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Erzgebirge in Flammen EarthCache

Hidden : 7/25/2020
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:





Erzgebirge in Flammen



Blick von der Morgensternhöhe zum Fritzschotenbüschel

Gneise-kurzer Ausflug in die Geschichte


"Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess' ich nimmer!"
Dieser Merksatz stammt aus dem Munde von Bergmännern und steht für die Zusammensetzung von Grantit. Es trifft aber auch auf das Gestein Gneis zu. Wie passend, denn Gneis, früher noch unter dem Namen Gneus bekannt, ist eine alte sächsische Bergmannsbezeichnung etwa aus dem 16. Jahrhundert. Das althochdeutsche „gneisto“ oder mittelhochdeutsche "ganeist(e)" bzw. "g(e)neiste" bedeutet „Funke“ und ist mutmaßlich auf die Glimmermineralien im Gneis zurückzuführen, die bei Lichteinfall schwach glühen bzw. glänzen. Hier zeigt sich bereits ein schöner Bezug zum Titel des Earthcaches.

Flammengneis


Ich möchte euch einladen, auf einer Wanderung zur Morgensternhöhe, eine besondere Spielart des Gesteins Gneis kennenzulernen, den Flammengneis. Es handelt sich um einen kleinen, verwunschenen Gesteinsaufschluss am Fritzschotenbüschel südlich von Ansprung.
Eure Wanderung könnt ihr bis hinunter in das Tal der Schwarzen Pockau weiter ausdehnen.


Zugang zum Gesteinsaufschluss

Entstehung von Flammengneis


Flammengneis gehört zu den metamorphen Gesteinen und ist ein migmatischer Gneis, d. h. ein partiell aufgeschmolzenes Gestein - teils noch Gneis, teils schon Granit. Es zeigt ein gebändertes Aussehen, das an Flammen erinnert. Dieses äußere Merkmal spiegelt seine besondere Entstehungsgeschichte wider.
Der Altbestand (hier Biotitgneis, schwarz) wird Paläosom genannt; die Neuankömmlinge im Gestein werden als Neosom bezeichnet.
Das Neosom teilt sich wiederum in Melanosom, das aus höher schmelzenden Mineralien besteht und nicht bewegt wird, und das Leukosom aus leichter schmelzbaren und beweglichen hellen Mineralien (Quarz und Feldspat in sogenannten Metatekten bzw. „Flammen“).
Früher wurden diese flammenartigen Metatekte von Injektionen (Eindringen) eines fremden Magmas hergeleitet. Diese Interpretation wird heute ausgeschlossen. Man geht von einer Schmelzentstehung (Anatexis) dieses migmatischen Gesteins aus.



Aber warum schmolzen die Gesteine gerade hier an? Welche Temperatur und welchen Druck hält ein Gestein aus, bis es schmilzt? Welche Eigenschaften müssen die enthaltenen und beteiligten Mineralien besitzen?
Die Bedingungen für das Aufschmelzen sind hohe Temperaturen, Druckentlastung und die Anwesenheit von Fluiden („Lösungsmittel“).
Bei den Flammengneisen – Graugneise der Zusammensetzung Quarz, Albit, Anorthit und Biotit – wirkt im Prozess der Metamorphose das Biotit als Fluid. Es wird bei Temperaturen von 700°C ausgeschwitzt und der Schmelzvorgang beginnt.

Eigenschaften


Flammengneis zeigt sich oft hell-dunkel gestreift, in welligen, flammenförmigen Linien, in breiteren und schmalen Bändern und weist Nester sowie grobkörnige Aggregate von Quarzfeldspat auf, zu denen sich zuweilen noch Hornblende gesellt. Auch Glimmermineralien und / oder Einsprengsel anderer Mineralien sind zu erkennen.
Farblich dominieren Grautöne. Oft treten aber auch rötliche und bräunliche Farben auf.
Flammengneis zeigt eine etwas kleinkörnigere und zugleich körnig-schuppige Textur.

