Dieser Multi-Cache entstand im Rahmen des Projekts "Garten Eden - Beete für Jede/n" der evangelischen Kirchengemeinde Markdorf, das vom BMU im Rahmen von „Kurze Wege für den Klimaschutz“ unter dem Förderkennzeichen 03KKW0245 (Förderzeitraum 1.10.2018 - 30.09.2020) gefördert wurde.
Wir freuen uns sehr, dass wir euch an den verschiedenen Stationen unsere zehn selbst gebauten, mobilen Hochbeete mit unterschiedlichen Bepflanzungen zeigen dürfen. Snacken, staunen und lernen ist ausdrücklich erlaubt! :-) Und wer weiß – vielleicht bekommt ihr ja auch Lust aufs Gärtnern – selbst auf wenig Raum. Am Ziel wartet ein kleines Geschenk auf euch. Weitere Infos zum Projekt und zur Gemeinde findet ihr auch auf unserer Homepage unter https://ekima.de/html/content/projekt_garten_eden_beete_fuer_jede_n.html. Ein dort verlinkter, kurzer Film gibt euch Einblicke in den Projekt-Werdegang.
Nachfolgend wollen wir mit euch ein paar Einsichten teilen, die wir beim gemeinsamen Gärtnern gelernt haben und die für die Koordinaten der finalen Station relevant sind.
Was hat Klimaschutz denn mit Gärtnern zu tun?
Klimafreundliches Gärtnern schafft vielfältige und gesunde Lebensräume für Menschen, Pflanzen und Tiere, schont natürliche Ressourcen und erzeugt unbelastetes Obst und Gemüse. Wusstet ihr, dass riesige Kohlenstoffmengen (80%) in den Böden in Form von Humus gespeichert sind? Außerdem ist es unglaublich bereichernd, in und mit der Natur zu arbeiten und sie noch mehr wertzuschätzen.
Ich habe keinen eigenen Garten. Wie kann ich trotzdem gärtnern?
Platz bietet sich auch in Kübeln auf Terrasse, Balkon oder selbst auf der Fensterbank. Was gibt es denn leckereres, als ein paar frisch geerntete Kräuter über selbst gezauberte Gerichte zu streuen?
Unsere Gärtnerin meinte in einem der Workshops, dass sie in dem kleinsten Stückchen Erde Salat anpflanzen würde, da dieser innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Schneiden 60% der Inhaltsstoffe verliert.
Worauf sollte ich beim Saatgut achten? Und welche Erde verwenden?
Achten solltest Du auf den Anbau alter, samenfester und standortangepasster, nicht gentechnisch veränderter Kulturpflanzensorten, z.B. von Erhaltungsinitiativen oder aus Bio-Züchtungen: Leider nimmt die Vielfalt bei Nutzpflanzen ab, u.a. weil die weltweit 10 größten Züchtungsunternehmen 75% des Saatguts verkaufen und zwar überwiegend als sogenanntes Hybridsaatgut, das für einen Nachbau nicht geeignet ist (=Einmal-Saatgut). Samenfeste Sorten lassen sich vermehren und bringen weitere Vorteile wie Geschmacksvielfalt, Unabhängigkeit oder die Verlängerung des Erntefensters aufgrund geringerer Homogenität.
Statt Torf werden im Biogarten Komposterde oder andere torffreie Kultursubstrate verwendet. Das schont Moorlandschaften und schützt das Klima. Kompost kann man selbst herstellen aus Garten- und Küchenabfällen. Er ist zur biologischen Düngung genauso wie Pferdemist bestens geeignet, enthält alle wichtigen Pflanzennährstoffe, belebt den Boden und verbessert die Bodenstruktur. Auch unsere Hochbeete haben wir unten mit Kompost aus der Nachbarschaft und obendrauf mit torffreier Erde befüllt.
Welche Gemüsesorten kann ich wie kombinieren?
Nicht alles, was uns auf dem Teller miteinander gut schmeckt (wie Paprika, Tomate und Aubergine), verträgt sich auch im Beet. Z.B. sollte man nie Petersilie und Schnittlauch nebeneinander pflanzen. Dagegen brauchen Möhre und Zwiebel aufgrund ihrer tiefen Wurzeln die gleiche Beetvorbereitung und bekämpfen zudem gegenseitig ihre Schädlinge. Was will man mehr! J
Am besten vorher kurz in diese Tabelle schauen:

Ein weiteres wichtiges Thema beim Gärtnern ist die Anbauplanung für eine Nutzung des Beetes das ganze Jahr über, z.B.:
Im April sät man Möhren, Dill, Zwiebeln und frühen Lauch sowie Pastinaken. Im August sind Lauch und Pastinaken noch da, aber Möhren und Dill schon geerntet. In diese Reihe kann man dann Endivie und Feldsalat anbauen.
Wie schütze ich meine Pflanzen?
