Die Webergrotte ist eine der größten korrosiven Klufthöhlen im Sandstein der Sächsische Schweiz. Sie entstand durch Erosion.
Die Webergrotte liegt abgelegen im Gebiet des Großen Zschand am Talschluss der Weberschlüchte. Du befindest dich dort in der Kernzone des Nationalparks. Die ausgeschilderten Wege müssen und dürfen zu keiner Zeit verlassen werden!
Die Webergrotte hat eine dreieckige Grundfläche mit einer Kantenlänge von jeweils etwa 10 Metern. Die Höhe am Höhleneingang beträgt ca. 5 Meter. Der Hohlraum ist pyramidenförmig mit einer Höhe von maximal 17 Metern.
Der Boden der Höhle befindet sich auf der Ebene des Wanderweges. Man muss hier nicht in die Tiefe hinunter klettern. Die Webergrotte ist für jedermann ohne Ausrüstung begehbar. Die T-Wertung bezieht sich auf die lange Wanderstrecke (einfache Strecke mehr als fünf Kilometer) und die Beschaffenheit des Weges. Im hinteren Teil der Höhle tröpfelt Wasser herab. Deswegen wohl auch die Bezeichnung Webergrotte und nicht Weberhöhle.
In der Sächsischen Schweiz gibt es nur wenige nennenswerte korrosive Klufthöhlen. Außer der Webergrotte sind das die Idagrotte (Kombination aus Kluft- und Schichtfugenhöhle) und die Vehmhöhle, welche allerdings aus Gründen des Fledermausschutzes von Oktober bis März gesperrt ist. Die Webergrotte steht dem Besucher das ganze Jahr über offen. Bei Frost bilden sich prächtige Vorhänge aus Eiszapfen. Im Sommer bleibt es kühl, was der hohen Feuchtigkeit und der damit entstehenden Verdunstungskälte zu verdanken ist.
Was die Webergrotte einzigartig macht, ist jedoch die Existenz des Stängelumfassenden Knotenfußes. Diese Pflanze kommt im Elbsandstein nur hier unter den speziellen geomorphologischen Verhältnissen vor. Sie ist ein Relikt der nacheiszeitlichen Vegetation und gedeiht als kälteliebende Pflanze sonst nur in Höhen von etwa 900 bis 2300 Metern.
Höhlen im Sandstein
Auf dem Boden eines Binnenmeeres in der Oberen Kreidezeit bildete sich durch Ablagerungsvorgänge eine kompakte Sandschicht. Zwischen den Sanden lagerten sich feinkörnige Tone ab. Diese wasserundurchlässigen Ablagerungen werden Schichtfugen genannt.
Nach dem Abfließen des Meeres wurde das verfestigte Sediment starken tektonischen Kräften ausgesetzt. Von Osten drückte der Lausitzer Granit und von Westen die Pultscholle des Erzgebirges gegen den Sandstein. Dadurch kam es teilweise zu Hebungen. Es entstanden Risse in dem bis dahin kompakten Sandsteinblock. In diese Risse drang Wasser ein und verbreiterte und vertiefte sie.
Im Sandstein bildeten sich hauptsächlich Schichtfugenhöhlen, Klufthöhlen, Einsturzhöhlen und Kombinationen davon.
Schichtfugenhöhlen entstehen dort, wo festere, wasserundurchlässige Tonschichten abgelagert wurden. Die stärkere Durchfeuchtung führt zur verstärkten Auflösung (Korrosion) und zur Aushöhlung des Gesteins.
Bei Einsturzhöhlen sind beim Herunterstürzen von Felsbrocken Hohlräume entstanden und erhalten geblieben.
Klufthöhlen
Klufthöhlen, also aus Rissen und Spalten entstandene vertikal ausgerichtete Höhlen, können prinzipiell durch tektonische Kräfte oder durch Erosion entstehen. Bei der Entstehung durch Erosion besteht der wesentliche Unterschied zur Schichtfugenhöhle darin, dass Klufthöhlen an Klüfte, also an senkrecht durch den Fels verlaufende Spalten, gebunden sind. Diese Höhlen erreichen oft beträchtliche Höhen.
Die Webergrotte ist eine typische Klufthöhle. Sie verdankt ihre Entstehung der Erosion.
Regenwasser, welches vom Berg herunterströmt, hat tiefe Schluchten in den Sandstein gegraben. Im Gebiet der Webergrotte traf das Wasser auf eine Felsbarriere. Dort war es gezwungen, um den Felsen herum zu fließen. Dann stürzte es mehrere Meter in die Tiefe. Ein Teil des Wassers sickerte in die langen vertikalen Risse und Spalten des Felsens ein.
