Die Anlage fasste in den 1950er Jahren bis zu 30.000 Besucher. Der Zuschauerrekord stammt aus dem Jahr 1950. Das Spiel der BSG Chemie Leipzig gegen die BSG Turbine Erfurt (0:1) fand vor 32.000 Zuschauern statt. Nach der Wende wurde die Kapazität auf Grund von Umbaumaßnahmen von 22.000 auf 18.000 Zuschauer reduziert. Zur Verfügung stehen seitdem 927 Tribünen-, 2.721 Dammsitz- und 14.352 Stehplätze.
Geschichte
Im Jahr 1919 plante die damals noch eigenständige Gemeinde Leutzsch die Errichtung des 512.545,83 Mark teuren Sportareals mit einer Fläche von 36.410 m². Die Bauzeit belief sich auf ca. ein Jahr, so dass im Sommer 1920 der Spielbetrieb aufgenommen wurde.
In den 1920er Jahren war das Areal Austragungsstätte verschiedenster Fußball-, Sport- und Arbeiterturnvereine. Auf Initiative des Turnvereins „Jahn“ Leipzig-Leutzsch entstand in den Jahren 1925 bis 1926 das noch heute erhaltene zweigeschossige Vereinsgebäude im Art-Déco-Baustil.
Dennoch blieb die Resonanz für das Gelände unter Arbeitersportlern groß. Seit 1935/36 etwa spielte der FC-Sachsen-Vorgänger SV Tura 1899 Leipzig regelmäßig vor Rekordkulissen von bis zu – damals beachtlichen – 20.000 Zuschauern. Mit dem sich abzeichnenden Kriegsende schließt sich aber bald das Kapitel des SV Tura.
Auf Grund der politischen und gesellschaftlichen Umstrukturierungen nach stalinistischem Vorbild entstanden in der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR neue Vereine. Fortan nutzten SG Leipzig-Leutzsch (1946–1949), ZSG Industrie Leipzig (1949/50), BSG Chemie Leipzig (1950–1954), SC Lokomotive Leipzig (1954–1963) und erneut BSG Chemie Leipzig (1963–1990) die Sportanlage.
Alfred Kunze, der spätere Namensgeber, prägte als Trainer die erfolgreichsten Jahre des Areals. In den frühen 1950er sowie in den 1960er Jahren strömten im Schnitt bis zu 27.000 Zuschauer nach Leutzsch. In der Spielzeit 1963/64 errang Chemie Leipzig zur Überraschung der dirigistischen DDR-Sportfunktionäre den DDR-Meistertitel. In Erinnerung daran wurden die Spieler der Mannschaft als Betondenkmal überlebensgroß im Sportpark aufgestellt. In der Saison 1966/67 folgte der FDGB-Pokalsieg. Beim Umbau des Stadions von 1965 bis 1966 wurde der erste Stadionzaun Deutschlands vor den Tribünen errichtet.
Nach der Wiedervereinigung war der Georg-Schwarz- und später Alfred-Kunze-Sportpark von 1990 bis Ende 2003 und in der Saison 2009/10 Heimspielstätte des FC Sachsen Leipzig. Von Anfang 2004 bis Mitte 2009 trug der Verein seine Heimspiele im neugebauten Zentralstadion aus, der Alfred-Kunze-Sportpark wurde derweil als Trainingsgelände genutzt. Nach der Insolvenz des FC Sachsen Leipzig und der Einstellung des Spielbetriebes am 30. Juni 2010 wurde der Sportpark an die neugegründete SG Sachsen Leipzig verpachtet, der Verein nutzte das Gelände zusammen mit der BSG Chemie Leipzig. Seitdem ist die BSG Chemie Leipzig alleiniger Nutzer des Sportparks.
Am 3. September 2016 traf die BSG Chemie Leipzig im Sportpark vor 4.999 Zuschauern auf den Bundesligisten Eintracht Frankfurt (2:2). Die Einnahmen sollen dem Erhalt des renovierungsbedürftigen Stadions zugutekommen. Die Eintracht verzichtete auf die Antrittsgage. Vor der Partie überreichte Vorstandsmitglied Axel Hellmann einen Scheck über 10.000 Euro.
Am 30. Oktober 2018 fand im Rahmen der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals, in der die BSG Chemie Leipzig gegen den SC Paderborn antrat, das erste Spiel in der Geschichte des Stadions unter Flutlicht statt. Dazu wurden vier mobile Flutlichtmasten eines englischen Anbieters angemietet. Die BSG Chemie plant mittelfristig die Installation permanenter Flutlichtmasten.
Am 1. Dezember 2018 erhielt das Stadion anlässlich der Oberliga-Begegnung gegen die BSG Wismut Gera für einen Tag seinen alten Namen Georg-Schwarz-Sportpark zurück, um des antifaschistischen Widerstandskämpfers zu gedenken. Die Fangruppe „Georg Schwarz Brigade“ hatte den Anstoß zur Restaurierung der Gedenktafel an der Geschäftsstelle der BSG gegeben. Die Einweihung sowie eine Ausstellung über das Leben und Wirken Schwarz‘ war Teil der Veranstaltung.