Ursprünglich war Schleswig-Holstein geprägt von ausgedehnten Mischwäldern, die ab dem 12./13. Jahrhundert durch Siedlungs- und Ackerbau und später durch die fortschreitende Industrialisierung mit seinem erhöhten Bedarf an Feuer- und Bauholz stark dezimiert wurden. 1189 wurde der Bach Knegena in einer Urkunde des Grafen Adolf III., im Rahmen einer Grenzbestimmung des Reinfelder Zisterzienserklosters, erstmals schriftlich erwähnt. Dieser zufluss der Trave war 1263 vermutlich der Namensgeber des Dorfes Kneeden, welches kurze Zeit später wieder aufgegeben wurde. Bereits 1420 waren der Wald Kneeden und dessen Bewirtschaftung der Stadt Oldesloe zugehörig. Neben der reinen Holz- und Forstwirtschaft gehörte auch die damals übliche Schweinemast dazu. Zu diesem Zweck wurden jeden Herbst die Hausschweine der Gegend in die Buchen- und Eichen-Areale getrieben, um sich an Bucheckern und Eicheln des Mischwaldes satt zu fressen. Im Jahre 1870 waren von den ausgedehnten Waldflächen in Stormarn noch 6981ha (7,8% der Gesamtfläche) übrig. Davon entfielen 50ha auf den Kneeden. 130 Jahre später waren Stormarns Wälder auf insgesamt 9832ha (=12,8%) und allein der Kneeden auf etwa 93ha gewachsen, was die Folge von gezielten Aufforstungsprojekten war. Durch die zunehmende Bedeutung des Waldes für Naherholung, Umwelt und nachhaltige, naturnahe Bewirtschaftung ist auch der Kneeden – als Vorgarten von Hamburg und Lübeck – immer wichtiger und beliebter geworden. Gemeinsame Reit-, Wander-, Wald- und Wirtschaftswege machen den Forst zwar für den Besucher erleb- und nutzbar, schonen aber Reh- und Dammwild in dessen natürlichem Lebensraum. Die angrenzenden Felder und Gewässer bieten der vorhandenen Fauna beste Voraussetzungen zur Nahrungssuche und ideale Rückzugsgebiete. Der Mensch erreicht den Kneeden am besten über die B75 oder den Travewanderweg, der gleichzeitig Teilstück des Stormarnweges, des Hanseatenweges, des Jakobsweges und des Nordsee-Ostsee-Weges ist. HyF