Schiefer - allgemein
Der Begriff "Schiefer" ist ein Polysem, welcher seit grauer Vorzeit (althochdeutsch scivaro (Holz-, Steinsplitter); mittelhochdeutsch schiver(e) (Stein-, Holzsplitter); mittelniederdeutsch schiver (Schiefer, Schindel) bis heute nicht scharf definiert und differenziert wurde. Allgemein und bergmännisch werden als Schiefer deutlich parallel angeordnete, in dünnen, ebenen Platten spaltbare Gesteine bezeichnet. Unter diesen Sammelbegriff fallen jedoch auch Tonschiefer, Schieferton, Tonstein, kristalline Schiefer, echte und unechte, kristalline und metamorphe Schiefer und viele, viele synonyme Schiefer-Wortgebilde und lokale Bezeichnungen- was nicht zu einer eindeutigen Definition beiträgt.
Schiefer ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Gesteine, welche sedimentär (tektonisch undeformiert oder deformiert) oder aus dem Übergangsbereich von der Diagenese zur Metamorphose oder metamorph entstanden sind; d.h. Gesteine, welche in ihrer Gesamtheit weder als sedimentäre noch als metamorphe Gesteine klassifiziert werden können. Die Zugehörigkeit zur Gruppe der Sedimentite oder Metamorphite wird mit Hilfe der Röntgenbeugung bestimmt.

Schwäbische Ölschiefer
Hier in Mössingen an der Steinlach ist der sogenannte Ölschiefer (auch Poseidonschiefer genannt) sichtbar. Es handelt sich um einen asphaltgrauer bis tiefschwarzer bituminöser Tonstein aus dem Unterjura, der sich über weite Gebiete Mittel- und Nordwesteuropas erstreckt.
Es wurde versucht aus diesem "schwäbischen Ölschiefer" Öl zu gewinnen. Als Ergebnis dieser Untersuchungen läßt sich aber zusammenfassend ableiten, daß aus dem württembergischen Ölschiefer auch unter günstigsten Bedingungen kaum nennenswerte Mengen an Öl gewonnen werden können. Alle Versuche scheiterten letztlich an der zu geringen Wirtschaftlichkeit.
Die Schiefer-Schlucht
In der Steinlach gibt es mehrere Abschnitte, die in Schluchten verlaufen und rechts und links hohe Schieferwände aufweisen.
An den Listing-Koordinaten ist so ein Abschnitt.
Zu den Koordinaten kommt ihr auf keinen Fall direkt! Also entweder diesen EC zusammen mit der sehr schönen Serie "SW ... - Jackass ... Steinlachwalk" GC2T2VG machen oder beim Wegpunkt "Einstieg über die Treppen" runter zur Steinlach und durchs Wasser Flußabwärts in der Steinlach. Im Sommer reichen kurze Hosen und alte Schuhe, bei Kälte: entweder auf warmes Wetter warten oder Gummistiefel bzw. je nach Wasserstand Wathose nutzen.
Aufgaben
An den Listingkoordinaten seht Ihr eine große Schieferwand:
1. Schätze die Höhe der Schieferwand
2. Im Schiefer ist an vielen Stellen etwas eingeschlossen. Um was handelt es sich? Beschreibe die Einschlüsse (Farbe, Material, Form).
3. Freiwillig: Foto mit Schiefer (egal ob an Wand oder Boden) vor Ort ins Log stellen. Bitte nicht spoilern: d.h. bitte Ausschnitt so wählen, dass die Höhe der Wand nicht abgeschätzt werden kann und die Einschlüsse nicht sichtbar sind.
Gehe einige Meter weiter, ungefähr zum Wegpunkt "Fußabdruck" und Suche diesen "Fußabdruck":

4. Schätze die Tiefe, Breite und Länge des "Fußabdrucks"
5. Beschreibe wie dieser Deiner Meinung nach entstanden ist.
6. Freiwillig: kreatives Foto vom Fußabdruck (bspw. mit Eurem Fuß, Spiegelbild von Euch oder GPS im Wasser des "Fußabdrucks")
Sende mir die Antworten per Mail über meine Profilseite. Du kannst sofort loggen. Wenn etwas nicht stimmt, meld ich mich.
Quellen:
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Geologisches%20Portrait/Schiefer
https://de.wikipedia.org/wiki/Schiefer
https://www.planet-schule.de/wissenspool/geomorphologie/inhalt/hintergrund/kalkstein-und-verkarstung/der-schwaebische-oelschiefer-nutzung-geschichte.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Posidonienschiefer_(Jura)