Skip to content

Wildensteiner Wasserfall EarthCache

Hidden : 11/22/2020
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
3 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:



Wildensteiner Wasserfall

wasserfall

Ö bewegt

Der Wildensteiner Wasserfall

Der Wildensteiner Wasserfall (slowenisch Podkanjski slap) nahe Gallizien, am Fuße des Hochobirs auf einer Seehöhe von 436 Metern gelegen, ist mit einer Fallhöhe von 54 Metern der höchste frei fallende Wasserfall Europas. Er wird vom Wildensteiner Bach gebildet, der unweit der Vellach in die Drau mündet. Vom Parkplatz aus ist der Wasserfall über einen gut ausgebauten Steig in etwa 20 Minuten zu erreichen. Am Ende des Wegs befindet sich eine kleine Plattform, von der man den Wasserfall gut beobachten und die Kraft des Wassers auf sich wirken lassen kann.

Seinen Namen verdankt der Wasserfall der oberhalb gelegenen, verfallenen Ruine Wildenstein, die beim Erdbeben von 1348 zerstört worden sein soll.

Geologie des Wildensteiner Wasserfalls

Der Wildensteiner Wasserfall liegt im Bereich der Nordkarawanken, die hauptsächlich aus jungpaläozoischen bis mesozoischen Sedimenten aufgebaut sind. Die paläozoischen Kristallingesteine, auf denen die Sedimente abgelagert wurden, sind nur im Bereich von Eisenkappel aufgeschlossen. Die typische Schichtenfolge der Nordkarawanken sieht, sofern die Sedimente nicht verschoben oder verfaltet wurden, in der Reihenfolge der Sedimentation zurückgehend bis zum Perm folgendermaßen aus (Auszug):

Quartär: Glaziale Sande, Flussschotter

Tertiär: Sattnitz- und Bärentalkonglomerat, Wellersdorfkonglomerat, Rosenbacher Schichten

Kreide: Kalkbrekzie, Aptychenschichten

Jura: Aptychenkalke, Ruhpoldinger Radiolarit, Klauskalk, Filamentkalk, Adneter Kalk, Hierlatz-Kalk, Rhätoliaskalk

Trias: Kössener Schichten, Hauptdolomit, Raibler Schichten, Wettersteinkalk, alpiner Muschelkalk, Werfener Schichten

Perm: Griffener Schichten (roter Permoskyth-Sandstein)

Von diesen Gesteinen der Nordkarawanken ist im Bereich des Wildensteiner Wasserfalls nur ein Teil der mesozoischen Schichtenfolge zu finden, wobei einige dieser Gesteine überhaupt nur als Lesesteine auftreten. Die wesentlichen vorkommenden Gesteine werden hier näher beschrieben, und zwar in der Abfolge ihres lokalen Auftretens von hängend nach liegend, da die Schichtenfolge durch Verwerfungen und tektonische Verschiebungen nicht mehr der Sedimentationsabfolge entspricht.

Wettersteinkalk: Dieses hell- bis mittelgraue Kalkgestein aus dem Ladin, einer frühen Epoche des alpinen Trias, ist mit einer Schichtstärke bis zu 1200 m das vorherrschende Gestein im Bereich des Wildensteiner Wasserfalls, das hier in insgesamt elf verschiedene Microfaziestypen eingeteilt werden kann. Die Besonderheit im Bereich des Wildensteiner Wasserfalls besteht darin, dass hier die mächtigen, vom Wasser leichter erodierbaren Wettersteinkalkschichten durch tektonische Vorgänge auf die jüngeren Jura-Neokom-Schichtserie aufgeschoben wurden, das heißt, man findet hier die geologisch älteren Schichten über den jüngeren Schichten vor. Dies war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich hier überhaupt ein Wasserfall bilden konnte.

Kössener Schichten: Es handelt sich hier um dunkel- bis mittelgraue Kalke, im Bereich des Wildensteiner Wasserfalles sind sie nur vereinzelt als Lesesteine unterhalb des Wasserfalls zu finden.

