…da liegt ein Städtlein fein, das niemand wieder gern vergisst, der einmal dort kehrt ein.
Ferdinand Stolle
Sie ist wunderschön, interessant, vielseitig, historisch verwurzelt, reizvoll gelegen, bezaubernd für das Auge des aufmerksamen Betrachters und deshalb einfach sehenswert – meine Heimatstadt Grimma. Aus diesem Grund möchte ich ihr auch einen eigenen Cache widmen, wo Ihr auf dem Weg zum Ziel vielleicht einen Blick auf die ein oder andere Sehenswürdigkeit erhaschen könnt.
Doch zuvor will ich Euch noch etwas die wichtigsten historischen Bauten vorstellen, die allesamt einen Besuch wert sind. Dabei dürft ihr noch ein wenig rätseln…
1 Schloss Grimma
Die Besiedlung unserer Gegend durch die Slawen machte auch um das heutige Grimma keinen Bogen. Reste davon können Insider auf dem Plateau an der Hohnstädter Straße entdecken, zu sehen ist allerdings kaum noch etwas. 1170 ließ der durch den Silberbergbau im Freiberger Raum reich gewordenen Markgraf Otto „der Reiche“ eine Siedlung anlegen, schon 1220 erhielt Grimma sein Stadtrecht.
Um 1200 wird Burg Grimma als markgräflich-meißnische Wasserburg erbaut. Die Kapelle findet als erster Bau 1218 eine Erwähnung in Urkunden. Wahrscheinlicher Grund des Erbau‘s war ein Übergang über die Mulde. Die Anlage entstand in einer Kaufmannssiedlung, die unter anderem die Nikolaikirche aufwies.
Der heutige Aufbau und Grundriss stammt von 1400. Es entstehen der Ostflügel, ein Kornhaus im Westen und ein 1810 wieder vollständig abgetragener Turm an der Nordwestecke. Ab 1509 erfolgte der Ausbau zum repräsentativen Schloss. Im Südwesten entsteht eine Fronfeste auf alten Grundmauern.
Das Schloss nahe der Mulde gehörte zum Meißnischen Land, dadurch waren hier öfter meißnische Markgrafen und sächsische Kurfürsten zu Gast. Es war auch die Geburtsstätte des Stammvaters unseres sächsischen Königshauses, Albrecht „dem Beherzten“. Als 5. Kind Friedrich des II. (sanftmütigen) wurde Albrecht in Grimma geboren. Aus den Brüdern Ernst und Albrecht entstanden die späteren ernestinischen und albertinischen Linien, die geschichtsprägend Jahrhunderte wirkten.
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1. Frage: Wann ist Albrecht der Beherzte auf der damaligen Burg Grimma geboren? XX.XX.ABXX
2. St. Augustin mit benachbarter Klosterkirche
Neben dem Schloss steht das einstige Augustiner-Eremiten-Kloster von 1287. Seine Funktion als Kloster hat es inzwischen verloren, erhalten geblieben ist davon nur die Klosterkirche. Das Kloster wurde abgerissen und 1550 zur Fürstenschule umgebaut. Namhafte Persönlichkeiten erwarben hier ihre schulische Ausbildung. Darin aufgenommen zu werden ist ein bis heute erhalten gebliebener Leistungsstatus. In der Klosterkirche predigte auch mehrmals Martin Luther, wollte seine Thesen der Reformation zur Diskussion stellen.
Das Gymnasium St. Augustin zu Grimma ist Sachsens einziges Regelgymnasium mit Internat. Die Bildungsstätte ist eine der traditionsreichsten in Mitteldeutschland: Gegründet von Herzog Moritz von Sachsen als jüngste der drei sächsischen Fürstenschulen, war sie fast vier Jahrhunderte voruniversitäre Lehranstalt für den Beamten- und Theologen-Nachwuchs in Kursachsen und Mitteldeutschland, meist für ein Studium an der Leucorea oder der Universität Leipzig. Die drei Fürstenschulen sind die ältesten staatlichen Schulen in Deutschlands. Heute ist das St. Augustin ein Gymnasium mit vertiefter sprachlicher Ausbildung (entsprechend § 4 der Schulordnung Gymnasien Abiturprüfung – SOGYA).
