Bevor wir uns mit dem Thema "Mäander" auseinandersetzen wollen, ein paar Infos auf was ihr euch einlasst, wenn ihr diesen Earthcache besuchen wollt:
Die Wutachregion hat bezüglich der Geologie von Baden-Württemberg eine besondere Bedeutung. In vergleichsweisem geringem Abstand treten viele verschiedene Gesteine des Schwarzwälder Grund- und Deckgebirges auf. Die Wutachschlucht bietet so einen natürlichen Querschnitt durch die geologische Geschichte des Südschwarzwalds. Die einzigartige Dichte an Informationen macht die Wutachregion zu einem bevorzugten Exkursionsgebiet für alle geologisch Interessierten.
Bei einer Tageswanderung mit Kindern durch die Schlucht gilt absolute Vorsicht. Besonders bei engen und steilen Teilabschnitten müssen kleine Kinder an der Hand geführt oder ans Seil genommen werden. Auch gutes Schuhwerk, ausreichend Kondition, sowie Trittsicherheit und Schwindelfreiheit muss vorhanden sein. Desgleichen darf die Verpflegung und genügend zu Trinken auf keinen Fall vergessen werden. Ebenso empfehlen wir bei starker Sonneneinstrahlung dringend eine Kopfbedeckung und Sonnenmilch mitzunehmen.
Eine Wanderung durch die sagenumwobene Wutachschlucht darf keinesfalls unterschätzt werden! Es wird empfohlen eine Wanderung mit Kindern durch die Schlucht erst ab einem Alter von 6 Jahren.
Die Schlucht ist für Radfahrer und Mountain-Biker verboten und für Kinderwägen nicht geeignet. Je nach Witterung und Jahreszeit sind die Wanderwege in der Schlucht streckenweise rutschig, vor allem an den Steilhängen. In den Wintermonaten wird das Begehen der Schlucht nicht empfohlen.
Erkundigt euch vor Antritt über die aktuellen Bedingungen in der Schlucht. Das Internet gibt hier Auskunft.
Tipp: Im Zeitraum von Ende April bis Anfang Oktober verkehrt ein Wanderbus, der die Besucher der Schlucht an die wichtigsten Einstiegspunkte und zurückbringt. Bitte beachtet den aktuellen Fahrplan.
Eine empfohlene Tour durch die Schlucht:
Startpunkt der Tour:
Wanderparkplatz Wutachmühle, An der L171, 79879 Wutach-Ewattingen
Zielpunkt der Tour:
Schattenmühle, Schattenmühle 1, 79843 Löffingen
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Schwierigkeit
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mittel
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Strecke
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12 km
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Aufstieg
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433 m
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Abstieg
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350 m
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Dauer
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5 h
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Niedrigster Punkt
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566 m
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Höchster Punkt
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662 m
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Ihr seid hier in einem Naturschutzgebiet. Haltet euch bitte an die Vorgaben und Hinweise, die ihr am Anfang und am Ende der Schlucht findet, sowie immer wieder auch in der Schlucht an verschiedenen Stellen.
Typisch für die Wutach sind zahlreiche Flussschlingen. Eine Abfolge mehrerer solcher Schlingen wird auch als Mäander bezeichnet. Dieser Name wird von Maiandros, dem griechischen Namen des türkischen Flusses Büjük Menderes nehri, abgeleitet.
Die Ursache der Mäanderbildung ist eine durch die Bodenreibung des Wassers verursachte Querzirkulation, die entlang des Flussbodens von der kurvenäußeren zur kurveninneren Seite und dann wieder zur kurvenäußeren Seite führt. Dadurch wird Material des Flussbodens von außen nach innen getragen.

Bild 1
Als Prallhang bezeichnet man das kurvenäußere Ufer eines Flusses, das durch die hier stärkere Strömung abgetragen wird. Das kurveninnere Ufer (im Strömungsschatten) wird als Gleithang bezeichnet; hier wird Material wegen der geringeren Strömung abgelagert. Die Begriffe werden in Zusammenhang mit der Mäanderbildung eines Flusses verwendet. Durch die Erosionsprozesse verlagern sich die Schlingen eines Flusses im Laufe der Zeit.

