
Abb.1: Teil der Lauterbachfälle
Immer wieder unterspült der Lauterbach die Ufer, bis diese abbrechen und mehr oder weniger die Talhänge verstellen. Je steiler die angrenzenden Hänge sind, desto leichter können Starkregen Erde und Steine ins Bachbett spülen. Auf diese Weise wird der Bach ständig mit neuem Material (Erosionswaffen) versorgt, um sein Bachbett weiter zu verbreitern und tiefer zu legen.
Der härtere Granit setzt der Abtragung mehr Widerstand entgegen als die hier ebenfalls vorliegenden Ablagerungen des Rotliegenden (vgl. hierzu die Earthcaches "GC8YZPJ Die Schramberger Hauptverwerfung" und "GC8YYB2 Das Rotliegende - ein Gestein mit Sonnenbrand ?"). Deshalb weitet sich das Tal, wo der Bach ins Rotliegende eintritt. Im Bereich der Verwerfung bildete sich eine Stufe mit den Lauterbachfällen.
Seither nagt das herabschießende Wasser unermüdlich an der Granitstufe, so dass der Wasserfall allmählich zurückweicht und abflacht.
Aber wie zerschneidet das Wasser ganze Gebirge und ebnet sie schließlich ein ? Die "steten" Tropfen der meist ruhig dahinplätschernden Bäche oder der gemächlich strömenden Flüsse haben kaum die Kraft, harten Granit zu zerstören.
Die beschaulichen Bäche und Flüsse verwandeln sich jedoch bei kräftigem Hochwasser: Dann entwickeln die von abgespülter Erde braun gefärbten Fluten eine solche Gewalt, daß sie Sand und Steine mit sich reißen. Mit Wucht schleudert die Strömung Gerölle gegen den anstehenden Granit, so daß manchmal kleine Stückchen abbrechen können. Wie mit einem Sandstrahlgebläse poliert der mitgeführte Sand den Fels.

Abb. 2: Der Lauterbach
Die Strudellöcher, die vor Ort angetroffen werden können, sind damit vor allem dem Sand und den Steinen zu verdanken, die in den Wasserwalzen der Hochwasser und der Wasserfälle herumgewirbelt werden.
Die dadurch verursachten Gesteinsformungen lassen sich an den Wegpunkten 1 und 2 hautnah erkunden. Hintergrund ist, dass bereits 1908 in der unmittelbaren Nähe von P1 ein Stauwehr zur Ausleitung des überwiegenden Teils des Wassers errichtet wurde. Durch Rohre wird es seither zum Wasserkraftwerk der Uhrenfabrik Junghans in Schramberg abgeleitet. Die zur Stromerzeugung nutzbare Fallhöhe beträgt hier 63 Meter. Durch diese Ableitung führt der Lauterbach seit weit über 100 Jahren an unseren Zielen 1 und 2 nur wenig Wasser, was für uns heute eine optimale Zugänglichkeit eröffnet.
Doch zunächst zurück zu den Bildungsbedingungen:
Das in Gesteinsspalten eindringende Wasser erodiert das Gestein und es entstehen Hohlräume, in denen das abstürzende Wasser mit den mitgeführten Gesteinsbruchstücken und Sand die Hohlräume weiter auswäscht. Durch Bildung von Strudeln und Wasserwalzen wird dieser Erosionsprozess verstärkt. Es entstehen trichter- oder kesselförmige Hohlräume, die Durchmesser von wenigen Dezimetern bis zu mehreren Metern erreichen.

Abb. 3: Strudelloch
Der Erosionsprozess, wie stark das Gestein ausgemahlen wird, ist auch von der Härte der Steine abhängig, die im Strudeltopf herumgewirbelt werden. Sind diese härter als das gemahlene Gestein, dann werden sie rund geschliffen, die aus hartem Granit formen sich zu einer Kugel aus.
Im Zusammenhang mit Strudelloch begegnen wir auch den Bezeichnungen Kolk, Gumpen und Tumpf. Was hat es damit auf sich ?
Ein Kolk ist eine Erosionserscheinung in einem Flussbett in Form einer Vertiefung in der Fließgewässersohle oder der Uferwand. Auslöser können Unregelmäßigkeiten in der Festigkeit des Untergrundes sein oder Fließhindernisse wie Baumwurzeln oder Steine in Sand- und Schotterbetten. Kolke entstehen auch in Festgestein durch die Fluvialdynamik des Wasserlaufs. Durch Strudel und Wasserwalzen bilden sich trichter- oder kesselförmige Vertiefungen. Die auskolkende Tätigkeit des fließenden Wassers heißt Evorsion, die Initialform eines Kolks Strudelnische.
Als Gumpen werden überwiegend beckenartige Strudeltöpfe bezeichnet, die von Sturzbächen in den felsigen Untergrund eines Bachbetts erodiert wurden. Sie entstehen oft in dichter Folge und gestalten dann das Bachbett stufenförmig. Die hiermit verbundene weitere Vergrößerung dieser Strudeltöpfe unterscheidet die Gumpen von Kolken. Je nach Gesamtgefälle des Baches geht der Prozess der Gumpenbildung in die Entstehung eines Wasserfalls über. In Teilen Süddeutschlands werden auch generell Gewässermulden als Gumpen bezeichnet.
Als Tumpf werden tief in den Fels eingegrabene Auskolkungen bezeichnet, die durch die gewaltige Kraft des Wassers entstanden sind. Allgemeiner werden auch Vertiefungen in den Flüssen über die gewöhnliche Normaltiefe so bezeichnet.
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1. Zum Aufwärmen: Bei WP2 befindet sich eine Höhenangabe. Notiere diese (mit zwei Nachkommastellen) für die weitere Aufgabe bei WP4.
2. WP3:

Abb. 4: Aufgabe WP2
2. Nach Überquerung der Brücke finde oberhalb die in Abb. 4 gekennzeichneten Bereiche A und B.
2.1. Beschreibe die in diesen Bereichen vorgefundenen Strudelbildungen nach deren Art und Größe.
2.2. Ist oberhalb dieser Stelle auch eine Örtlichkeit auszumachen, auf die die Bezeichnung Kolk, Gumpen oder Tumpf zutreffen könnte ? Wenn ja, welche ?
3. WP3:

Abb. 5: Aufgabe WP3
3.1. Unterhalb der Bank findet sich der in Abb.5 mit C gekennzeichnete Bereich. Beschreibe die auch hier vorgefundene Strudelbildung insbesondere auch nach deren Größe. Was kann die Ursache dafür sein, dass diese sich genau an diesem Ort befindet ?
3.2. Ermittle die Höhe des Bachlaufs an dieser Stelle über NN. Bilde die Differenz zu der in Aufgabe 1 abgelesenen Höhe. Unterstelle, dass die Entfernung zu Aufgabe 1 insgesamt 145 Meter beträgt. Wie hoch ist das Gefälle des Lauterbachs auf diese Entfernung in Prozent ? Teile die Berechnung unter Angabe der Höhe nach Aufgabe 1 mit.
4. Begib dich zu WP4. Sind auch hier durch das Wasser verursachte Erosionserscheinungen erkennbar ? Welche ? Wie unterscheiden sich diese zu WP2 und WP3 ? Warum ?
Literaturangaben:
Naturfreunde Schramberg: Geologischer Pfad
Wikipedia
Fotos: Eigene Aufnahmen