Am besten schon vorbeugend und ohne chemische Pestizide: In einer vielseitigen Fruchtfolge und Mischkultur ergänzen sich die Kulturpflanzen mit ihren Ansprüchen an den Boden und fördern sich gegenseitig im Wachstum. Zur Verbesserung des Bodens werden stickstoffsammelnde Leguminosen (z. B. Bohnen, Lupinen, Klee) und Gründüngungspflanzen (z. B. Phacelia) angepflanzt. Die Pflanzen nach ihrem Bedarf organisch düngen (z. B. mit Kompost, Mist oder Hornmehl). Eine schonende Bodenbearbeitung (mit Handgrubber und Grabgabel) zum optimalen Zeitpunkt (nicht zu feucht) fördert das Bodenleben, den Humusgehalt und die Bodenstruktur. Eine ganzjährige Bodenbedeckung schützt vor Bodenabtrag und unterdrückt nicht erwünschte Wildkräuter. Das Abdecken der Bodenoberfläche (Mulchen) mit Stroh, Grasschnitt, Laub etc. führt dem Boden zudem Nährstoffe zu und sorgt für ein ausgeglichenes Bodenklima.
Ich habe keine Lust zu gärtnern. Wie kann ich meine Flächen trotzdem sinnvoll gestalten? Und wie ernähre ich mich klimafreundlich?
Eines vorweg: Bitte keine Schottergärten! Besser: Ein Paradies für blütenbesuchende Insekten schaffen, was auch in Kästen und Kübeln möglich ist. Also lieber Pflanzen mit ungefüllten Blüten als Nektarquelle für bestäubende Wildbienen und andere Insekten säen (lässt auch das eigene Herz höher schlagen) und Wildnis und Natürlichkeit bewusst zulassen statt wöchentlich Rasen mähen. Achte bei der Auswahl insbesondere auf eine möglichst lückenlose Blütezeit deines Pflanzen-Ensembles, um den Insekten eine ganzjährige Nahrungsversorgung zu gewährleisten. Die Sommerblüher Lavendel, Katzenminze oder die Wiesenschafgarbe erfreuen auch unsere Sinne. Im Frühjahr bzw. Frühsommer bereichern das Berg-Steinkraut, Rosmarin und der Echte Salbei das Pollen- und Nektarangebot. Das Netzwerk Blühende Landschaft bietet Pflanzenlisten für Balkon & Garten zum Download unter www.bluehende-landschaft.de.
Du kannst zahlreiche Biotope, wie Hecken, Blumenwiesen, Trockenmauern und Nisthilfen, für verschiedene Tiere bereitstellen. Und den Pflegeschnitt von Gehölzen und Hecken auf das Nötigste beschränken, sodass Pflanzenstängel in Beeten und Säumen für überwinternde Insekten und nahrungssuchende Vögel mindestens bis zum folgenden Frühjahr stehenbleiben.
Bei der Ernährung solltest Du auf saisonale und regionale – wenn möglich auch ökologisch erzeugte – Produkte setzen. Dies hat folgende Vorteile:
- Frisch geerntetes Obst und Gemüse schmeckt besser und hat oft mehr gesunde Inhaltsstoffe.
- Weniger CO₂ wird freigesetzt.
- Die lokale Wirtschaft wird gefördert.
- Man lernt eine neue Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten kennen.
Der Saisonkalender gibt Dir Auskunft darüber, welches Obst und Gemüse Du in welchem Zeitraum besonders frisch genießen können. Ein PDF findest Du hier.
Wusstest Du, dass donnerstagvormittags der Markdorfer Wochenmarkt stattfindet?
Lösung:
Bei diesem Cache wirst Du von Hochbeet zu Hochbeet geführt. Für die finalen Koordinaten müsst ihr nur noch die richtigen Werte für die Buchstaben eintragen und teilweise ein bisschen rechnen. Die Antworten auf die Fragen findet ihr im Text oder bei den jeweiligen Stationen.
N AB° CD.EFG, E 009° H3.I18
A) Worauf wird bei der 1. Station (N 47° 43.254 E 009° 23.093) verzichtet, weil einige Menschen das nicht vertragen (Hint: hat nichts mit Milch zu tun)? Anzahl der Buchstaben - 2 = A
B) Was wird bei der 2. Station (N 47° 43.253 E 009° 23.297) immer lecker u. frisch zubereitet und schmeckt zu Kaffee? Anzahl der Buchstaben + 1 = B
C) Am wievielten Tag der Woche ist in Markdorf Markt?
D) Vertragen sich Schnittlauch und Petersilie als Nachbarn im Beet? 4 für Ja, 3 für Nein
E) Wie viele mobile Hochbeete haben wir gebaut? (nur die erste Stelle)
F) Wie viel % des Kohlenstoffs ist in den Böden in Form von Humus gespeichert? (nur die erste Stelle nehmen und eins draufrechnen)
G) In welchem Jahr startete unser Klimaschutzprojekt? (nur die letzte Stelle)
H) Der wievielte Besitzer ist man mindestens, wenn man sich mit Klamotten bei der 3. Station (N 47° 43.385 E 009° 23.434, übrigens kann man hier auch lecker Selbstgemachtes essen!) versorgt?
I) Die 10 größten Unternehmen vereinen wie viel % des Saatgutmarktes auf sich? (nur die erste Stelle nehmen und eins abziehen)
Deine Lösung für die Koordinaten dieses Rätsels kannst du auf geochecker.com überprüfen. GeoChecker.com.
Cache befindet sich westlich vom Gebäude, auf das die Koordinaten verweisen. Um die Micro-Dose zu finden, müsst Ihr von den errechneten Koordinaten noch folgende Peilung machen: 36m 280.4° . Vielen Dank an blubb&blubb und Freunde für die Unterstützung dieses Erstlingswerks! :-)