- You find an English version below -
Vorab ein paar Worte zur Barrierefreiheit: wir denken, dass das Final mit dem Rollstuhl erreichbar ist, wobei allerdings eine gewisse Strecke zurückgelegt werden muss. Solltet Ihr auf den letzten Metern Probleme haben, gebt uns bitte Bescheid.
Für Gehörlose liegt die Schwierigkeit höher wegen der Masse an Text in Schriftsprache.
Sehbehinderte werden vermutlich Assistenz brauchen.
Dieser History-Mystery führt euch nach Unterbruch, am Ufer der Wurm gelegen. Aber war die Wurm immer da, wo wir sie heute sehen? ….viel Spaß bei der Zeitreise, ein wenig historische Yellow-Press inbegriffen!
Sofern ihr mit dem Cachemobil anreist, könnt ihr es an der Kirche in Unterbruch parken. Der Cache darf nicht mit dem Auto angefahren werden.
Nicht weit vom Parkplatz verläuft die Wurmstraße mit dem markanten Gebäude mit dem weißen Treppengiebel von Abb. 1. Dort floss die Wurm entlang der gleichnamigen Straße mindestens seit dem 15. Jahrhundert durch Unterbruch. Und hätte man sie 1959/60 nicht (wieder?) in ihr heutiges Bett weiter westlich verlegt, stündet ihr heute mitten im Ort an einem richtigen kleinen Fluss. Wo allerdings die Wurm ursprünglich war und was (Mühlen-)Kanäle waren, das weiß man heute nicht mehr. Die historischen Dokumente und Karten sind völlig uneinheitlich. Dies stellte bereits der von 1901 bis 1944 vor Ort tätige Lehrer Schreurs fest: „Es kann nicht festgestellt werden, welcher (Wurm-)Arm künstlich angelegt worden ist.“ Herr Schreurs war kein Einheimischer, aber er hat sich sehr für die Geschichte des Ortes interessiert. Die von ihm fortgeschriebene Chronik ist am Kriegsende verloren gegangen – aus dem Gedächtnis hat er sie dann noch einmal aufgeschrieben. Das ganze Chaos der alten und neuen Wurmverläufe, Mühlengräben etc. könnt Ihr auf Abb. 2 sehen.
Eine gute Orientierung auf der Suche nach der Wurm bieten die Stellen, wo es (Wasser-)Mühlen gab und gibt. Urkunden der Herrschaft Heinsberg von 1419 und 1433 beschreiben Rechte an einer Vollmühle "op der Alder Beick (= Bach) im Broich (= Bruch)". Die Bezeichnung „Vollmühle“ besagt, dass nicht nur Korn und Ölfrüchte gemahlen, sondern auch eine Walkmühle betrieben wurde. Diese Mühle lag ursprünglich etwas südlich des heutigen Ortes in der Flur „Krang“ (siehe Abb. 2). Sie wurde vermutlich schon vor 1600 an die heutige Wurmstraße verlegt. Dort könnt ihr bei Nr. 23 noch erkennen, wo früher ein Mühlrad in der Mauer war (falls ihr dort hingeht: bitte unbedingt beachten, dass hier Privatbesitz ist und diesen nicht betreten!). Für eine Mühle brauchte man jedenfalls Wasser....
Für 1563 belegt ist der Neubau einer Mühle außerhalb des damaligen Ortes. Auch hier brauchte es Wasser. Diese Mühle wurde nun die "Vollmühle" genannt, die Mühle im Ortskern blieb aber als Kornmühle erhalten. Die neue Vollmühle wurde von höchster Stelle in Düsseldorf genehmigt:
„Wilhelm Hertzog zu Gulich, Cleve und Berg, Graf zu der Marck und Ravenßberg, Herr zu Ravenstein […] Lieber Diener. Nachdem wir unseren lieben getrewen Burgermeister, Scheffen und Rath unser Stadt Heynßberg, uf Ire unterthenige bitt genediglich vergunt ein newre Volmullen uf eine beßeren und bequemere Platz Irer gelegenheit nach, da da die alte steit, zu setzen […]. Wir mogen auch gnediglich erleiden das sie die alte Volmullen, zu Irem schönsten unnd meisten nutz und profyt, alles der newer Mullen zu steden abbrechen, doch dergestalt, das es uns an unserer Korn Mullen zu keinem Theill nachteilig und hinderlich sei […] Gegeben zu Dusseldorff am 22ten Aprilis Anno (15)63“
Eine weitere Mühle, die Lohmühle, entstand am Wechsel vom 18. auf das 19. Jahrhundert im Nordwesten des Dorfes.
