28.11.2023:
Das Internet vergisst doch ... daher Beschreibung etwas ergänzt.
09.01.2023:
Das Internet vergisst scheinbar doch langsam.
Aus diesem Grund eine Anpassung zur Berechnung der Werte L und M.
Nicht das das Rätsel auch noch sein Ende findet wie der am 13.03.1999 gesprengte Schornstein.
21.09.2020: Formel aufgrund der Mehrdeutigkeit von G angepasst.
Erste Entwicklung
Das beschauliche Städtchen "Lauchhammer" ist vielen als Industriestandort und vor allem durch den Kunstguss bekannt.
Doch nur die Wenigsten wissen, dass dieses kleine Städchen auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann.
Mit der Gründung in den 50er Jahren, ist die Stadt aus geschichtlicher Sicht ist recht jung.
Doch bereits vor 3000 Jahren siedelten sich germanische Stämme hier an. Durch die Völkerwanderung wurde das Gebiet jedoch
wieder frei und im Anschluss durch heidnische Wenden bevölkert. Diese lebten von unplanmäßiger Landwirtschaft, Viehzucht, Jagt
und Fischfang. Denn die Gegend um dieses "Ländchen" (Bezeichung der Gutsherrschaft Mückenberg um 1546) glich zu dieser Zeit eher
dem Spreewald. Durch den unregulierten Flusslauf der schwarzen Elster waren Sümpfe, Urwald und Wasser vorherschend.
Die ersten deutschen Familien rodeten um 1100 der Urwald, legten Sümpfe trocken und begannen mit der planmäßigen Landwirtschaft.
Die erste urkundliche Erwähnung eines heutigen Stadtteiles ist datiert auf das Jahr 1267 und findet sich im Copialbuch
des Klosters Dobrilugk.
18. Jahrhundert
Im Jahre 1726 wird das Rittergut Mückenberg mit den dazugehörigen Ländereinen an den sächsischen Hofmarschall
Freiherr Woldemar von Löwendal verkauft. Erblich beliehen beginnen durch dessen zweite Frau Benedicta von Löwendal entscheidende
Veränderungen im Ländchen.
Durch den Fund von Rasenstein und den Waldreichtum sind ab 1725 die Grundlagen zur Eisenproduktion gegeben. Betrieben mit Holzkohle
und Torf wird durch das Anblasen des ersten Hochofens im Eisenwerk Lauchhammer der Grundstein des Industriestandortes gelegt.
In den nächsten Jahren wird der Bau weiterer Hammerhütten veranlasst. Als neben dem Oberhammer, Mittelhammer, Unterhammer und der
Stabhütte in Grünewalde im Jahre 1791 noch der Koynehammer hinzukommt, nennt sich das Werk am Lauch fortan "Lauchhammer" und prägt
für die nächsten 250 Jahre entscheident das Gesicht des Ländchens.
19. Jahrhundert
Verstärkte Förderung erfährt das Eisenhüttenwesen durch den Nachfolger und Universalerben der Freifrau von Löwendal, deren Neffen Graf
Detlef Carl von Einsiedel.
In Folge dessen werden im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts (ab ca. 1784) der Hochofenprozess verbessert, der Kunst- und später auch
der Bronze- und Kastenguss sowie 1785 das Emaillieren eingeführt.
Die ausgezeichnete Gussqualität lockte auch namhafte Bildhauer an und machte den Kunstguss aus Lauchhammer international bekannt.
Entstandende Großbronzeplastiken von Goethe und Schiller finden sich beispielsweise in San Francisco. Daneben erlangte der Glockenguss
zunehmend Bedeutung.
Unter Graf von Einsiedel erfährt das Ländchen eine schnelle technische Entwicklung. So entsteht hier u. a. 1803 die erste Dampfmaschine
in Deutschland.
Mit der Entdeckung von Braunkohle auf dem Butterberg beginnt eine weitere Industrie im Ländchen fuss zu fassen. Im Jahr 1844 wird
auf Kostebrauer Flur die erste Braunkohlegrube betrieben.
Zu Beginn liegt die Kohle noch an Hängen und Bruchrändern und kann mit Hacke, Schaufel und Schubkarren abgebaut werden.
Die steigende Interesse an Kohlegruben führt dazu, dass allein in der Niederlausitzer Heide hunderte davon entstehen.
Im Raum Lauchhammer entstehen so zwischen 1870 und 1874 allein 22 Gruben.
Nach über 150 Jahren wird die Eisenverhüttung im Lauchhammerwerk eingestellt und der letzte Hochofen geht ausser Betrieb.
Um 1890 bringen weitere Kohlefunde einen weiteren Umschwung infolgedessen der großindustrielle Braunkohlebergbau beginnt und
viele Brikettfabriken in kurzer Zeit entstehen.