Aptychenschichten (hellgraue, plattige Kalke) und rote Aptychenkalke (violett-rote, mergelige Kalke) aus dem Jura/Kreide-Übergang (Malm, Neokom) treten im Bereich oberhalb des Wasserfalls und unmittelbar an der Abbruchkante auf. Ihren Namen verdanken diese Gesteine dem Auftreten fossiler Aptychen, dies ist das zweiteilige Unterkiefer der Ammoniten, einer ausgestorbenen Gruppe von den Mollusken zuzuordneten Kopffüßern mit Gehäuse, die im Mesozoikum lebten. Durch einen gewissen Kieselgehalt sind die Aptychenschichten resistenter gegen die Erosion durch Wasser als die darüber liegenden Wettersteinkalke und die darunter gelagerten Jurakalke (Adneter Kalk, Hierlatz-Kalk und Rhätolias-Kalk) - die geologische Besonderheit dieser härteren Gesteinsschicht ist hier also die Ursache dafür, dass sich der Wildensteiner Wasserfall bilden konnte. In reinem Wettersteinkalk hätte sich hier lediglich eine Schlucht gebildet.

Ruhpoldinger Radiolarit: Dieser feine, dichte Radiolariten-Kalk zeigt am Wildensteiner Wasserfall, unter den Aptychenschichten, eine gebankte, ziegel- bis violettrote Ausbildung. Die Mächtigkeit der Bänke beträgt hier nur 5 bis 15 cm.

Adneter Kalk, Hierlatz-Kalk und Rhätolias-Kalk bilden am Wildensteiner Wasserfall die liegenden Schichten unterhalb der Aptychenschichten und des Ruhpoldiner Radiolarits. Der Unterschied zwischen dem hellgrauen Adneter Kalk und Hierlatz-Kalk ist makroskopisch durch eine zunehmendere Knolligkeit des Adneter Kalkes gegeben, eine genaue Unterscheidung ist nur mikroskopisch möglich (Untersuchung der Fossilienanteile). Hierlatz-Kalk kann eine ziegelrötliche Färbung annehmen, Rhätolias-Kalk ist teils hellgrau bis gelblich gefärbt.

Bärental-Konglomerat: Das tertiäre Bärental-Konglomerat tritt nördlich anschließend an die Jura-Neokom-Abfolgen im Bereich westlich des Wildensteiner Baches auf, also in jenem Bereich, durch das der Wanderweg hinauf zum Wasserfall führt.

Allgemeines über Wasserfälle

Unter einem Wasserfall versteht man einen Abschnitt eines Fließgewässers, an dem die Strömung zumindest teilweise in den freien Fall übergeht. Es gibt eine Vielfalt an Formen von Wasserfällen, der freie, senkrechte Absturz ist dabei eher die Ausnahme, meist befinden sich gleitende Abschnitte in der Fallstrecke. Ein typischer Wasserfall zeigt zumindest ein erhöhtes Gefälle, einen Zerfall des Wasserkörpers mit Ablösung vom Untergrund, eine charakteristische Geräuschentwicklung sowie ein typisches mikroklimatisches Umfeld. Ein klassischer Typ von Wasserfall sind sogenannte destruktive Wasserfälle. Sie bilden sich dort, wo unter widerstandsfähigem Gestein leichter ausräumbares folgt, so entsteht eine Geländestufe mit Gumpe (Tosbecken) und eine Unterspülung des härteren Gesteins, das härtere Gestein über der Höhlung bricht mit der Zeit nach, oft liegen Felsbrocken im Bereich rund um das Tosbecken (Gumpe).


Schema eines typischen destruktiven Wasserfalls


Wasserfall


Die spezielle geologische Situation beim Wildensteiner Wasserfall

In reinem Wetterstein- und Jurakalk hätte sich hier kein Wasserfall bilden können - diese Gesteine sind annähernd gleich stark erodierbar, somit hätte ein Bach- oder Flusslauf hier im Lauf der Zeit eine Schlucht gebildet. Aus diesem Grund sind in den Karawanken, sofern sie bei tektonisch nicht umgelagerter Schichtung im liegenden Bereich aus den vorgenannten Gesteinen aufgebaut sind, Wasserfälle auch eher selten. Die Besonderheit im Bereich des Wildensteiner Wasserfalls liegt darin, dass durch tektonische Vorgänge einerseits stratigraphisch jüngere, leichter erodierbare Schichten (Wettersteinkalke) über stratigraphisch ältere, schwerer erodierbare Schichten (Aptychenkalke) aufgeschoben wurden, anderseits wurden die schwerer erodierbaren Aptychenschichten ober die leichter erodierbaren Jurakalke geschoben. Somit bilden die Aptychenschichten, die nach Erodierung der Wettersteinkalke rezent die Bachsohle ober der Abrisskante des Wasserfalls bilden, eine Barriere, welche die weitere Erosion der darunter liegenden Jurakalke hintanhält - die Vorraussetzung für die Bildung des Wildensteiner Wasserfalls, des höchsten und imposantesten Wasserfalls in Südkärnten, ist dadurch gegeben.

