Eigentlich wollte ich an diesem schönen Abschnitt des Guck a´mol-Wegles ja auf das "Schlössle" verweisen, das von hier aus auf der gegenüberliegenden Talseite gut zu sehen ist.
Aus aktuellem Anlaß widme ich diesen Cache aber doch der Trachtenkapelle Oberwolfach. Diese erfreut traditionell am 1. Mai die Oberwolfacher mit Open Air-Musik, indem einige ihrer Musiker nacheinander verschiedene akustisch günstige Punkte ansteuern (unter anderem auch hier) und dort für alle gut hörbar musizieren. Das haben sie auch am 1.5.2020 getan - zu einer Zeit, als das Coronavirus die Welt fest im Griff hatte und das soziale Leben praktisch auf Null zurückgefahren war. Um so ermutigender und erbaulicher dieser Einsatz, der mich an diesem Tag sehr berührt hat.
Jetzt aber noch die kleine Geschichtsstunde:
Bei dem im pragmatischen Volksmund "Schlössle" genannten Bauwerk (übrigens mit hochinteressantem Earth Cache) handelt es sich um die Ruine der Burg Wolfach, die wohl etwa Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Da die Herren von Wolva schon 1084 erstmals urkundlich erwähnt wurden, haben sie anfangs wohl noch bescheidener gewohnt. Auch sonst haben sie sich in der Weltgeschichte nicht besonders hervorgetan, denn die nächste Erwähnung findet Wolfach erst durch die Existenz einer Wunderhenne, die täglich zwei Eier gelegt haben soll. (Sowas wie RTL-Nachrichten gab es wohl damals schon.) Gräfin Udilhild, die letzte aus dem Geschlecht derer von Wolva (die auch ihren eigenen Cache hat), heiratete Ende des 13. Jahrhunderts den damaligen Grafen von Fürstenberg, wodurch ihr gesamter Besitz fürstenbergisch wurde und auch blieb, bis Napoleon 1806 Europa aufmischte. Wann und wieso genau die Burg verfiel, ist unklar. 1778 wurde jedenfalls ein beträchtlicher Teil des zu der Zeit noch dort befindlichen Mauerwerks abgetragen, um nach einem verheerenden Hochwasser notwendig gewordene Arbeiten am Flußbett zu verstärken. Erst 1977-79 nahm sich der Schwarzwaldverein der Reste an und rettete, was zu retten war.