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2. Frage: Wie heißt das Schulmotto, welches gleichzeitig als Abkürzung den Namen eines Schulfaches der §4 – Klassen des Gymnasiums bildet? C = 3. Wort, 1. Buchstabe
3. Kloster Nimbschen
Vom früher reich ausgestatteten Zisterzienserkloster Marienthron in Nimbschen künden heute nur noch die alten Mauern des Hauptgebäudes, die in einem kleinen Park aus prächtigen Buchen und Eichen die Zeiten überdauert haben. Dass dieser Ort am Ufer der Mulde noch heute so bekannt ist, verdankt er seiner besonderen Geschichte. Denn hier führte einst auch Katharina von Bora das Leben einer Zisterzienserin. Nachdem Sie mit den Lehren Martin Luthers in Berührung kam, traf sie im Jahr 1523 eine mutige Entscheidung und floh gemeinsam mit acht anderen Nonnen unter den Schutz des berühmten Reformators nach Wittenberg.
Nachdem sie alle anderen Heiratsanwärter verschmäht hatte, wurde Katharina von Bora zwei Jahre nach Ihrer Flucht Luthers Ehefrau. Als Mutter von sechs gemeinsamen Kindern begründete sie den noch heute wachsenden Stammbaum der „Lutheriden“. Und ganz nebenbei bewährte sie sich als sorgfältige Verwalterin der Haushaltskasse, Seele des lutherschen Haushalts und passionierte Gärtnerin.
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3. Frage: Gesucht wird eine ehemalige Nonne aus dem Kloster Marienthron, die im Rittergut Motterwitz geboren wurde und 1523 mit Katharina von Bora geflüchtet ist. Später war sie bis zu ihrem Tod die Leiterin der ersten Elementarschule für Mädchen in Grimma. Wie hieß die Ordensschwester? D = 1. Wort, 3, Buchstabe
4. Frage: Wie hieß die Tante von Katharina, die damalige Äbtissin des Klosters Marienthron? 1. Wort, 7. Buchstabe = E
4. Frauenkirche
Ende des 12. Jahrhunderts entstand in der Nähe des alten Marktplatzes (des heutigen Baderplan‘s) eine romanische Kirche, wo zuvor eine Holzkirche stand.
Ab 1220 wurde die Frauenkirche in gotischem Stil erweitert. Das Kirchenschiff hat vier Spitzbogen-Arkaden auf quadratischen Pfeilern, die in ein Kreuzrippengewölbe münden. Das Querschiff entstand um 1462; der Stadtbrand von 1430 hatte auch die Kirche beschädigt. Bis zur Reformation unterstand die Frauenkirche dem Bischof von Merseburg und war Sitz eines Archidiakons. Im Jahr 1529 erhielt Grimma eine Superintendentur.
Die Frauenkirche Grimma ist eine aus Rochlitzer Stein aufgeführte dreischiffige Pfeiler-Basilika mit Querschiff, rechtwinklig geschlossenem Hauptchor im Osten (Altarraum), zwei halbkreisförmigen Apsiden (Nischen) und breiter Westvorhalle mit Türmen.
Der älteste Teil der Kirche ist die Ende des 12. Jahrhunderts entstandene Westturmfront im romanischen Baustil. Das breite Turmwerk bildet eine mit gekuppelten Rundbogenfenstern versehene Halle. Darüber teilt es sich in zwei einzelne Türme mit je drei Stockwerken, ebenfalls mit gekuppelten Rundbogenfenstern mit unterschiedlich gemeißelten Kapitellen. Die Höhe beider Türme beträgt rund 46 Meter.
Wohl bis 1240 wurde das im gotischen Baustil errichtete Schiff oder Langhaus vollendet, ursprünglich ohne Querschiff. Das entstand bei der Teilerneuerung um 1462.Ursprünglicher Untergrund der Kirche sind Kies und toniger Lehm im Hochwasserbereich der Mulde. Das Gelände wurde daher wie auch der Kirchhof um etwa 1,5 Meter aufgeschüttet
Das Schiff hatte ursprünglich eine flache Decke und wurde wohl beim Umbau 1462 eingewölbt. Die mit Sockel und Kämpfern versehenen Pfeiler tragen spitze Bögen. Die drei miteinander kuppelnden, schlanken Fenster des Altarraumes finden sich in gleicher Weise an der Mulden- bzw. Ost-Seite der Klosterkirche Grimma.
Drei um 1519 gefertigte, kunstvolle Altarfiguren: Petrus (im Altarraum links), Paulus (rechts) und Maria mit Kind (im Schiff links) und der Taufstein, stammen aus der Nicolaikirche, die sich früher auf dem gleichnamigen Platz befand.
