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Sina - nicht vergessen (Nr. 1) Traditional Cache

Hidden : 10/24/2020
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Sina Mustkowa (oder Sina Musatowa oder Sinaida Musatowa) 1911 - 1944

Grabstelle in Rurberg in der Eifel

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Diese kleine Cacheserie soll an fünf junge Frauen erinnern, die in diesem Wald von Gestapo-Mitarbeitern getötet wurden. Wir wissen nicht, wo sie genau herkamen. Wir wissen nicht ihre Geburtsdaten. Nicht einmal die korrekte Schreibweise ihrer Namen ist eindeutig. Wir wissen, dass sie "Ostarbeiterinnen" waren, in den allermeisten Fällen ein beschönigender Ausdruck für Zwangsarbeiterinnen. Wir wissen, dass sie am 13. Oktober 1944 unter dem Vorwurf, geplündert zu haben, innerhalb von zwei Tagen ohne rechtsstaatliches Verfahren erschossen und verscharrt wurden. In den 1950er Jahren wurden sie dann in würdige Gräber in der sowjetischen Kriegsgräberstätte in Rurberg/Eifel umgebettet. (Auch dort gibt es einen Cache: GC747D5)

 

Update 02.03.2024: Der Cache ist an eine Stelle umgezogen, die u.E. besser passt. Koords und Hint wurden angepasst.

Update 09.05.2021: Den Cache in Rurberg haben wir heute besucht. Anschließend haben wir hier das Foto der Grabstätte sowie eine weitere mögliche Namensvariante hinzugefügt.

Update 17.12.2021: In diesem Jahr fand am Volkstrauertag eine Gedenkveranstaltung für die fünf jungen Frauen statt. Die Initiatoren waren die IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung  des Atomkrieges, Regiogruppe Mönchengladbach-Viersen), Pax Christi (Gruppe Viersen), Versöhnungsbund (Region Viersen), Friedensbündnis Mönchengladbach und der DGB Mönchengladbach. Auch Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) war dabei.

Da wir das individuelle Schicksal von Sina, Helga, Wera, Tonja und Maria nicht kennen....wer waren ihre Eltern? wen haben sie geliebt? hatten sie selbst Kinder?...., haben wir andere Quellen gesucht, die das Leben der "Ostarbeiterinnen" beschreiben.

Bitte betretet, wenn Ihr hier im Wald unterwegs seid, auf gar keinen Fall die ehemaligen Militärzonen (Warnschilder) und achtet die Privatsphäre der Menschen auf den Campingplätzen.

Dieser Cache ist für Rollstuhlfahrer prinzipiell erreichbar, zum Heben werdet ihr aber Assistenz benötigen. Leicht Sehbehinderte sollten keine Schwierigkeiten haben, ebensowenig Gehörlose - die Menge an Schriftsprache braucht Ihr nicht für den Cache an sich.

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"Anwerbung"

"Ostarbeiter" wurden die Menschen genannt, die aus den von der deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten in Osteuropa nach Deutschland geschafft wurden, um hier die Arbeit der Männer, die an der Front kämpften (oder schon getötet worden waren), zu erledigen.

"Anfangs [waren] die Zahlen derjenigen, die sich für den Reichseinsatz freiwillig meldeten, überraschend hoch. Viele ließen sich von der deutschen Propaganda täuschen, die ausländischen Arbeitskräften ein angenehmes Leben ohne Mangel in Deutschland vorgaukelte. Zugleich wurden die Lebensmittelrationen in den Ostgebieten unter das Existenzminimum reduziert, so dass mit der Zeit Hunderttausende in ihren fruchtbaren Heimatländern verhungerten. Für viele war der Transport ins Reich dadurch um so mehr mit der Hoffnung verknüpft, nicht nur selbst zu überleben, sondern auch die Angehörigen von ferne unterstützen zu können.

Die ersten Mitteilungen über die Verhältnisse am deutschen Arbeitsort und der Anblick der ersten arbeitsunfähig aus Deutschland Zurücktransportierten ließen jede Euphorie noch während des ersten Besatzungsjahres sehr schnell verfliegen. [...]

Die Verpflichtung aller Bewohner der besetzten Ostgebiete, Arbeiten für die Besatzer zu verrichten, erfolgte im Dezember 1941 durch eine Verordnung des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg. Davon betroffen waren Männer bis zum Alter von 65 Jahren und Frauen zwischen 15 und 45 Jahren. [...] Um die verfügten Kontingente zu erfüllen, wurden selbst Passanten auf offener Straße, Teilnehmer von Festen und Gottesdienstbesucher ergriffen und zu den Sammelstellen gebracht. Gemeinden, die den Gestellungsbefehlen nicht Folge leisteten, hatten mit drakonischen Strafexempeln zu rechnen, die bis zum Niederbrennen ganzer Ortschaften führen konnten.

Im Sommer 1942 wurde zusätzlich für alle Jugendlichen aus der Ukraine zwischen 18 und 20 Jahren ein zweijähriger Pflichtdienst im Reich eingeführt. Kaum mit dem Nötigsten versehen, wurden die rekrutierten Kinder, Frauen und Männer mit Güterzügen in Durchgangslager im Reich gebracht, von wo sie ihren Einsatzorten und -betrieben zugeführt wurden."

Quelle: bundesarchiv.de

Zwangsarbeiterinnen beim Einsteigen in einen Güterzug

Einen Augenzeugenbericht der "Ostarbeiterin" Barbara S. findet Ihr beim Verein GELSENZENTRUM e.V., der uns die Verwendung freundlicherweise erlaubt hat.

Der Tag der Deportation war der 13. Juni: "Mit Marschmusik wurden wir zum Bahnhof gebracht. Unter den vielen Menschen herrschte große Unruhe (...) Es wusste ja keiner, was kommen würde. Am Bahnhof warteten Viehwaggons auf uns. Davor lag ein großer Haufen mit Stroh und die Wachsoldaten sagten uns, dass sich jeder eine Handvoll als Unterlage nehmen muß. Die Waggons waren überfüllt und es gab keine Toiletten, nur ein Loch im Boden. Die Luft in unserem Waggon war unbeschreiblich, da viele Frauen sich vor Scham in die Hose machten. Ich kann das gar nicht erzählen. Zu essen bekamen wir auch nichts. Zur Sammelstelle sollte aber jeder nur Lebensmittel für drei Tage mitbringen, die natürlich längst aufgebraucht waren, da wir ja tagelang dort gewartet hatten. (...) Wie lange wir unterwegs waren, weiß ich nicht mehr genau, der Zug hat oft gestanden. Es dauerte aber einige Tage. Wenn der Zug hielt, durften wir heraus, um Wasser zu holen, danach wurden wir wieder eingeschlossen."

Quelle: Roland Schlenker, "Ihre Arbeitskraft ist auf das schärfste anzuspannen - Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterlager in Gelsenkirchen 1940-1945. Essen 2003, gefunden auf: gelsenzentrum.de

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Buchenblatt

Rose Ausländer

Ein Buchenblatt
Wie aus dem Wald
Meiner Heimatstadt
Fliegt in mein Zimmer

Es kam
Mich zu trösten

Jene junge Zeit
Ein Gedankenort
Da wohnen die verlorenen
Freunde und Berge

Feines Geäder
Eine Widmung für mich

 

Additional Hints (Decrypt)

800z

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)