkung der Grundwasserstände in der Aue verantwortlich.
Insgesamt handelt es sich beim Krebsbach entsprechend den natürlichen Gegebenheiten bei einem teilweise sehr geringen Gefälle um einen langsam fließenden Bach. Die sandig- schlammigen Schlickablagerungen, wie sie im Krebsbach anzutreffen sind, sind aufgrund dieses geringen Gefälles und des eher feinkörnigen Substrats von Sohle und Ufer durchaus als typisch für einen eigenständigen Rheinauebach/Grundwasserquellbach anzusehen (LFU 1999a). Auch bei winterlichem Abflussmaximum ist die Fließgeschwindigkeit stellenweise gering. Es wird jedoch vermutlich verstärkt lateral Wasser abgegeben. Dies führt in Kombination mit dem hohen Grundwasserstand zu einer vor allem winterlichen Überstauung angrenzender Bereiche (Karte 2).
Nutzungsgeschichte
Der Wald des Krebsbachtals ist auf alten Karten dokumentiert und kann daher als historisch alter Wald bezeichnet werden. Der alte Gewannname „Mooswäldele“ bedeutet so viel wie feuchter/vermoorter Wald. Frühere Nutzungen im Gebiet beschränkten sich auf Holzentnahme, Beweidung (KELLER 1961) sowie die Nutzung des Bachs als Waschplatz („Wöschbach“) durch die Bevölkerung von Haltingen. Dieser Waschplatz befand sich in Zone III Abschnitt 3. Das Krebsbachwasser wurde zudem zur Wässerung der nördlich gelegenen Haltinger Matten genutzt. Ab wann diese Art der Nutzung bestand, konnte nicht ermittelt werden. Sie ist allerdings auf historischen Karten aus dem 19. Jahrhundert bereits deutlich zu erkennen (Abb. 5).
Ende des 19. Jahrhunderts wurden Teile des Waldgebietes gerodet und Entwässerungsgräben sowie mehrere Teiche angelegt. Ziel war eine wirtschaftlich rentable Krebs- und Forellenzucht mit Krebsbach-Quellwasser. Wegen der Einleitung von giftigem Chlorwasser in den Krebsbach durch die Bahn musste dieses Projekt jedoch nach kurzer Zeit aufgegeben werden. Die Teiche sind erhalten geblieben (Zone III Abschnitt 2).
Teile des Gebietes wurden nach der Rodung und Entwässerung als Gärtnereigelände genutzt (nur teilweise im NSG, Zone II). Hier befinden sich heute nach Aufgabe der Gärtnereinutzung ein Baumateriallagerplatz, ein sekundäres Feuchtbiotop sowie das ehemalige Wohnhaus der Gärtnerei. Stark prägend und zerschneidend wirken die Bahndammaufschüttungen der Deutschen Bahn. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand eine weitere gravierende Zerschneidung des Gebietes durch den Bau des sogenannten Palmrainzubringers (B 532).
Nun zu den Fragen: Seht euch am Nullpunkt um:
1. Was seht ihr, wenn ihr Richtung Nord-Ost seht? Schätz den Unterschied der Höhenmeter ab und erklärt ihn. Beschreiben den Untergrund, auch im Vergleich zu der 2. Frage.
2. Nun dreht euch um: Was seht ihr Richtung Süd-West - erklärt die Höhenunterschiede sowie Gewässer, Untergrund etc.
Bitte beantwortet wie bei allen Earthcaches die Fragen via den Messanger - Ihr könnt danach Loggen, ich melde mich, falls etwas nicht stimmt.
Gerne dürft ihr auch ein Foto von euch hier oder an einem anderen Platz im Krebsbachtal, dass euch gefällt hochladen. Und für den Januar ist auch wieder ein Cito in Zusammenaarbeit mit dem TRUZ geplannt, fals die Coronabestimmungen dies zulassen, denn leider wird dieses schöne Tal auch gerne zum Abladen von Müll verwendet.
Literatur: Ausschnitt aus: Trinationales Umweltzentrum e.V. (2011):
Grenzüberschreitendes Habitatmanagement für die Trockenause am südlichen Oberrhein. Teil 3: Vorschläge und Ideen zur Aufwertung des Naturschutzgebiets „Krebsbachtal“ Weil am Rhein.