In dieser geschichteten körnig-schuppigen, dunklen Grundmasse sind oft lichte, fast weiße Ausscheidungen beträchtlicher Menge und Größe eingelagert. Diese treten sehr häufig im Gestein auf und haben ihm den Namen "Flammengneis" gegeben.



Flammengneis am Wegpunkt 1

Beobachtungen und Aufgaben


Schaut euch am Wegpunkt 1 (Listing-Koordinaten) um und beschreibt mit eigenen Worten, was ihr vor euch seht. 

Vergleicht eure Beobachtungen mit dem Foto aus dem Listing und beschreibt bitte besonders Farben, Struktur und Gefüge des vorliegenden Gesteins.

Prüft nun die an vielen Stellen auftreffenden, schwarz gefärbten Gesteinsbestandteile. Ihr könnt sie anfassen und mal mit euren Händen reiben. Um welchen mineralischen Bestandteil könnte es sich handeln?

Am Wegpunkt 2 findet ihr eine kleinere Formation. Welche Strukturmerkmale fallen euch hier besonders auf?  

Hinweis: Am Aufschluss befindet sich keine Informationstafel. Ihr findet die Antworten im Listing und durch gute Beobachtung und Recherche vor Ort. Ich erwarte von euch keine hochwissenschaftlichen Studien. Beschreibt einfach, was ihr seht.

Bitte beantwortet zuerst die Fragen über mein Profil. Fügt dem Log ein Vor-Ort-Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand als Anwesenheitsbeweis hinzu. Fotos sind mit der Änderung der Earthcache-Guidelines vom 10.06.2019 nicht mehr optional, sondern stellen eine Logbedingung dar. Gerne sehe ich auch ein zusätzliches Landschaftsfoto. Ihr dürft natürlich sofort nach Beantwortung loggen. Jede Mail wird beantwortet und eine Zugabe als Dankeschön gibts von mir auch.



Am Wegpunkt 2

Quellen


Ulrich Sebastian, Gesteinskunde, Springer 2018
Ulrich Sebastian, Die Geologie des Erzgebirges, Springer 2013
Wikipedia

Bei den Fotos handelt es sich um eigene Aufnahmen vom Juli 2020.


Kleingedrucktes / Ergänzung für Interessierte an Heimatkunde und Sprachen:

Ich habe mich gefragt, woher der Name dieses Hügelchens stammt. Gibt es hierzu vielleicht eine Erzgebirgische Sage? Deutet der Begriff "Schoten" im Namen auf den früheren Anbau von Bohnen durch einen Bauern namens Fritz hin? Daraufhin habe mich an den Ortschronisten von Ansprung gewandt. Seine Antwort lest bitte hier weiter:

„Die Herkunft dieses Namens lässt sich sehr einfach erklären. Aus meinen Unterlagen geht hervor, dass bis vor dem Jahr 1788 die Familie Fritzsch Eigentümer dieses Landstückes (damals genannt: Hufe) war. […] Einer dieser vormaligen Eigentümer war Adam Fritzsch. Aus dem Namen Fritzsch Adam wurde im erzgbirgischen Volksmund „dor Fritzsch Odn“. Adam wurde also zu Odn. Auf dem Berg war wenig Mutterboden. Deshalb blieb dort der Waldbestand (kleiner Busch: "Büschl") unangetastet. Auf der benachbarten Morgensternhöhe wurden bis zum Kauf des Areals durch den Erzgebirgszweigverein im Jahr 1910 vom jeweiligen Besitzer Steine gebrochen. Das könnte auch hier der Fall gewesen sein. Bergbau hat an dieser Stelle nicht stattgefunden, wohl aber einige hundert Meter unterhalb in Richtung des Schwarzwassertales.“

Somit sollte der Name statt Fritz-Schoten-Büschel auch anders ausgesprochen werden: Fritzsch-Oden-Büschel. Interessant...!



Viel Spaß mit diesem Earthcache! Have a Gneis Day!



Additional Hints (No hints available.)