Der gestiegenen Bedarf an Kohle kann durch den Tiefbau nicht mehr gedeckt werden und es entsteht der Tagebau. Die bisher vorherrschende
Landwirtschaft wird dadurch in den Hintergrund gedränkt.
Mit der Pressung des ersten Briketts in Lauchhammer im Jahr 1898 beginnt trotz der Unannehmlichkeiten ein wirtschaftlicher Aufschwung
der Region.
20. Jahrhundert
Zur Reduktion der Kosten des Kohletransports ging 1912 die erste 110kv-Leitung Europas zwischen dem Kraftwerk Lauchhammer und den
Stahlwerken Riesa in Betrieb.
Der erste Weltkrieg 1913/14 bewirkt weiteres Wirtschaftswachstum und infolge dessen auch eine Vergrößerung der Gießerei des0
Lauchhammerwerkes.
Mit dem Bau der weltweit ersten Abraumförderbrücke weltweit beginnt 1924 eine neue Epoche im Braunkohlebergbau in Deutschland.
1950 erfolgte aus den Ortschaften Bockwitz, Mückenberg, Lauchhammer und Dolsthaida die Bildung der Großgemeinde Lauchhammer mit
18.000 Einwohnern. Der Namen wurde zur Würdigung der 225 jährigen Geschichte des alten Lauchhammerwerkes gewählt.
Mit zunehmender Industrialisierung stieß die Großgemeinde jedoch bald an ihre Grenzen. Dies mündete 1953 mit der Verleihung des
Stadtrechts.
Die industrialisierung Bestand zu großen Teilen im Bau der Großkokerei zwischen 1952 und 1957, wobei 1952 die erste von insgesamt
24 Ofeneinheiten ihren Betrieb aufnahm.
Neben den Tierplastiken des Berliner Zoos (Guss ab 1961) dürfte Lauchhammer auch als alleiniger Produzent gusseisener
Badewannen (ab 1966) vor allem in der DDR bekannt sein.
Aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen wird 1991 zunächst die Großkokerei stillgelegt. Mit dem Pressen des letzten Briketts
ging 1993 die über 100jährige Geschichte der Braunkohleverarbeitung zu Ende. Bis 1994 wurden schließlich alle
Kraftwerke und Brikettfabriken in Lauchhammer stillgelegt und abgerissen. Unter anderem auch ein Komplex, welcher nie in Betrieb ging.
Die Dreckschleudern waren damit Geschichte. (Die Kronen der Schornsteine waren aufgrund der dreckigen Abgase meist kaum erkennbar.)
Das Wegbrechen dieses wichtigen Industriezweiges hatte massive Auswirkungen und führte in Folge der politischen und wirtschaftlichen
Wende zunächst zum Zusammenbruch der Industrieentwicklung. Die Region stand vor der großen Herausforderung einen Strukturwandel zu
vollziehen.
So entstehen im Laufe der Jahre neben einem Schwimmbad (2000) weitere wirtschaftliche Ansiedlungen. Eine der bedeutensten davon ist sicher die Eröffnung des Produktionswerkes Vestas Blades in Lauchhammer.
Leider wurde der Produktionsstandort 2022 geschlossen. Folgen soll wohl ein chinesischer Batteriehersteller. Übrig bleibt die weithin sichtbare Windkraftanlage mit ihren 55m langen Rotorblättern auf dem 140m hohen Turm.
Nach aufwendiger Sanierung dienen die Biotürme seit 2006 als technisches Denkmal.
Und nun auf zu den Fragen:
BWW des Namen des Ortes der ersten urkundlichen Erwähnung = A
Alter der Freifrau von Löwendal (nur Jahre) = B
Datum des Anblasens des ersten Hochofens - C.D.1725
Datum Erstinbetriebnahme der ersten 110kV Leitung - E.F.1912
iterative Quersumme der Differenz der Dezimalwerte von Nord und Ost (gerundet auf 5 Nachkommastellen) des ehemaligen Standortes des Kraftwerkes der 110kV-Leitung = G
Datum der Verleihung des Stadtrechts = H.I.1953
Datum der Stilllegung der letzten Brikettfabrik = J.K.1993
Neben Lauchhammer-West war Lauchhammer-Ost am stärksten von der Verschmutzung betroffen
Hier sollte ein Kraftwerk entstehen, welches jedoch nie in Betrieb ging.
Höhe des Schornstein = L (Höhe der Windkraftanlage auf dem Betriebsgelände von [ehemals] Vestas + 5m)
Fertigstellungsgrad = M (Höhe der Windkraftanlage auf dem Betriebsgelände von [ehemals] Vestas - 100m)
Datum Sprengung des Schornsteins - N.O.1999
X = (A+B+J-(E*K)-I+G+O-H)*(B+M-O)
Y = (L*H-B)*(C+D+N+(F+F)*K)
N 51°X/1000
E 13°Y/1000
Parkplatz in 105° und 35m von den Zielkoordinaten