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Elektroakustik Traditional Cache

Hidden : 1/23/2021
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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How Geocaching Works

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Geocache Description:


Aufgrund der Bauarbeiten ist momentan kein Cachebehälter vor Ort. Das Loggen ist als Fotolog möglich, bitte ladet ein Bild der Situation vor Ort hoch. Logs ohne Foto werden nicht akzeptiert und gelöscht.

 

Hört ihr das?

Je nach Wetterlage und davon abhängiger Luftfeuchtigkeit ist von leisem Knistern über Zischen bis zu lautem Prasseln die Energie in den Freileitungen zu hören. Besonders eindrucksvoll ist Schneefall, dann rauscht es hier wie am Ufer der Jagst.

 

Woher kommt dieser Effekt?

 

Die Transnet BW GmbH betreibt hier die Trasse 0316, eine Höchstspannungsleitung von Großgartach bei Leingarten bis nach Kupferzell. Um auf diesen knapp 50 km Leitungslänge die elektrischen Verluste gering zu halten, wird die Spannung auf beeindruckende 380 kV hochtransformiert, also 380.000 Volt.

Kurz zur Erinnerung: unsere Haushaltssteckdosen werden einphasig mit 230 Volt betrieben, die üblichen CEE-Drehstromsteckdosen mit 400 Volt.

Ein Leitungsnetz besteht dabei immer aus drei Seilen, eines für jede Phase, plus ein Erdungsseil an der Mastspitze zum Schutz vor Blitzschlag. Die spannungsführenden Seile sind mit Isolatoren elektrisch vom Mast getrennt.

Interessanterweise liegen hier zwei Stromkreise auf den Masten: Einmal Kreis 719rt mit 220 kV und einmal die erwähnten 380 kV im Kreis 811ws, wobei die „kleinere“ 220 kV-Leitung momentan abgeschaltet ist und nicht benutzt wird. Insgesamt also 6 Leitungsseile, ein Netz auf jedem Ausleger des Mastes.

Aber zurück zur Akustik:

Im Prinzip passiert hier das Gleiche wie bei einem Gewitter, nur wesentlich kleiner und unspektakulärer. Wie jeder weiß entsteht der Donner durch die explosionsartige Ausdehnung der Luft, wenn diese vom Blitz ionisiert wird und sich aufgrund der enormen Hitze innerhalb von Sekundenbruchteilen ausdehnt. Auch an der Freileitung finden kleine Entladungen, sogenannte Koronaentladungen, ihren Weg in die umliegende Atmosphäre. Diese Entladungen erhitzen ebenfalls die Luft und voilà: es knistert. Daher rührt auch die Abhängigkeit zum Wetter, je nach vorhandener Luftfeuchtigkeit oder Niederschlag finden mehr oder weniger Elektronen den Weg in die Atmosphäre, und eben auch mehr oder weniger stark. Außerdem beeinflusst der Abstand der Seile zueinander und zum Boden sowie auch der Aufbau der Seile selbst die Randfeldstärke am Seil, dem Maß für die Stärke des elektrischen Felds am Außenrand der Seile, und quasi ein Maß für die „Knisterfreudigkeit“.

Hier vor Ort treffen wohl mehrere Faktoren aufeinander, weswegen bei 719rt fast zu jeder Witterung Geräusche wahrnehmbar sind.  Besonders lohnt sich der Besuch bei schlechtem Wetter und Niederschlag. Zumindest im Moment noch, denn ein Ersatzneubau ist geplant, und moderne Techniken und Materialien verringern die Geräuschemission deutlich. Gut für Anwohner, schlecht für interessierte Cacher…

Gefährlich ist das Ganze übrigens nicht, weil sich die Feldstärke im Quadrat zur Entfernung verringert. 10-facher Abstand bedeutet also nur noch ein Hundertstel der Feldstärke. Dennoch sind zu Wohngebieten relativ große Abstände vorgeschrieben, die Einwirkzeit ist hier ein weiteres Kriterium. Zur generellen Einwirkung von elektromagnetischen Wellen und Feldern auf Menschen verursacht durch Freileitungsnetze bestehen jedoch geteilte Auffassungen, hier möge sich jeder gerne seine eigene Meinung bilden.

 

Bildquelle: TenneT TSO GmbH, alle Rechte dort

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