Wie gesagt, die Mühle im Ort blieb bestehen….und das Wasser blieb dort auch. 1840 kam es einmal zu einem Dammbruch, der ein belegtes Gerichtsverfahren nach sich zog. Bei Hochwasser stand die Ortsmitte regelmäßig bis in die 1930er Jahre unter Wasser.
Hinzu kam für die Anwohner, dass das Wasser der Wurm stark verschmutzt war, was auf die Einleitung von Abwässern und den Bergbau an ihrem Oberlauf zurückzuführen war. Es wird berichtet, dass in Notzeiten mit dem getrockneten Schlamm sogar geheizt wurde, etwa nach dem 2. Weltkrieg. Es ist insofern nicht verwunderlich, dass die Menschen ihr bei der Verlegung 1959/60 keine Träne nachweinten.
Heute fließt die Wurm westlich von Unterbruch und mündet nach einigen Kilometern in die Rur.
Danksagung: Die Idee zu diesem Cache kam uns bei der Lektüre des Heimatkalenders des Kreises Heinsberg 2013, Herausgeber: Kreis Heinsberg. Dort ist ein Artikel von Herrn Willi Oeben enthalten: "Ein neues Bett für die Wurm in Unterbruch". Diesem Artikel sind auch die beiden Abbildungen entnommen. Herr Oeben ist leider inzwischen verstorben. Herzlichen Dank daher an Frau Mülders von der Redaktion des Heimatkalenders für die freundliche Unterstützung und die Erlaubnis, das Material zu verwenden.
Frage 1
Welche Bezeichnung trägt das Gebäude mit dem markanten weißen Treppengiebel in der Wurmstraße heute (2 Wörter)? Der Wortwert – 142 sei A.
Frage 2:
Wann begann die Amtszeit des Fürsten, der „gnediglich“ den Umzug der Vollmühle genehmigte? Die Quersumme auf eine Stelle der Jahreszahl sei B.
Frage 3:
Wir bleiben beim damaligen Hochadel. Die Schwester des Fürsten war kurz mit einem sehr bekannten (manche sagen: berüchtigten) europäischen Herrscher verheiratet. Der wievielte seines Namens war er? Diese Zahl -1 sei C.
Zurück nach Unterbruch, Frage 4:
Wo steht die heutige Vollmühle? Gesucht ist die Nummer der vorbeiführenden Straße (Stand 2020). Davon die letzte Stelle sei D.
Frage 5:
Welche Nation herrschte, als die Lohmühle entstand, über dieses Gebiet? Buchstabenwert des 1. Buchstaben – 2. Das sei E.
Frage 6:
Was wurde im sog. Wurmrevier bis 1997 abgebaut, sprich: was verheizte man in der Nachkriegszeit mit dem Schlamm?
Steinkohle => F = 3
Braunkohle => F = 6
Torf => F = 9
Den Cache findet ihr bei
N 51° 04.ABC / E 006° 07.DEF
Natürlich muss nichts zerstört oder auseinandergebaut werden. Bitte einen eigenen Stift mitbringen. Viel Spaß!
==================================================================================================
ENGLISH
First, a few remarks on accessibility: We think the final is wheelchair accessible. Please note though that you need to cover some distance. If the last few metres turn out difficult please let us know. For congenitably deaf people with little/no proficiency in spoken German the amount of written text might be a challenge. Visually handicapped people will probably need assistance.
Welcome to our history mystery cache on the banks of the Wurm River in Heinsberg-Unterbruch. What happened to the course of the Wurm over the centuries? Enjoy your time travel with bits of historical yellow press!