Bild 2
Der Prallhang wird durch Uferunterschneidung aufgrund hoher Strömungsgeschwindigkeiten an der Außenseite einer scharfen Flusskrümmung bedingt. Wichtig für die Ausformung eines solchen Ufers ist die Kombination von Seitenerosion und Tiefenerosion.
Die Seitenerosion wird vor allem von der Strömungsenergie, die sich aus Abflussmenge und Fließgeschwindigkeit ergibt, der Zusammensetzung des Bett- und Ufermaterials sowie der Flussfracht bestimmt. Weitere Einflussfaktoren sind Klima, Vegetation (vor allem Ufervegetation), Fauna (Uferbauten, Trittschäden), Gestein (vor allem morphologische Gesteinshärte), Relief (Tallängsprofil und Talquerprofil) und der Mensch (z.B. Rodung im Einzugsgebiet oder wasserbauliche Maßnahmen). Die Seitenerosion führt, vor allem durch die Arbeit der Uferwalzen, zu einer Rückverlegung der Gerinneufer. Die an den Ufern durch Reibungswiderstände entstehen Walzen nehmen Material auf, unterschneiden die Ufer und führen zu einer Verbreiterung oder zu einer Verlagerung der Gerinne.
Die Tiefenerosion führt zu einer Tieferlegung der Fluss- bzw. der Gerinnesohle. Je nach der Strömungsenergie des fließenden Wassers wirkt dabei vor allem die Arbeit der Grundwalzen. Tiefenerosion tritt ein, wenn die kinetische Energie des fließenden Wassers zur Aufrechterhaltung des Fließvorgangs und zum Transport der Flussfracht noch nicht verbraucht ist. Die an der Gerinnesohle durch Reibungswiderstände entstehenden Grundwalzen können dann Material aufnehmen, es entstehen Kolke. Da die Arbeit der Grundwalzen stromaufwärts gerichtet stattfindet, werden Gefällsunstetigkeiten im Flusslängsprofil stromaufwärtig durch Prozesse der rückschreitenden Erosion ausgeglichen.
Entlang des Fließgewässers lagern sich Sedimente ab. Vor allem bei Hochwasser wird grobkörniges Material abgelagert. Die Ablagerung der akkumulierten Kornfraktionen ist durch eine stetige Abnahme der Korngrößen vom flussnahen zum flussfernen Uferbereich gekennzeichnet. Auf den überwiegend grobkörnigen Prallufern bilden sich Uferdämme, die flussseitig steil ansteigen und landseitig sanft abfallen. Häufig bildet ein Fluss vor dem Prallhang auch einen Kolk aus.
Durch die Erosionsprozesse verlagern sich die Schlingen im Laufe der Zeit. Durch die Bewegung der Mäander entstehen im Laufe der Zeit an den Gleithängen in Ufernähe Uferwälle aus grobkörnigen Sedimenten. Je weiter die Sedimente vom Fließgewässer entfernt auf dem Gleithang akkumuliert werden, desto feinkörnigere Korngrößen weisen sie auf.
Um diesen Cache zu loggen begebe dich zu den Listingkoordinaten.
1. Beschreibe auf der Grundlage der Ausführungen des Listings die hier erkennbaren Auswirkungen der Tiefen- und Seitenerosion. Welche der angegebenen Bildungsfaktoren sind hier offensichtlich zu erkennen?
2. Wir befinden uns hier direkt auf dem Gleithang. Beschreibe kurz die geologische Beschaffenheit dieser Uferregion.
Bei WP1 ergibt sich ein anderes Bild zu unserem geologischen Thema.
3. Wie verändern sich hier die Erosionsbedingungen flussabwärts?
4. Auch der Uferbereich ist hier ein anderer, wir befinden uns nun am Prallhang. Beschreibe die Beschaffenheit dieses Uferbereiches im Unterschied zu Frage 2.
5. Stelle kurz deine Eindrücke an den beiden Wegpunkten dar. Wie sieht es hier wohl in 1000 Jahren aus?
6. Ein Foto wäre schön, ist aber keine Logbedingung
Um den Cache zu loggen, beantwortet bitte die Fragen und schickt sie über die Mailfunktion oder den Messanger. Ihr könnt gleich loggen, schickt aber bitte recht zeitgleich die Antworten. Wie melden uns, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Logs ohne Antworten werden gelöscht.
Quellen:
Lexikon der Geographie
Geografie-Lexikon: Mäander
www.wutachschlucht.de