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Latit am Himmerich EarthCache

Hidden : 10/23/2020
Difficulty:
4.5 out of 5
Terrain:
4.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Im Siebengebirge ist es an vielen Stellen möglich, das Innenleben von Vulkanen zu erkunden. Hier am Himmerich ist es vor allem Latit, welches sich in beeindruckender Form zeigt. Bei einer schönen, aber auch anspruchsvollen Wanderung könnt ihr das vulkanische Gestein entdecken.

Wichtiges bevor ihr euch auf den Weg macht:

  • Ihr benötigt für diesen Earthcache: eine gute Lupe und einen Hammer
  • Der Weg zum Plateau mit der großen Latitwand ist nicht allzu schwierig, das letzte kurze Stück zum Gipfel ist schon anspruchsvoll, bietet aber eine phantastische Aussicht. In jedem Fall braucht ihr trittsichere Wanderschuhe. Beachtet bitte die Attribute!
  • Ihr befindet euch im Naturschutzgebiet Siebengebirge. Die Wege müssen und dürfen nicht verlassen werden. In diesem Fall ist der kürzeste Weg zum Gipfel nicht der einfachste, das können wir aus eigener Erfahrung sagen!

 

 

Das Siebengebirge

Vulkane schufen vor  die Voraussetzung für das heutige Siebengebirge. Am Fuße des Gebirges lag vor 25 Millionen Jahren der "Nordsee-Strand". Aus dem Untergrund drang glühendes Magma nach oben. An der Oberfläche der Magmenkammern sammelten sich große Mengen vulkanischer Gase. Die Erdkruste konnte dem Druck irgendwann nicht mehr standhalten. Die Gesteinsschichten über den Magmakammern wurden in gewaltigen Explosionen zertrümmert. Feurige Lava-Eruptionen türmten mit unvorstellbarer Gewalt hunderte Meter Material auf. Teilweise wurde das Gebiet mit einer über 200 Meter dicken Tuffschicht bedeckt.

Eine Million Jahre später stieg wieder Magma auf, allerdings gab es keine solchen gewaltigen Eruptionen. Magma drang durch Gänge nach oben, blieb im zuvor abgelagerten Tuff stecken und erkaltete dort zu Gesteinen wie Basalt, Trachyt oder Latit, wie hier am Himmerich zu sehen. Diese sehr harten Gesteine boten der Verwitterung erheblich mehr Widerstand als der relativ weiche Tuff. Die Erosion, also Sonne, Wasser und Wind, präparierte in der jüngeren Erdgeschichte das Siebengebirge aus dem Tuff heraus.

Über Jahrhunderte wurden im Siebengebirge Trachyt, Latit und Basalt abgebaut. Die Steinbrüche hätten die Region fast zerstört. Die Reste und Folgen des Bergbaus sind hier an vielen Stellen deutlich zu sehen. Dennoch erlauben sie uns tiefe Einblicke in das Innere der Erde und auch der Vulkane.

Vulkangestein Latit

Der Latit ist benannt nach der mittelitalienischen Region Latium, einem seiner Hauptverbreitungsgebiete.

Mineralogisch bildet Latit das vulkanische Äquivalent zu den plutonischen Monzoniten. Er ist verwandt mit den Andesiten. Hauptsächlich besteht er aus  Plagioklasen, Sanidin und Pyroxen. Daneben enthält er noch Augit, Biotit und die nachfolgend beschriebene Hornblende.

Das in die Tuffschicht eingedrungene und steckengebliebene Magma ist zu einem feinkörnigen hellen Gestein erkaltet. In diesem Gestein befinden sich zahlreiche, bis zu mehrere Zentimetern große, schwarze, glänzende Kristalle des Minerals Hornblende. Als Hornblende bezeichnet man eine Gruppe zahlreicher Mineralien, die in vielen Gesteinen vorkommen. Die Hornblenden zählen zu den Amphibolen, zu denen insgesamt sehr viele weitere Mineralien gerechnet werden. Amphibole sind oft schwarz und gut spaltbar. Die Spaltflächen spiegeln und glänzen wie Glas. Diese Kristalle verleihen dem Gestein sein typisches Aussehen. Die schwarzen Kristalle wittern nicht frei.

Es gibt auch helle Einsprenglinge, dabei handelt es sich um Sanidine und Plagioklase. Im Gegensatz zum Quarzlatit auf dem Stenzelberg, welcher quarzübersättigt ist, findet man hier SiO2- untersättigten Latit, in dem es keine freien Quarzkristalle gibt.

Am Himmerich zeigt sich das Latitgestein in unterschiedlicher Form an den beiden Wegpunkten und auf dem Gipfel. Die Listingkoordinaten führen euch zu Station 1.  Hier war früher ein Latit- Steinbruch, alles wurde abgebaut. Übrig geblieben ist ein großes Plateau mit einer Felswand aus Latit und einer phantastischen Aussicht. Station 2 liegt etwas versteckt am kürzesten Aufstieg zum Gipfel. Wir haben diesen genommen, weil wir es nicht besser wussten. Der Weg ist aber nur den sportlichen Abenteurern unter euch zu empfehlen. Um einiges leichter ist der etwas längere Weg nach oben.

 

Schaut euch nun das Latitgestein an den Wegpunkten und auf dem Gipfel genau an und beantwortet dann vor dem Loggen folgende Fragen:

1. Beschreibt das Aussehen des Gesteins bei der Felswand an Station 1. In welcher Größe und Form ist das Latit hier erstarrt? Ist es an der ganzen Wand gleich?                                                                                                            

2. Sucht euch ein herumliegendes Stück Latitgeröll und schlagt es mit eurem Hammer auseinander. Untersucht die frischen Bruchstellen unter der Lupe. Wieviele Hornblende- Kristalle könnt ihr erkennen? Sind diese größer oder kleiner als die hellen Einsprenglinge aus Sanidin und Plagioklas? Gibt es mehr helle Einsprenglinge oder mehr Hornblende-Kristalle?


3. Wie unterscheidet sich das Latit an S1 von dem an S2 und dem auf dem Gipfelplateau?


4. Macht ein Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand auf dem Gipfelplateau und hängt es eurem Log an. Für diejenigen, die das nicht schaffen, bzw. wenn Wind und Wetter den Aufstieg nicht erlauben, wird auch ein Foto an Station 1 akzeptiert.

Schickt eine Mail mit euren Antworten an mich! Nach dem Absenden der Antworten könnt ihr gleich loggen. Falls etwas nicht in Ordnung ist, melde ich mich. Ihr braucht nicht die Logfreigabe abwarten! Ich wünsche euch viel Spaß bei dieser geologischen Entdeckungsreise!




Quellen: Geologische Entdecker-Touren im Rheintal 1 Siebengebirge von Sven von Loga, wikipeda, GEOWiki@LMU.de, seilnacht.com, eigene Fotos

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