BiJ – Glassandabbau
In einer Entfernung von weniger als 100 m vom Hüttenstandort wird 1874 unmittelbar östlich der Hütte eine Glassandgrube aufgeschlossen. Mit den hier anstehenden eisenarmen Glassanden ist es möglich, farblose Gläser herzustellen. Das bedeutet einen erheblichen Qualitätsgewinn gegenüber den früheren Waldglashüttenerzeugnissen, für die meist nur deutlich schlechtere Quarzrohstoffe verfügbar gewesen sind.
Die reinweißen Sande sind anfänglich wohl in den Dörfern als Scheuersand für die Stuben verwendet worden, eine Sitte, die sich auch später noch lange in den Glasmacherfamilien hielt. Bald wird jedoch ihre hervorragende Eignung für die Herstellung farbloser und optischer Gläser erkannt. Das Auffinden der Glassande im Johannisthaler Gebiet eröffnete für die damalige industrielle Entwicklung völlig neue Perspektiven.

Durch die gleichzeitigen Vorkommen an Kohle und Glassand entstand in Johannisthal um 1874 eine Glashütte, die mangels Brennstoff aber nur etwa 15 Jahre bestand.
Auch nach dem Niedergang der Glasindustrie in Johannisthal wurden hier weiter Glassande abgebaut, abgesiebt und zu den Glaswerken geschafft.
Dieses „Tal“ ist durch den Glassandabbau von 1972 bis 1977 entstanden und setzt sich in Richtung Nord-Nordwest fort. Die Breite des Tales und damit der ehemaligen Lagerstätte in der Aufstauchungszone war hier etwa 70m und verbreitet sich bis auf 150m.