Um den Earthcache zu loggen, sende bitte deine Antworten auf folgende Fragen via Message über mein Profil an mich:


1.) Wenn du den Wasserfall näher betrachtest, wirst du erkennen, dass die Felswand hinter dem Wasserfall konkav gewölbt (ausgekolkt) ist - erkläre mir bitte mit eigenen Worten, wie diese Form entstehen konnte!
2.) Am Fuße des Wasserfalls, in der Aufprallzone des Wassers, erkennt man das Tosbecken. Wie sieht die Umgebung des Tosbeckens aus? Welche Gesteine findet man da?
3.) In der Nähe des Aussichtspunktes, wo du dich befindest, ist am Wegrand das anstehende Gestein, ein Jurakalk, aufgeschlossen. Beschreibe den Kalk mit eigenen Worten! Erscheint er dir leicht erodierbar zu sein? Wenn ja, warum?

Optional kannst du gerne ein Foto von dir oder deinem GPS beim Wildensteiner Wasserfall mit dem Log hochladen!

Bitte in den Logs keinerlei Informationen zu den Fragen geben!


Sobald du die Message abgeschickt hast, kannst du loggen, eine Logerlaubnis ist nicht notwendig! Sollte etwas nicht passen, melde ich mich!


GB bewegt

The waterfall of Wildenstein

The waterfall of Wildenstein near Gallizien in Carinthia , situated at the base of mount "Hochobir" at 436 meters above sea level, is the highest free-falling waterfall of Europe, the water descends 54 meters without any contact to the bedrock. It is formed by the water of the "Wildenstein Creek" which flows into the river Drau near the Vellach river. You can reach the waterfall within 20 minutes of walking from the parking area. At the end of the path you will find a small platform, you can watch the waterfall and the power of water from this point very well.
The name of the waterfall comes from the ruin of "Wildenstein" above the waterfall which was destroyed by an earthquake in the year 1348.

Geology of the waterfall of Wildenstein

The waterfall of Wildenstein lies in the area of the Nordkarawanken which are built up primarily from young paleozoic to mesozoic sediments. The paleozoic crystalline rocks on which the mesozoic sediments were deposited are disclosed only in the area of Eisenkappel. The typical series of strata in the Nordkarawanken, if the sediments haven't been shifted or folded, in order of the sedimentation time going back up to the Permian is the following (extract):

Quarternary: glacial sands, stream rubble

Tertiary: Sattnitz- and Bärental-conglomerate, Wellersdorf-conglomerate, layers of Rosenbach

Cretaceous: limestone breccia, aptychus limestone strata

Jurassic: aptychus limestone, Ruhpolding Radiolarite, Klaus limestone, filament limestone, Adnet limestone, Hierlatz limestone, Rhätoliassic limestone

Triassic: Kössen strata, main dolomite, Raibl strata, Wetterstein limestone, alpine Muschelkalk, Werfen strata

Permian: Griffen strata (red permoskyth sandstone)

From these rock types of the Nordkarawanken only a part of the mesozoic strata series can be found in the area of the waterfall of Wildenstein. Some rock types can be observed as rubblestones only. A closer description of the significant rock types of the area will be given now, in the sequence of occurrance near the waterfall of Wildenstein from the overlying to the underlying, as the stratigraphic situation doesn't match the former sedimentation sequence because of shiftings and foldings.

Wetterstein limestone: The main rock type in the area, colour from light to middle grey, formed in the geological era of Ladin, building up layers with a thickness up to 1200 meters. More than eleven micro facies can be defined. The special feature in the area of the waterfall of Wildenstein is that huge Wetterstein limestone layers, which can be eroded easier by water, have been shifted over the more resistant strata from Jurassic-Neokom. That means, that the series of strata doesn't match the formation history, older strata are overlying younger strata nowadays. That's exactly the reason why a waterfall could be formed at this location.

Kössen strata: Limestones with a colour from middle to dark grey, they can be found as pebblestones in the area of the waterfall only.

