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Alraune (mandragora officinarum)
Die stark giftigen Alraunen , die zu den Nachtschattengewächsen gezählt werden, sind vor allem in Südeuropa und Nordafrika heimisch. Bereits in der Antike wurde die Pflanze mystisch verklärt, was neben der chemischen Wirkung ihrer alkaloidhaltigen Inhaltsstoffe vor allem auf der äußeren Form ihrer Wurzel beruht. Denn ihre arm- und beinartigen Wurzelranken können den Alraunenwurzeln ein menschliches Erscheinungsbild geben.



Tödliche Pflanzenschreie
Während in der Antike die Wirkung der Alraune als Heilpflanze im Vordergrund stand, gelangte im Mittelalter ihre mythische Verklärung in den Fokus der Allgemeinheit, die vor allem auf ihrer anthropomorphen Form beruhte. Insbesondere die Alraunenernte ist ein wiederkehrendes Bildmotiv in mittelalterlichen Handschriften. Das Außergewöhnliche an der Ernte derd Alraunen war, wie bereits antike Quellen schildern, dass man die tief verwurzelten Alraunen nicht eigenhändig ernten durfte, da sie dabei einen markerschütternden Schrei ausstießen, der angeblich zum sofortigen Tod führen konnte. Stattdessen bediente man sich für die Ernte eines schwarzen Hundes an dessen Schwanz die Pflanze befestigt wurde. Während der Tod des Hundes in Kauf genommen wurde, verschloss der Alraunensammler seine Ohren zum eigenen Schutz mit Wachs, um den Schrei der Wurzel zu überleben.

Legende vom "Galgenmännlein"
Im Mittelalter galten Alraunen als Beschützer von Haus und Herd, konnten ihrem Besitzer zu Geld, Ruhm und Ehre verhelfen und als Amulett getragen Krankheiten abwehren. Daneben wurde Alraunen nachgesagt, dass sie vor allem an Hinrichtungsstätten zu finden seien. In der alchemistischen Vorstellung wuchs die Alraune aus den Körperflüssigkeiten – und hier vor allem aus dem Samen – von Gehängten, die auf das Erdreich fielen. Diese Legende vom "Galgenmännlein" machte die Alraunenwurzel in der magischen Vorstellungswelt der Alchemie und der hermetischen und kabbalistischen Esoterik der Frühen Neuzeit zu idealen Kultobjekten.
So stellt nicht das vermeintlich finstere Mittelalter, sondern die Renaissance die Hochzeit des Alraunenglaubens und der Alraunenverehrung dar. Durch die stark ansteigende Nachfrage nach Alraunenwurzeln kam es zu einem regen Handel mit unechten beziehungsweise gefälschten Wurzeln, wie etwa der Blutwurz, der Zaunrübe, dem Wegerich oder dem Allermannsharnisch. Die abendländischen Alraunen wurden zur Verehrung oftmals in rote Seide und schwarzen Samtumhang gekleidet.
So besaß Rudolph II (1552-1612), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, einen Alraunen-Männlein und ein Alraunen-Weiblein namens Marion und Thrudacias. Sie trugen Kleidung aus kostbaren Stoffen und wurden regelmäßig in Wein gebadet. Dabei handelt es sich allerdings um Fälschungen, wie sie im Mittelalter und in der frühen Neuzeit häufig gehandelt wurden. Die Alraunenfiguren bestehen nicht aus der Wurzel der Alraune, sondern aus der Zwiebel des Allermannsharnisch – eine weiter Pflanze, der diverse magische Eigenschaften zugeschrieben wurden.
Quellen:
https://www.derstandard.at/story/2000081991226/die-alraune-die-mythen-um-die-wurzel-mit-toedlichem-schrei
Scherf, Gertrud : Die geheimnisvolle Welt der Zauberpflanzen und hexenkräuter. Mythos und Magie heimischer Wild- und Kulturpflanzen, München: BLV 2007.
1. Warum sollte man (dem Mythos nach) eine Alraune nie selbst ausgraben?
- Weil man zur Strafe sofort vom Blitz getroffen wird. 3
- Weil die Alraune einen tödlichen Schrei ausstößt. 1
- Weil die Alraune tödliche Krankheiten wie die Pest überträgt. 9
2. Wie kann man die Alraune (dem Mythos nach) trotzdem sicher ernten?
- Man trägt ein Keuz um den hals und spricht drei Vater-Unser während man die Alraune ausgräbt. 6
- Nur Hexen, die einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sind, können Alraunen ausgraben, ohne sofort tot umzufallen. 4
- Man stopft sich die Ohren mit Wachs und lässt die Alraune von einem Hund aus dem Boden ziehen. 2
3. Was tat Rudolphs II mit seinen zwei Alraunen?
- Er ließ eine eine Salbe daraus herstellen und behandlete damit seine Gichtleiden. 5
- Er ließ sie in teure Gewänder kleiden und in Wein baden. 8
- Er ließ seine Alchemisten damit Versuche zur Herstellung von Gold durchführen. 7