5. Frage: In welchem Jahr wurde die Nicolaikirche abgerissen? - XXXF
5. Rathaus
Das Rathaus der Stadt auf dem Markt wird erstmals 1305 erwähnt.
Es ist ein grundrissfrei auf dem Markt stehender Rechteckbau mit kleinem Anbau an der Nordseite. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Baukörper mit Putzfassade und Satteldach mit Turm. Ein mächtiger geschweifter Giebel öffnet sich zum Markt mit Gliederungen, die Ostseite ist als Fachwerkgiebel zu sehen
Es wurde nach einem Stadtbrand 1442 wieder erbaut, erhielt seine heutige Gestalt 1538/85 und zählt zu den wichtigsten der Renaissance-Rathäusern Sachsens.
Im Rathaus gibt es noch eine „geheime Folterkammer“ mit Geheimgang zum Bürgermeisterzimmer zu sehen, welche man bei der Rathausführung „vom Kellerverlies bis hinauf ins Türmerstübchen“ heute noch begutachten kann.
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6. Göschenhaus
Im grimmaischen Stadtteil Hohnstädt befindet sich das Göschenhaus. Es wurde nach seinem Besitzer, dem Buchverleger und Händler Georg Joachim Göschen benannt, der das Haus samt Gut im Jahre 1795 einem Pferdehändler abkaufte. Das Gut besteht aus einem Dreiseitenhof inklusive Scheune, die heute für Gastronomie und Veranstaltungen genutzt wird. Im Wohnhaus, welches heute als Museum genutzt wird. Es ist mit Möbeln aus dem Klassismus und des Biedermeier Zeitalters eingerichtet, die für seine Zeit typisch waren. Besonders beliebt sind das Biedermeierzimmer, sowie das Seumezimmer, was zu Ehren von Göschen‘s Korrektor Johann Gottfried Seume, der für seinen Spaziergang nach Syrakus bekannt ist, errichtet wurde. In einem Anbau an das Wohnhaus befindet sich eine kleine Sammlung von Küchenobjekten des 18. bis 20. Jahrhunderts, sowie eine kleine Druckwerkstatt zur Erinnerung an die Druckertätigkeit Georg Joachim Göschen‘s, welcher mit bekannten Schriftstellern, wie Schiller und Goethe zusammenarbeitete. Im Obergeschoss trifft man auf einen Vortragsraum mit großzügigem Balkon.
Sehenswert ist allerdings auch der, im englischen Stil angelegter Garten. Es ist der einzige im klassizistischen Stil angelegte und erhaltene Privatgarten Sachsens. In dem terrassenförmig angelegten Garten befinden sich u. a. eine kleine Theaterbühne, das Gartenhaus Amicitiae, der 1801 errichtete Freundschaftspavillon, in dem sich z. B. zwei Klinen, Porträts und Stühle bzw. kleine Tische von Göschen und Seume befinden. Unter dem tempelartigen Gartenhaus liegt ein grottenartiges Gewölbe, in dem sich die Hebe von Berthel von Thorvaldsen befindet. Thorvaldsen hatte sie um 1820 nach einem von ihm 1816 selbst geschaffenen Original abgeformt.
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6. Frage: Zudem gibt es einen großen Stein mit einem Vers von Schiller auf dem Gelände. Wie lautet dieser? G = 4. Wort, 4. Buchstabe
7. Pöppelmannbrücke
Seine rasche Entwicklung hatte Grimma dem aufblühenden Handel im 14. Jahrhundert zu verdanken. Sich kreuzende, bekannte Handelswege brachten Grimma einen wirtschaftlichen Aufschwung. Über die Mulde wurde die 1. steinerne Brücke gebaut, auch das eine gute Einnahmequelle aus den vorbeiziehenden Händlern. Zwar verlagerten sich die Handelszentren mehr gen Leipzig, doch Grimma hatte immer seinen Anteil daran. Dass Leipzig diesen bis in die jüngste Zeit erhalten gebliebenen Messestadtstatus erhielt, hat sie auch Grimma zu verdanken.
Nur wenige Meter neben dem Schloss überspannt die Muldenbrücke den Fluss. 1716 – 1719 wurde auf Geheiß des sächsischen Kurfürsten „August dem Starken“ diese steinerne Brücke errichtet. Die Bauleitung hatte der berühmte Architekt des Dresdener Hofes, Matthäus Daniel Pöppelmann, nach dem sie später benannt wurde. Wenige Jahre zuvor hatte dieser schon den Bau vom Jagdhaus Kössern geleitet, das im Auftrag des Oberhofjägermeisters Wolf Dietrich von Erdmannsdorff entstand, bis heute ein barockes Kleinod.