Aptychus limestone strata and red aptychus limestone: These layers can be observed in the area immediately above the waterfall and at the brim, forming the "hard rock". The name of these rock layers originates from the so-called "aptychus", petrified mandibles of ammonites, an extincted group of cephalopods who lived in the Mesozoic era. Because of contents of silica these aptychus limestone strata are more resistant against fluvial erosion than the overlying Wetterstein limestone strata and the underlying Jurassic limestones (Adnet limestone, Hierlatz limestone and Rhätoliassic limestone), too. This geological feature is the reason for the formation of the waterfall of Wildenstein. In pure Wetterstein limestone strata the Wildenstein creek would have eroded a canyon only.

Ruhpolding Radiolarite: This dense, finely granulated, red to purple coloured Radiolarite-limestone forms only a small layer (thickness 5 - 15 cm) at the waterfall of Wildenstein, underlying the aptychus limestone strata.

Adnet limestone, Hierlatz limestone and Rhätoliassic limestone form the underlying strata below the aptychus limestone strata and the layer of Ruhpolding Radiolarite. These limestones can be distinguished from each other only using a microscope. The colour of these limestones can be grey, yellow and red.

Bärental-conglomerate: This conglomerate from the Tertiary era can be found in the north of the waterfall, following the Jurassic-Neokom strata, west from the Wildensteiner creek, in the area crossed by the footpath leading from the parking area to the waterfall.

General information about waterfalls

A waterfall is a place where water flows over a vertical drop in the course of a stream or river. A typical waterfall shows a vertical fall, a disaggregation of the water amount which flakes from the subsoil, a characteristic sound and a typical micro climate. A classic type of waterfall are so-called destructive waterfalls. They form where it is easier to erode the rock under the resistant rock, creating a step in the terrain with a plungpool and eroding the smoother rock under the harder rock. The harder rock above the cavity breaks down under time, and there are often boulders in the area around the plungpool.

Diagram of a typical plunge type waterfall

waterfall

The special geologic situation at the waterfall of Wildenstein

In pure Wetterstein and Jurassic limestone no waterfall could have been formed here - these rocks are almost equally erodible, so a stream or river would have formed a gorge here over time. For this reason, waterfalls are rare in the Karawanken mountains, provided they are build up from the mentioned rocks. The peculiarity of the waterfall of Wildenstein is that through tectonic processes on the one hand stratigraphical younger, more easily erodible layers (Wetterstein limestone) were pushed over stratigraphical older, more hard to erode layers (aptychus limestone), on the other hand the mor hard to erode aptychus layers were pushed over the more easily erodible Jurassic limestone layers. Thus, the aptychus layers, which recently form the bottom of the stream above the step where the waterfall has its tear-off edge, prevent further erosion of the Jurassic limestone below - the prerequisite for the formation of the waterfall of Wildenstein, the highest and most imposing waterfall in Southern Carinthia, was thereby given.

Your task to log this Earthcache as found - send your answers to the following questions via message to my account:

1.) If you take a closer look at the waterfall, you will see that the rock face behind the waterfall is concave (undercut) - please explain in your own words how this shape came about!
2.) At the bottom of the waterfall, in the impact zone of the water, you can see the plungepool. What does the surroundings of the plungepool look like? Which rocks do you find here?
3.) Near the viewpoint where you are, the bedrock, a Jurassic limestone, is exposed near the path. Describe this limestone in your own words! Does it seem easily erodible to you? If yes why?

Please, don't give any informations in your logs!

Optional you can post a picture of yourself or your GPS unit near the waterfall, if you like!


There is no need to wait for a log permission! You can log the cache as a found after you sent me the answers - if there's something wrong, I'll contact you!


Have fun and enjoy the location! Silberschakal

Quellen/sources:
Loitz, Susanne: Beitrag zur Geologie am Wildensteiner Wasserfall. In: Carinthia II (186./106.), S. 431-449. Klagenfurt
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1904, S. 259.
www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften



The most exciting way to learn about the Earth and its processes is to get into the outdoors and experience it first-hand. Visiting an Earthcache is a great outdoor activity the whole family can enjoy. An Earthcache is a special place that people can visit to learn about a unique geoscience feature or aspect of our Earth. Earthcaches include a set of educational notes and the details about where to find the location (latitude and longitude). Visitors to Earthcaches can see how our planet has been shaped by geological processes, how we manage the resources and how scientists gather evidence to learn about the Earth. To find out more click HERE.


Additional Hints (No hints available.)