Der ca. 7 km lange Ochsenpfad wurde 2006 angelegt und führt Euch quer durch die Innenstadt zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts, zu geschichtsträchtigen Plätzen und Wegen in Nordenham. https://www.alltrails.com/de/explore/map/ochsenpfad-maritimer-weg-nordenham

Von der Gate, einem ehemaligen Wasserarm, vorbei an der „Vredeborch" (Friedeburg), eine Niederungsburg, bis zum "Ochsen-Pier" führt dieser Pfad durch die Nordenhamer Geschichte. Abschnitte des Ochsenpfades führen genau auf der Strecke entlang, auf der vor 150 Jahren die Ochsen aus ganz Butjadingen zum Anleger getrieben wurden. Sein Erkennungsmerkmal sind bronzene Plaketten mit Huf-Symbolen. Inzwischen ist allerdings ein Großteil der 68 Ochsenspuren verschwunden. Entlang des Pfades zeigen Schautafeln historische Aufnahmen, Karten und Zeichnungen aus den Anfängen der Stadt und vermitteln so einen Einblick in die Stadtentwicklung rund um das ehemalige "Gut Nordenham“.
Start und Ziel des Ochsenpfades ist der Marktplatz. Zunächst führt die Strecke über Hafenstraße, Deichgräfenstraße, Union-Pier, Schulstraße, Lutherstraße, Bahnhofstraße und Gateteiche-Park nach Atens zur Friedeburg. Von dort geht es über Brunnenstraße, Wehrdeich und Plaatweg zurück zum Ausgangspunkt.
Genug gesabbelt, nun folgt meinen Spuen (Ochsenspuren) und sammelt alle Hinweise für das Finalen N53° AB.CDE, E008° FG.HIJ und der Ostkoordinate E008° VW.XYZ zum Bonus https://coord.info/GC90KA9
Hier könnt Ihr Eure Koordinaten überprüfen:
http://www.geochecker.com/index.php?code=ffdd88c514ccee3ed8a3b71a268e621f&action=check&wp=4743393050314d&name=4f636873656e7066616420696e204e6f7264656e68616d20&f=953a7c73492a8fc1dbd908e526f0c4a1
Auszug aus der Geschichte
Quer durch die Wesermarsch wurden Ochsen zum "Ochsenpier" in Nordenham getrieben und von dort nach London verschifft. Niemand ahnte, dass dies der Beginn eines rasanten wirtschaftlichen Aufschwungs werden sollte, Nordenham entwickelte sich aus dem Nichts zu einem Handelsort. An den legendären Ochsenpier („Ossenpier“), der am Anfang des Weges zur Gründung der Stadt Nordenham steht, erinnert nichts mehr, er lag ungefähr in Höhe des Bahnhofs. Doch noch heute sind das Stadtbild und die Umgebung geprägt von Ochsen. Als Masttiere grasen sie auf den Weiden vor den Toren der Stadt, im Stadtgebiet präsentieren sie sich als bunte lebensgroße Figuren.
150 Jahre ist es her, dass dieser Anleger der Marke Eigenbau in Betrieb genommen wurde. Der Kaufmann Wilhelm Müller (1821 bis 1899) hatte die gute Gelegenheit erkannt und die Sache hartnäckig betrieben, bis er schließlich Erfolg hatte. Schon Ende der 1840er Jahre hatte er auf dem Groden vor dem Gut Nordenhamm einen Anleger einrichten wollen, um die Viehausfuhr nach England in großem Stil aufzuziehen. Doch die großherzogliche Regierung in Oldenburg verweigerte die Genehmigung. Bereits seit 1845 gingen regelmäßige Viehtransporte von Brake nach London, deren Umfang ständig zunahm. Müller wollte den Transport nach Nordenham holen, weil es näher am rindviehreichen Butjadingen liegt.
1851 wurde ein zweiter Antrag Müllers abgelehnt. Deshalb wurde er Agent der britischen Robinson-Linie und betrieb den Viehexport von Großensiel aus. Am 30. Oktober 1854 gründeten Butjadinger und Stadlander Bauern eine Gesellschaft, die auf eigene Rechnung die Viehausfuhr mit einem Dampfschiff betreiben wollte. Schon im Juli 1855 wurde der 520 Tonnen große und 90 PS starke Schraubendampfer „Butjadingen“ in Dienst gestellt. Der clevere Wilhelm Müller arbeitete sowohl für die Robinson-Linie als auch für die Reederei der Bauern.
Im Januar 1857 stellte Müller in Oldenburg einen weiteren Antrag auf einen Anleger – wieder ohne Erfolg. Unverzüglich schickte er einen erneuten Antrag – und diesmal kam das ersehnte Ja. Im Oktober 1857 nahm der Ochsenpier den Betrieb auf. Er bestand aus nichts anderem als einem breiten Steg und einem ausgedienten Heringsschiff, an dem die Dampfer festmachen konnten. Partner Müllers war jetzt der am 20. Februar 1857 von H.H. Meier in Bremen aus vier kleinen Schifffahrtsgesellschaften gegründete Norddeutsche Lloyd. Das Vieh wurde über den Plaatweg getrieben, der damals noch bis zum Deich reichte. Kurz nach Inbetriebnahme des Piers ging die „Butjadingen“ in den Herbststürmen unter. Die Ausfuhr nahm immer weiter zu und erreichte 1865 ihren Höhepunkt mit 12.913 Rindern, 12.395 Schafen, 1.168 Kälbern und 678 Schweinen. Etwa 90 Prozent der Tiere gingen nach London. Konkurrenz aus Russland, Frankreich und Belgien und der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 brachten Einbußen, 1877 kam der Ochsenhandel ganz zum Erliegen, etwa zehn Jahre später hörte auch der Schafexport auf.
Der Ochsenpier wurde 1875 durch einen Querpier ersetzt. Doch er hatte sehr viel bewirkt, eine Telegrafenstation entstand 1866, 1868 die Chaussee von Ellwürden zum Bahnhof (heute Oldenburger und Bahnhofstraße) gebaut worden und im gleichen Jahr hatte Müller auf dem Deich die Gaststätte „Zum grauen Ochsen“ errichtet. Sie bildet heute den Mittelteil des Bahnhofs. 1875 nahm die Bahn den Betrieb auf. Die Ausfuhr von Vieh wurde durch die Einfuhr von Petroleum und Getreide ersetzt. Wilhelm Müller konnte sich in der Friedeburg zur Ruhe setzen.
Quellen: www.nwzonline.de, www.reiseland-niedersachsen.de, www.nordenham.de, www.nordseejadeweser.de, Wikipedia, Schautafeln Maritime Wege - Ochsenpfad Nordenham