Die Gagelkirche bei Altenplos
Eine enge Felsenschlucht, sie wird Gagelkirche, mundartlich „Gaglkerng“ genannt.
Die Sage erzählt manches von der Gagelkirche: Vor vielen Jahren so sagt man stand hier eine Kirche, die im Sumpf versank. Zuletzt war nur noch die Spitze des Turmes zu sehen. Ein Sonntagskind, das an
einem bestimmten Tag im Jahr die Schlucht betritt, kann aus der Tiefe noch das Läuten der Glocken und die Predigt des Pfarrers vernehmen.Früher waren bei der Gagelkirche auch eigenartige Lichter zu sehen. Alte Leute in Altenplos erzählen, an diesem Orte sei es schon immer „nicht richtig“ gewesen.
Wie kommt die Felsenschlucht im Wald zu dem eigenartigen Namen? Es ist nicht anzunehmen,
dass hier wirklich eine Kirche stand. Dafür fehlt am Ort selber jeglicher Anhaltspunkt. Andererseits ist es gar nicht so selten, dass Felsen und Höhlen in der Mundart als „Kerng“ bezeichnet werden. Wenn man die Alten in Altenplos nach einer Erklärung des Namens fragt, so antworten manche: „Die Gaglkerng“ heißt so, weil es früher dort gegagelt (gaukelte) und dort etwas Geisterhaftes zu sehen war. Gemeint sind die Irrlichter, die dort zuweilen aufflackerten.
Von den Gaugelmännlein In alter Zeit hausten in der Gagelkirche Zwerge, das waren die Gaugelmännlein. Sie wohnten in Felsenhöhlen und gruben unter der Erde nach verborgenen Schätzen. In Altenplos glaubte man, die Gaugelmännlein seien abends unterwegs und es hieß:
Wenn die Kinder abends vom Spiel im Freien nicht ablassen und nicht ins Haus gehen wollten, warnte
die Großmutter:
„Geht nur gleich heim, sonst kommen die Gaugelmännlein und nehmen euch mit!