Cache-Empfehlung dazu: Webcam Grimma – GCPXVY
7. Frage: In welchem Jahr starb Matthäus Daniel Pöppelmann? 173X X=H
8. Frage: Wie hieß der Sohn Matthäus Daniel Pöppelmanns mit erstem Vornamen, welcher mit weiterem Vornamen Friedrich hieß? I = 2. Buchstabe des gesuchten Wortes
8. Gattersburg mit Alinenpark
Die folgenden romantischen Zeilen schrieb Heinrich von Kleist ("Der zerbrochene Krug"), beeindruckt durch die Reise von Leipzig über Grimma nach Dresden, am frühen Morgen des 4.September 1800 an seine Verlobte Wilhelmine von Zenge:
"Rechts der steile Felsen selbst mit überhangendem Gebüsch, links der schroffe Abgrund, der den Lauf der Mulde beugt, jenseits des reißenden Stromes dunkelschwarze, hohe belaubte Felsen, über welche in einem ganz erheiterten Himmel der Mond heraufstieg. Um das Stück zu vollenden, lag vor uns, am Ufer der Mulde, auf einem einzelnen hohen Felsen, ein zweistockhohes viereckiges Haus, dessen Fenster sämtlich, wie absichtlich, erleuchtet waren. Wir konnten nicht erfahren, was diese seltsame Anstalt zu bedeuten habe, daran vorbei, sinnend und forschend, wie man bei einem, Feenschlosse vorbeigeht ... Der Weg ging immer am Ufer der Mulde entlang..."
Es war im Jahre 1792, als Johann Christian Gattert, wohlbetuchter Landrichter beim Schulamt Grimma, die landschaftlich hervorragend exponierte Lage mit herrlicher Aussicht gut erkannte und das Grundstück oberhalb des steilen Felsens für 300 Taler kaufte, um sich darauf ein Landhaus bauen zu lassen. Der Zeitgeist der Romantik prägte alsbald den Namen "Gatter(t)sburg" und eine wechselvolle Geschichte nahm ihren Lauf.
Erst 1879 erwarb der Eigentümer der Golzerner Papierfabrik Max Schroeder das südlichere Gelände. Er ließ daraufhin die den ganzen Fels beherrschende Villa mit Rundturm im Stile der neo-Renaissance und den Garten mit interessantem Pflanzenbestand errichten. Aus der Schroeder‘schen Zeit stammen noch die Linde, die Rotbuche, die Sumpfzypresse und Schwarzkiefern. Vor allem eine besondere Rarität, die wunderschöne, purpurrot bis orange blühende und sich am Turm emporrankende Trompetenblume (Bignoniaceae) nordamerikanischer Art erfreut bis in die heutige Zeit die Betrachter.
1888 setzte er dem Ganzen noch eine "romantische Krone" auf, indem er am Hang des Gartens eine künstliche Ruine aus Bruchsteinen erbauen ließ, die bis in die heutigen Tage etwas Rätselhaftes, Mystisches umgibt. Nach Jahren wesensfremder Nutzung öffnete Pfingsten 1998 das "Schloss Gattersburg" mit Restaurant und romantischen Hotel seine altehrwürdigen Eichenholztüren für Gäste aus nah und fern. Seit einiger Zeit steht es nach meiner Kenntnis leer und wartet seiner künftigen Bestimmung.
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9. Hängebrücke
Die Hängebrücke überspannt die Mulde und verbindet so das Stadtgebiet von Grimma mit dem Stadtpark, dessen Wege weiter in das Kloster- und Mühlental führt.
Nachdem ein Hochwasser die erste hölzerne Tonnenbrücke zerstört hatte, wurde im Jahre 1924 die Hängebrücke erbaut.
1945 wurde sie gesprengt und 1949 wiederhergestellt. Während des verheerenden Hochwassers im Jahr 2002 wurde das Bauwerk schwer beschädigt.
Heute ist sie vollständig wiederhergestellt und erfreut als Sachsens längste Hängeseilbrücke die Besucher.
9. Frage: Welche Spannweite hat die Brücke? X0 Meter X= J
Einen wunderschönen Platz findet ihr bei:
N 51 A B . C D E
E 012 (F/2) G.H I (J/2)
Zähle nun die senkrechten Geländerstangen und nimm diese Zahl als K.
Nun peile C (K-D )E Meter in Richtung (K:3)(B-C)D°
Hier wirst Du fündig - viel Spaß!
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