You can park your cache mobile at Heinsberg-Unterbruch church. The cache is not accessible by car, as motor vehicles are prohibited.
Not far from the parking lot you can see a prominent building with a white stepped gable. This is where the Wurm used to run along Wurmstrasse in Unterbruch village – or has at least done so since the 15th century (Fig. 1). You would indeed be standing right on the banks of a veritable little river if the Wurm river had not been (re-)located into its present bed further west in 1959/1960. However, you may find it difficult to distinguish the original course of the Wurm form the artificial ditches supplying the mills with water. This is because the historical documents are not unequivocal.
Schoolmaster Schreurs (local teacher from 1901-1944) stated: “It is impossible to decide which fork (of the Wurm) is man-made”. Mr Schreurs was not native from Heinsberg but very interested in its history. He wrote a chronicle which was lost at the end of WW2 but he re-wrote it from memory. Take a look at Figure 2 to get an impression of the mayhem of old and new river beds, mill streams etc.
One can trace the course(s) of the Wurm by means of the location of present and former (water) mills. The old records from 1419 and 1433 report rights to a water mill "op der Alder Beick im Broich” (“on the Old Creek in the Marshes”). This mill, located in the parcel “Krang” (Fig. 2), was used for grain and oil but also as a fulling mill. It was relocated even before 1600 to its new site in what is today Wurmstrasse. Go to house number 23 and look for the circular window that once held the mill’s wheel… (This is private property, so please keep off the premises.) In any case, in order to run a mill one needed water.
The documents also report the construction of a new mill outside the village. This mill also needed water and became the new principle mill while the old mill was still used for grain. (The original document makes interesting and quite difficult reading even for a German native speaker – if you want you can try your own translation of the quotation: “William Duke of Jülich, Kleve and Berg, Count of the Mark and Ravensberg etc. etc. ...”). Yet another mill called “Lohmühle” was built at the turn of the 18th/19th century north-west of the village.
So the old mill in the village remained … and so did the water. A breach in the dyke in 1840 caused a law suit. High waters caused regular flooding of the village centre until the 1930’s. Even worse, the water was highly polluted by mining activities further upstream. In tough times e.g. after World War II, the mud left by the floods could be dried and used as a fuel substitute. Not surprisingly, thus, the local people were not too sad to see the course of the Wurm relocated in 1959/60.
The Wurm today runs west of Heinsberg-Unterbruch and flows into the Rur River.
We were inspired to create this cache by a series of books on the history of Heinsberg (“Heimatkalender des Kreises Heinsberg”, edited by Kreis Heinsberg). We acknowledge a paper by the late author Willi Oeben from 2013 entitled “A new bed for the Wurm in Unterbruch” that caught our attention and that provided the two figures for the cache listing. We wish to thank the editorial office of the “Heimatkalender” and in particular Frau Mülders for the permission to use the materials for this cache. The copyright for these materials lies with Kreis Heinsberg.
Question 1:
What is the present name of the building with the remarkable white stepped gable in Wurmstrasse (2 words, German)?
A = Word value minus 142
Question 2:
In which year did the reign of the prince start who granted the construction of the new principal mill?
B= the total cross sum (1 digit) of that year.
Question 3:
Staying a little longer with nobility: The duke’s sister was briefly married to a(n) (in)famous European monarch. What is the ordinal number behind his name?
This number minus 1 = C
Question 4:
Back to Heinsberg-Unterbruch: On what major road is the new principal mill located today? It also has an official number (“B???”).
D = the last digit of that number.
Question 5:
Under the rule of which nation was the Heinsberg area in the time when the Lohmühle mill was built?
Letter value of the first letter minus 2 = E
Question 6:
What was dug in the mines in the Wurm area until 1997, i.e. particles of what material made the Wurm mud usable as fuel after the war?
- Black coal: F = 3
- Brown coal: F = 6
- Peat: F = 9
The cache can be found at the following co-ordinates:
N 51° 04.ABC / E 006° 07.DEF
Of course nothing has to be destroyed to find the cache. BYOP, please. Have fun!