Am Boden der Höhle befindet sich eine tonreiche Zwischenschicht. Hier kann das Wasser nicht hindurchdringen. Es staut sich und durchfeuchtet den Sandstein. Damit beginnt die chemische Verwitterung. Das Bindemittel des Sandsteins (Kieselsäure) wird wieder aufgelöst. Es bleibt Sand übrig. Das Wasser fließt ab und transportiert den Sand aus der Höhle hinaus. Aus den kleinen Spalten entsteht im Laufe der Zeit eine große Höhle.
Zusätzlich greifen Frost (Frostsprengung) und Pflanzen den Sandstein an und leisten ihren Beitrag zur Erosion. Im Inneren der Webergrotte befinden sich mehrere senkrechte und schräge Risse und Kluften. Auch in der Waagerechten lassen sich Schichten erkennen, die stärker erodiert sind als andere.
Was die Webergrotte einzigartig macht
Die Webergrotte liegt am Ende einer Schlucht, die nur von Norden zugänglich ist. Ringsum ragen steile Wände auf, weiter geht es für den Wanderer nicht. Die umliegenden Berge bzw. Felsen schirmen so ab, dass Sonneneinstrahlung und Wind kaum Chancen haben. In der Grotte selbst bleibt es immer feucht und kalt.
Die ganz speziellen geomorphologischen Verhältnisse sind also die Ursache für ein deutlich kühleres und feuchteres Mikroklima in unmittelbarer Umgebung der Webergrotte. Das wirkt wie ein Sprung in eine mehrere hundert Meter höher gelegene Region. Und so wie es Leitfossilien gibt, so "berichtet" hier die Existenz des kälteliebenden Stängelumfassenden Knotenfußes über diese Klimaverhältnisse.
Die folgenden Aufgaben und Fragen dienen dazu, die Höhle genauer zu erkunden.
Aufgaben/Fragen:
1. Geh in die Grotte hinein und betrachte dabei den Boden. Wie ist er beschaffen? Ist er eben, wellig, abschüssig, liegen heruntergefallene Steine darauf? Ist der Untergrund locker oder fest? Aus welchem Material besteht deiner Meinung nach der Boden?
2. Schau jetzt nach oben. Ist die Höhle oben geschlossen, offen, halboffen mit sich überlappenden Felsen oder wie sieht sie aus? Liegen sichtbar Felsblöcke oben? Kann es direkt hereinregnen, wenn es regnet? Könnte eine Schnecke (auch eine große) oben ins Freie gelangen?
Beschreibe das "Höhlendach"!
3. Sieh dir die linke (bergseitige) Höhlenwand an, dann die rechte (Blickrichtung ins Höhleninnere). Fass beide Wände mit den Fingern an. Gibt es Unterschiede (bezüglich Schichtung, Erosion, Feuchtigkeit, Pflanzenbewuchs, ...)?
Was meinst du: Ist die linke oder die rechte Höhlenwand stärker von Erosion betroffen? Oder gibt es keinen Unterschied?
4. Welche geomorphologischen Formen führen dazu, dass das unmittelbare Umfeld der Webergrotte klimatisch gesehen mehrere hundert Höhenmeter höher liegt? Mit anderen Worten: Wie ist es möglich, dass hier und nur hier (im Elbsandstein) der Stängelumfassende Knotenfuß gedeihen kann?
5. Poste ein Foto von dir oder deinem Maskottchen an dem Felsen mit den Stufen (vor der Grotte). Bis 1990 führte hier ein historischer Wanderweg hinauf.
Bitte sendet eure Antworten über das MessageCenter - dort geht nichts verloren. E-Mail geht auch, wenn ihr zeitnah loggt.
Bei Gruppen genügt eine Antwort über das MessageCenter. Schreibt dann aber bitte im Log, wer die Antwort gesendet hat. Und postet bitte individuelle Fotos!
Danach könnt ihr sofort loggen. Wir melden uns, wenn etwas nicht stimmen sollte.
Wir wünschen euch viel Freude und Erfolg mit diesem Earthcache!
Literatur:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Webergrotte
[2] https://www.showcaves.com/german/explain/Speleology/Fissure.html
[3] http://www.reinoehl.de/landschaft/schweiz/schweiz2.htm
[4] https://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/der-nationalpark/naturraum/hoehlen/
[5] https://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/der-nationalpark/naturraum/klima/mikroklima/
[6] https://www.webergrotte.de/geologie/html/spalten_und_hoehlen.htm